Lot no. 978
Augsburger Prunkschale in Elfenbein und Silber
Höhe: 23 cm.
Schalendurchmesser: 25 cm.
Höhe des Elfenbeinfußes: 17cm.
Fußdurchmesser: ca. 9 cm.
Ende 17. Jahrhundert.
Silbermarke Augsburg. Meistermarke „ML in Ligatur, nicht eindeutig bei Rosenberg zu identifizieren, jedoch nächstverwandt mit Rosenberg Nr. 690 - 691 für Michael Mayr (Vorgeher 1695, Geschaumeister 1699, stirbt 1714), was der Stilistik der Schale entspräche. Schale vergoldet, die figürlichen Medaillons Silber belassen.
Weite, breite, achtfach geschweifte Silberschale über stämmigem Fuß in Elfenbein (Mammutzahn?) in gestaltvoll, plastisch geschnitzten Figuren. Das bildkünstlerische Thema ist dem „Wasser gewidmet: Der Fuß zeigt in der Hauptansicht nebeneinander sitzend die Gestalt des Neptun in Umarmung mit der Meeresgöttin Thetis. Neptun mit einem Schilfkranz im Haar, vollbärtig auf einem Hippokampus reitend, der Kopf mit geöffnetem Maul zwischen seinen Knien hervortretend. Die flossenartigen Vorderbeine am Sockelrand aufliegend. Thetis nackt wiedergegeben mit einem Delfin zu ihren Füßen mit dreireihiger Perlenkette sowie einem Korb in der Hand, gefüllt mit weiteren Perlenketten. Über den Köpfen hoch halbkugelig nach oben ziehender Abschluss in Form einer Rundmuschel, mit daran hängendem, vierfach geschwungenem Feston, gebildet aus Meeresfrüchten und Muscheln an Schleife. An der Rückseite ein Putto, der einen Dreizack, das Attribut des Meeresgottes hält, daneben Triton mit Muschelhorn. Am Boden in origineller Weise einige Kleintiere wie Schildkröte, Wasserschlange, Krebs und Frosch.
Die figürliche Komposition zeigt sich kraftvoll, von hoher Qualität eines Elfenbeinschnitzers des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Die weite Schale passig geschweift und entsprechend achtfach gebuckelt, in Silber und Vergoldung. Auf den Buckelaußenseiten jeweils querovale Reliefmedaillons: vier mit figürlichen Darstellungen mythologischer Gestalten wie Neptun mit Dreizack auf einem Delfin auf der Meeresoberfläche reitend. Ceres in Landschaft mit Ährenbündel, Blumenkorb und Ährenkranz. Im Hintergrund ein fliehender Hirsch, Mars in Rüstung mit Schwert und Blitzbündel des Göttervaters Zeus, links schließlich Leda mit dem Schwan. Die dazwischen stehenden Medaillons zeigen auf punziertem Grund getriebene Fruchtgebinde an Schleife mit unterschiedlicher Fruchtdarstellung. Die Ornamentik weist Elemente des Knorpelstils auf. Die Thematik von Schale und Fuß lässt das Gefäß als eine Tischwasserschale deuten. Der unterste Rand des Elfenbeinfußes weist nach innen eine getreppte Profilierung auf, was darauf hinweist, dass der weitere, breitere Rundfußring fehlt. (8018644)
Augsburgian showpiece platter in ivory and silver
Height: 23 cm.
Diameter of the platter: 25 cm.
Height of the ivory foot: 17 cm.
Diameter of the foot: ca. 9 cm.
Late 17th century.
Silver hallmark of Augsburg. Master's hallmark „ML in ligature, not clearly identifiable in Rosenberg, but closely related to no. 690 - 691 for Michael Mayr (headman 1695, valuator 1699, died 1714).
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