Lot no. 375
Bedeutende, museale, große Prunkschale in Silber, Email und geschliffenem Kristall
Höhe: 6 cm.
Durchmesser (über die nach außen vorragenden Blütenfestons hinweg): 60,5 cm.
Meister, wohl Wittek, vgl. Neuwirth VII - 4 - 15
Wien, Ende 19. Jahrhundert.
Um den Fuß wohl aus der Entstehungszeit umlaufende Schnur mit einem Bleisiegel, am Silberrand Wiener Beschaumarken sowie Meistermarke W im Queroval. Weite, nahezu flache Fußschale, gebildet aus zwei um einen Spiegel laufende Silberrahmungen, die bis zum Spiegel hin verbunden sind durch sechs sich nach innen verjüngende Lisenen, wie die Rahmen selbst im Grund vergoldet und darauf reiche Applikation von Rollwerk- und Groteskendekoration in Silberrelief, emailliert in weißem opakem sowie rotem, smaragdgrünem und blauem sowie hellblauem Transluzidemail.
Der Innenspiegel vertieft, zeigt eine Silberplatte mit symmetrischer Ornamentgravur, umzogen von einer goldgrundigen Kehle, darauf entsprechende, emaillierte Reliefapplikationen in Form von sechs weiß emaillierten, jugendlich- weiblichen Medusenmasken, dazwischen in Spiegelung Greifenfiguren mit hochgestellten Flügeln und Akanthusblatt-Schwänzen.
Die von den Masken zum äußersten Rand hochziehenden Lisenen zeigen im Aufbau zum äußeren Rand hin eine weibliche Herme, jeweils mit hochgestellten Armen, die einen bogigen Früchte- und Blütenkranz tragen, der über den äußeren Schalenrand hinauszieht.
Der Unterleib in Art eines bunt emaillierten Gefieders, gearbeitet mit Lambrequinmotiven, darunter jeweils frontale Schwanenfigur mit hochgestelltem, rot und grün emailliertem Gefieder, der Schwanenhals nach unten geschweift. Darunter weitere weiß emaillierte Frauenmaske in Velumeinfassung über einer Fantasievase, die im unteren Teil kanneliert ist.
In den umlaufenden Bändern geschieht die Rhythmisierung des Dekors wieder durch weiße, männliche und weibliche Masken in Rollwerk und Grotesken-Kartuschen.
Die insgesamt zwölf segmentbogig eingelassenen Bergkristallflächen zwischen den Silberrahmungen mit äußerem Facettenschliff und innerem, die gesamte Kristallfläche verziehendem, symmetrisch entwickeltem Arabeskendekor im Glasschnitt, darin Greifen- und Schwanenmotive und eingerollte Blätter.
Die Unterseite der Fußschale ebenso reich dekoriert, hier jedoch auf vergoldetem Silbergrund Groteskengravuren, dazwischen quadratische, fein ziselierte Schraubengegenmuttern als Halterungen der oberseitigen Applikationen.
Der Rundfuß sowohl außen, als auch innen entsprechend dekorativ graviert, mit umlaufender Hohlkehle. (8915423)
Important, museum-like large bowl in silver, enamel and cut crystal
Height: 6 cm.
Diameter (including the protruding flower festoons): 60.5 cm.
Master's mark 'W'.
Vienna, End of the 19th century.
Pictures credits: Contact organization
Miscellaneous
About the sale04/11/2013
Catalog
I. Mobilier, Sculpture, Objet d'Art, Ivoire, Cristal de Roche, Argenterie...
80799 München - Germany
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