Lot no. 11
BAUER, RUDOLF 1889 Lindenwald - 1953 Deal/New Jersey Andante. 1938. Öl auf Leinwand. 131 x 131cm. Signiert unten rechts: 'R.Bauer'. Verso nochmals signiert: 'R.Bauer', viermal bezeichnet 'F.N. 199' sowie auf dem Keilrahmen Stempel 'Das Geistreich'. Rahmen. Provenienz: The Solomon R. Guggenheim Collection, New York Privatsammlung Norddeutschland Ausstellungen: The Solomon R. Guggenheim Museum, New York 1939, Kat.-Nr. 199 Literatur: Ausst.-Kat. Art of Tomorrow, Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings, New York 1939, Kat.-Nr. 199 Abb. S.114 Vail, Karole (Hrsg.): The Museum of Non-Objective Paintings - Hilla Rebay and the Origins of the Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2009, Abb.45 S.63, Abb.46 S. 64, Abb.116 S. 173. Wie vielen Malern zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist Rudolf Bauer Inhalt und Idee wichtiger als die Form des Abgebildeten. So sucht er in seinen ungegenständlichen Kompositionen nach einem neuen, angemessenen Vokabular, bei dem Linie, Fläche, Form und Farbe alleinige Bedeutungsträger sind. Inspiriert von der Kunst Wassily Kandinskys findet er diese zunächst mittels impulsiven, von Kompositionsregeln befreiten, expressiven Formulierungen. Bis etwa Anfang der 1920er Jahre nutzt er sie zur Veranschaulichung emotionaler Bewegung und moderner Spiritualität. Durch die Auseinandersetzung mit der Malerei Kasimir Malewitschs und Piet Mondrians gelangt Bauer dann zu einer Klärung seiner Darstellungsweise. Besonnen und differenziert legt er nun seine Kompositionen an, wobei er einzig einfache geometrische Formen verwendet. Mit diesem reduzierten Malstil hat er für sich die adäquate Ausdrucksmöglichkeit entwickelt, um die höchsten menschlichen Erkenntnisprinzipien zu verbildlichen. Bis zum Ende seines Schaffens bleibt er dieser Art der geometrischen Abstraktion treu. Mitte der 1930er Jahre steht Bauer auf dem Höhepunkt seines malerischen Werkes. Seine Bilder stellt er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika aus. So kann er 1936 durch seinen Mentor Solomon R. Guggenheim 60 Werke in zahlreichen Städten der USA präsentieren. Während er dort erfolgreich ist, wird Bauer in der Heimat von den Nationalsozialisten verfemt. Sie stellen 1937 einige seiner Arbeiten als entartete Kunst zu Schau. Im dem Jahr, in dem er Andante malt, wird er schließlich verhaftet. Es gelingt ihm, freizukommen und 1939 nach Amerika zu emigrieren. Nach Deutschland kehrt er nicht mehr zurück. Seine Kunst gerät hier nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit. Erst durch eine Ausstellung seiner Werke 1969 in Köln wird man wieder auf sie aufmerksam. BAUER, RUDOLF 1889 Lindenwald - 1953 Deal/New Jersey Andante. 1938. Oil on canvas. 131 x 131cm. Signed lower right: 'R.Bauer'. Verso also signed: 'R.Bauer', and four times inscribed: 'F.N. 199' as well as stamped on stretcher: 'Das Geistreich'. Framed. Provenance: The Solomon R. Guggenheim Collection, New York Private collection, North Germany Exhibition: The Solomon R. Guggenheim Museum, New York 1939, cat.-no. 199 Literature: Exhib.-cat.: Art of Tomorrow, Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings, New York 1939, cat.-no. 199 ill. pg.114 Vail, Karole (Ed.): The Museum of Non-Objective Paintings - Hilla Rebay and the Origins of the Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2009, ill.45 pg.63, ill.46 pg. 64, ill.116 pg. 173
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art Moderne
50968 Köln - Germany
11/28/2013
Offered by Van Ham
49 221 9258620