Lot no. 10
BAUMEISTER, WILLI Stuttgart 1889 - 1955 Amenophis. 1942. Öl und Kunstharz auf Hartfaser. 46 x 54cm. Signiert oben links: Baumeister. Modellrahmen. Provenienz: Mr. und Mrs. T. A. Noonan, Neu-Dehli/Indien Privatsammlung Deutschland Literatur: Beye, Peter/Baumeister, Felicitas: Willi Baumeister - Werkkatalog der Gemälde II, Ostfildern Ruit 2002, Wvz.-Nr. 996, mit s/w Abb. (hier mit dem Vermerk: Verbleib unbekannt) Grohmann, Will: Willi Baumeister - Leben und Werk, Köln 1963, Werkverzeichnis Nachtrag Nr. 1678 (hier betitelt: Amenophis II) Bedingt durch seine Entlassung aus dem Lehramt an der Frankfurter Kunstgewerbeschule 1933 und das später erfolgende Mal- und Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten ist Willi Baumeister bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zur inneren Emigration gezwungen. Trotz der damit verbundenen Einschränkungen und der Kriegsereignisse - seine Wohnung wird zerbombt und geplündert - bleibt seine künstlerische Schaffenskraft ungebrochen. Intensiv setzt er sich mit ur- und frühgeschichtlichen, afrikanischen sowie altorientalischen Bildzeichen auseinander und gewinnt neue, zeitgemäße Metaphern als Formeln für die Welt. Dabei verdrängt er immer mehr das Gegenständliche aus seinen Bildvorstellungen. So nehmen die Werke der 1930er und 1940er Jahre nicht nur eine wichtige Stellung im Oeuvre des Künstlers ein. Sie sind auch wegweisend für die abstrakte Malerei der Nachkriegszeit in Deutschland. Besonders in der ersten Hälfte der 1940er Jahre beschäftigt sich Baumeister mit unterschiedlichen Thematiken wie den Mauerformen und Positiv-Negativ-Strukturen. Auch setzt er sich mit der afrikanischen Kunst auseinander. Im Gegensatz zu den Expressionisten sieht er in ihr kein unmittelbares Vorbild, sondern allgemeingültige Bilder für das Werden des menschlichen Daseins, in dem das Mythische, der Rhythmus, das Erdbezogene, das Gleichnishafte und auch das Heilige mit einbezogen ist. Ihre stimulierende Kraft und ornamentalen Strukturen sowie ihre Farbklänge übersetzt er in ganz eigene Formfindungen, wobei er die meist eckigen Figurationen in ein festes, reliefartiges Gefüge einbindet. Ein wunderschönes Beispiel aus der Frühzeit dieser Schaffenszeit ist das hier vorgestellte Gemälde "Amenophis" (der altägyptische Name bedeutet: der Wind- und Fruchtbarkeitsgott Amun ist zufrieden). Ob Baumeister mit dem Titel auf einen der ägyptischen Könige gleichen Namens verweist, bleibt ungewiss. Eine eindringliche Kraft geht von dieser Darstellung aus, deren rätselhafte Hieroglyphen uns in ihren Bann ziehen. Sie sind Äußerungen des Unterbewussten und Symbole aus uraltem Erinnerungsgut. Baumeister gibt uns keinen Hinweis auf die Entschlüsselung. So obliegt es uns selbst, ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. BAUMEISTER, WILLI Stuttgart 1889 - 1955 Amenophis. 1942. Oil and synthetic resin on fibre. 46 x 54 cm. Signed upper left: Baumeister. Craftman's frame. Provenance: Mr. and Mrs. T. A. Noonan, New Delhi/India Private collection Germany Literature: Beye, Peter/Baumeister, Felicitas: Willi Baumeister - Werkkatalog der Gemälde II, Ostfildern Ruit 2002, cat.rais.no. 996, with b/w ill. (here with the comment: wherebaouts unknown) Grohmann, Will: Willi Baumeister - Leben und Werk, Cologne 1963, catalogue raisonné addendum no. 1678 (here titled: Amenophis II)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art Moderne et Contemporain
50968 Köln - Germany
11/27/2014
Offered by Van Ham
49 221 9258620