Lot no. 37
Arthur Segal (Jassy 1875 – 1944 London)
„Der Holzarbeiter (Zyklus Arbeit)“. Um 1920
Öl auf Leinwand auf Holz. Im Künstlerrahmen. 35,5 × 50,2 cm (48,8 × 60,2 cm) ( 14 × 19 ¾ in. (19 ¼ × 23 ¾ in.)). Unten rechts signiert: A. Segal. Rückseitig jeweils ein Etikett der Ausstellung London 1978, New York 1981, Köln 1987 und Ascona 1988 (s.u.) sowie der Brook Street Gallery, London und der Galerie Michael Hasenclever, München.
Liška 233.–
Kleine Retuschen. [3491]
Provenienz: Galerie Michael Hasenclever, München / Privatsammlung, Hessen
Ausstellung: Arthur Segal. London, Fischer Fine Art, 1978, Kat.-Nr. 10, Farbabb. / Herwarth Walden and Der Sturm. New York, Helen Serger La Boetie, 1981, Abb. S. 47 / Arthur Segal 1875-1944. Köln, Kölnischer Kunstverein; Berlin, Haus am Waldsee; Regensburg, Museum Ostdeutsche Galerie; Ascona, Museo Comunale d'Arte Moderna; Tel Aviv, The Tel Aviv Museum, 1987/88, Kat.-Nr. 233, Abb. S. 338 / Novembergruppe. Berlin, Galerie Bodo Niemann, 1993, Kat.-Nr. 260, Farbabb. S. 49
Der Maler Arthur Segal war nicht nur in der deutschen Avantgarde-Kunst des frühen 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung, er war auch als Persönlichkeit überaus bemerkenswert. Anders als viele, auch viele fortschrittlich orientierte Künstler war er ein unbeugsamer Pazifist. Er hieß den Ersten Weltkrieg nicht willkommen wie etliche andere Maler der Moderne, sondern floh in die Schweiz, ließ sich in Ascona nieder und unterhielt engen Kontakt mit den Lebensreformern und Proto-Hippies vom Monte Verità. Segal, der ursprünglich aus Botosani im Norden Rumäniens stammte und mit 17 Jahren nach Berlin gezogen war, um hier Kunst zu studieren, machte sein Haus im Tessin zum Treffpunkt von Exilanten und Kriegsflüchtlingen wie Hans Arp, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und dem Dichter Gusto Gräser. Ab 1916 nahm er an Ausstellungen der Dadaisten im Cabaret Voltaire in Zürich teil, von 1919 an gehörte er, wie viele andere Künstler aus dem Umfeld von Herwarth Waldens "Der Sturm"-Galerie, zur Novembergruppe. Ein Jahr später zog er zurück nach Berlin, wo er 1923 eine Kunstschule eröffnete.
In der Schweiz war es Arthur Segal gelungen, eine unverwechselbare malerische Handschrift zu entwickeln. Er selber nannte seine Methode das Prinzip der "Gleichwertigkeit". Dabei handelte es sich um eine Kombination von expressionistischen und kubistischen Bildelementen, bei der Segal seine egalitären gesellschaftlichen Vorstellungen auf die Kunst übertrug. In seinen Bildern sollte es keine Hierarchien mehr geben, und auch keine Randzonen oder dem Ganzen untergeordnete Rahmen. Das Gemälde "Der Holzarbeiter (Zyklus Arbeit)" von 1920 ist ein schönes Beispiel für sein Schaffen in diesen Jahren. In der Mitte sieht man zwei Figuren bei der Arbeit mit Säge und Axt. Dieses zentrale Bildfeld umschließt ein schmaler, einfacher Holzrahmen, den Segal zusammen mit der Leinwand auf eine etwas größere Holzplatte montierte. Dort nahm er die abstrakten Linien und Farbverläufe auf, die man im Hintergrund des mittleren Bildes sieht, und führte sie fort. So entstand ein Bild im Bild, eine untrennbar miteinander verbundene Mischung von symbolhaft-gegenständlichen und abstrakten Malzonen, in der auch eine ganz eigene Räumlichkeit aus Farb- und Zentralperspektive den Betrachter fasziniert. Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es Segal hier bei allem augenschmeichlerischen Umgang mit Form und Farbe auch um die Kunst der Idee als solcher ging. Es ist dieser konzeptuelle Aspekt, der seine Malerei heute so zeitgenössisch wirken lässt.
UC
Arthur Segal (Jassy 1875 – 1944 London)
„Der Holzarbeiter (Zyklus Arbeit)“. Circa 1920
Oil on canvas on wood. In artist's frame. 35,5 × 50,2 cm (48,8 × 60,2 cm) ( 14 × 19 ¾ in. (19 ¼ × 23 ¾ in.)). Signed lower right: A. Segal. On the reverse labels from the exhibitions London 1978, New York 1981, Cologne 1987 and Ascona 1988 (see below) as well as from the Brook Street Gallery, London and from the Galerie Michael Hasenclever, Munich.
Liška 233.–
Minor retouchings. [3491]
Provenienz: Galerie Michael Hasenclever, Munich / Private collection, Hesse
Ausstellung: Arthur Segal. London, Fischer Fine Art, 1978, cat. no. 10, colour ill. / Herwarth Walden and Der Sturm. New York, Helen Serger La Boetie, 1981, ill. p. 47 / Arthur Segal 1875-1944. Cologne, Kölnischer Kunstverein; Berlin, Haus am Waldsee; Regensburg, Museum Ostdeutsche Galerie; Ascona, Museo Comunale d'Arte Moderna; Tel Aviv, The Tel Aviv Museum, 1987/88, cat. no. 233, ill. p. 338 / Novembergruppe. Berlin, Galerie Bodo Niemann, 1993, cat. no. 260, colour ill. p. 49
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale