Lot no. 154
August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-lès-Hurlus) „Trabender Reiter“. 1914 Kohle auf Papier. 10,7 × 17,5 cm ( 4 ¼ × 6 ⅞ in.). Rückseitig beschriftet und datiert: Trabender Reiter, 1914. Heiderich 2139.– [3407] Provenienz: Leopold Reidemeister, Berlin (bis 1990) Ausstellung: Picasso und Deutschland. Die Sammlung Würth in Kooperation mit dem Museo Picasso Málaga. Schwäbisch Hall, Kunsthalle Würth, 2016 (nicht im Katalog) Dressurreiten – das bedeutet Anmut. Losgelöst von jeglichem Umweltgeschehen vollzieht ein so ungleiches Paar einen so wunderbaren Tanz. Es wird in einer eigenen Sprache kommuniziert, einer Sprache, die Außenstehende nie verstehen werden. Kaum zu glauben, dass ein 800 Kilogramm schweres Pferd, so mächtig und prächtig, auf kleinste Veränderungen in der Körpersprache des Menschen reagiert – dieser entsprechen will. Und doch funktioniert das Dressurreiten nur so. Den Partner auf seine Seite zu bekommen, eine Einheit bilden, die Außenwelt auszublenden mit dem Ziel, maximale Präzision und Harmonie zu erreichen. Die Zeichnung von August Macke stellt das Pferd im Trab dar, einer Gangart, in der das Tier für einen kurzen und doch so bedeutenden Augenblick über dem Boden schwebt. Voller Grazie streckt es das zarte Bein nach vorne und trägt den muskulösen Hals majestätisch aufgestellt. „Hier bin ich“, scheint die stolze Botschaft des Pferdes zu sein, ganz der Weisheit Xenophons folgend: „Wenn man das Pferd zu der Haltung bringt, die es selbst annehmen will, wenn es schön sein will, so macht man, dass das Pferd des Reitens froh wird.“ Weiter führt der Dichter aus, was sich in dieser Zeichnung so deutlich widerspiegelt: „Und in der Tat, ein Pferd, das sich stolz trägt, ist etwas so Schönes, Bewunderns- und Staunenswürdiges, dass es aller Zuschauer Augen auf sich zieht. Keiner wird müde, es anzuschauen, solange es sich in seiner Pracht zeigt.“ Diese Wirkung vollbringt auch Mackes Zeichnung. Der Künstler kreiert eine Welt, der man sich nur schwer wieder entziehen kann, nur schwer wieder entziehen möchte. Janna Jochheim, Berlin August Macke (Meschede 1887 – 1914 Perthes-lès-Hurlus) „Trabender Reiter“. 1914 Charcoal on paper. 10,7 × 17,5 cm ( 4 ¼ × 6 ⅞ in.). Inscribed and dated on the reverse: Trabender Reiter, 1914. Heiderich 2139.– [3407] Provenienz: Leopold Reidemeister, Berlin (until 1990) Ausstellung: Picasso und Deutschland. Die Sammlung Würth in Kooperation mit dem Museo Picasso Málaga. Schwäbisch Hall, Kunsthalle Würth, 2016 (not in catalogue)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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10/26/2018
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