Lot no. 24
Arnold Topp (Soest 1887 – 1945 verschollen) „Höfe der Mietskasernen“. 1920 Collage, Tuschpinsel, Bleistift und Deckweiß auf Papier, auf mit Papier kaschierter Malpappe. 29 × 21,8 cm ( 11 ⅜ × 8 ⅝ in.). Rechts innerhalb der Darstellung mit Tuschfeder signiert und datiert: ATopp 1920. Rückseitig mit einem Stempel der Galerie Alfred Flechtheim sowie ihrem Etikett mit der handschriftlich eingetragenen Nummer 2852. Enders 20.M.1.– Leichte Randmängel. [3475] Provenienz: Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen / Galerie Gunzenhauser, München / Galerie Schwarzer, Düsseldorf / Privatsammlung, Europa Ausstellung: Das Junge Rheinland, Düsseldorf, Städtische Kunsthalle, 1921, Kat.-Nr. 330 Literatur und Abbildung: Auktionskatalog Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 1990, Auktion 15, Los 49; Auktionskatalog Van Ham Kunstauktionen, Köln, 2005, 246. Auktion, Los 601 „Evolution. Vollkommen abstrakte Bilder. Vierecken, hier und da runde Linien als Oberflächen-Kontur. Das Rauschen der schönen Tubenfarben (von weiss bis blau, blau-grün und so, Du kennst das bei Topp) verschwindet [...]“, dies berichtet der expressionistische belgische Dichter Paul van Ost-aijen im Oktober 1920 an den befreundeten Maler Fritz Stuckenberg über den Stilwandel, der sich damals gerade im Werk von Arnold Topp vollzog (Paul von Ostaijen an Fritz Stuckenberg, Brief v. 28. Oktober 1920, zit. nach: Francis Bulhof (Hg.): Eine Künstlerfreundschaft. Der Briefwechsel zwischen Fritz Stuckenberg und Paul von Ostaijen 1919–1927. Oldenburg 1992, S. 112). Topp war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gefragter Maler: Er beteiligte sich bereits seit 1915 regelmäßig an den Ausstellungen von Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“, war 1918 Mitbegründer des „Arbeitsrats für Kunst“ und ein Jahr darauf einer derjenigen, die die „Internationalen Vereinigung der Expressionisten, Kubisten und Futuristen“ ins Leben rief. Zeitschriften druckten regelmäßig Topps farbstarke, expressionistische Arbeiten und sein Name wurde in einem Atemzug mit Franz Marc, Heinrich Campendonk oder Marc Chagall genannt. Allein für die wenigen Monate zwischen Herbst 1920 und Frühling 1921 notiert Topps Biograph Rainer Enders neun Ausstellungsbeteiligungen. Das kleinformatige Werk „Höfe der Mietskasernen“ von 1920 entsteht somit auf dem Höhepunkt der künstlerischen Karriere von Arnold Topp. Ausgangspunkt der rhythmischen Komposition orthogonaler Verschachtelungen, die den Blick des Betrachters nicht zur Ruhe kommen lassen, ist die Wirklichkeit der trist-grauen Mietskasernen-Architektur. Die Anregung dazu muss der Künstler freilich aus Frankreich empfangen haben. Die in Mischtechnik ausgeführte, von einer erdigen Farbpalette gekennzeichnete Collage-Arbeit zeigt deutlich Topps Interesse am synthetischen Kubismus, der sich zu der Zeit in Paris entwickelte. „Er gehört zu denen, die den Mut gefunden haben, von expressionistischer Romantik zu einer weit weniger ‚interessanten‘, aber gehaltvolleren, künstlerisch besser fundierten Sachlichkeit der Form überzugehen“, urteilte der Kunstkritiker Adolf Behne 1922 anerkennend über den epochalen Wendepunkt im Œuvre des Malers (zit. nach: Rainer Enders: Arnold Topp. Ein Lebensbild. Weimar 2007, S. 58). Die vorliegende Arbeit darf als ein Hauptwerk dieses epochalen Stilwandels gelten. GK Arnold Topp (Soest 1887 – 1945 missing presumed dead) „Höfe der Mietskasernen“. 1920 Collage, brush and India ink, pencil and opaque white on paper, on artist's board clad with paper. 29 × 21,8 cm ( 11 ⅜ × 8 ⅝ in.). Signed and dated with pen and India ink on the right within the image: ATopp 1920. Stamp of the Galerie Alfred Flechtheim as well as its label with the handwritten number 2852 on the reverse. Enders 20.M.1.– Minor imperfections in the margin. [3475] Provenienz: Private Collection, North Rhine-Westphalia / Galerie Gunzenhauser, Munich / Galerie Schwarzer, Düsseldorf / Private Collection, Europe Ausstellung: Das Junge Rheinland, Düsseldorf, Städtische Kunsthalle, 1921, cat. no. 330 Literatur und Abbildung: Auction catalogue Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 1990, Auction 15, Lot 49; Auction catalogue Van Ham Kunstauktionen, Cologne, 2005, 246. Auction, Lot 601
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Live
Selected Works
10719 Berlin - Germany
11/29/2018
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0