Lot no. 49
Bernhard Heiliger (Stettin 1915 – 1995 Berlin)
„Kleiner Phönix III“. 1962
Bronze mit grünlicher Patina. 140 × 80 × 36 cm ( 55 ⅛ × 31 ½ × 14 ⅛ in.). Auf der Rückseite unten signiert und bezeichnet: Heiliger I.
Wellmann 257.–
Einer von 4 Güssen. [3538]
Provenienz: Nachlass Günter Winkelmann, Düsseldorf (seitdem in Familienbesitz)
Ausstellung: Bernhard Heiliger - Retrospektive. Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum; Heilbronn, Städtische Museen, 1985/86, Kat.-Nr. 9, Abb. S. 41
„Phönix“: Selten verweist der Titel einer künstlerischen Arbeit der Moderne so schlüssig wie bei Bernhard Heiligers Skulptur auf die dem Werk zugrunde liegende Idee. Aus unbelebter Materie entwickelt sich Leben, formt sich zu einem geflügelten Wesen, das sich, die Schwere der Erde hinter sich lassend, in die Lüfte erhebt. Aus dem Körper, ungeformt und schwer, wachsen zwei geschlossene Flügel, einer fertig ausgebildet, der andere im Entstehen begriffen. Zarte Stäbe begleiten den Körper, sind energiegeladene Linien. Ein Stab greift in einer Kurve weit in den Raum aus, strebt in die Höhe. Hier ist die Richtung vorgegeben, in die sich der Phönix bewegen wird. Der Stab kann durch Bewegungen in der Umgebung oder einen Luftzug in Bewegung versetzt werden. Das feine Schwingen hat seinen Ausgangspunkt im bronzenen Körper; hier setzt die Bewegung an und pflanzt sich in die Unendlichkeit fort. Heiliger ist ein führender Protagonist der deutschen Nachkriegskunst. Er lässt seine Arbeiten in den Raum vorstoßen, verdeutlicht Energie. Die von ihm gefundenen Lösungen für den Gegensatz von Schwere und Leichtigkeit, Ruhe und Bewegung sind künstlerisch innovativ und dennoch bemerkenswert eindeutig lesbar. Er durchbricht mit seinen Arbeiten früh die Polarisierung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, welche die Diskussion innerhalb der plastischen Kunst der Nachkriegszeit beherrschte. Beides sind Gründe, die zu einer Vielzahl öffentlicher Aufträge an Bernhard Heiliger führten, unter anderem auf dem Ernst-Reuter-Platz in Berlin („Die Flamme“, 1962/63). OH
* Hauptwerk des Künstlers aus den frühen 1960er-Jahren
* Kraftvolle Skulptur, in der die Schwere des Materials durch Bewegung aufgehoben wird
Bernhard Heiliger (Stettin 1915 – 1995 Berlin)
“Kleiner Phönix III“. 1962
Bronze with greenish patina. 140 × 80 × 36 cm ( 55 ⅛ × 31 ½ × 14 ⅛ in.). Signed and inscribed on the reverse at the bottom: Heiliger I.
Wellmann 257.–
One of 4 casts. [3538]
Provenienz: Estate Günter Winkelmann, Dusseldorf (thence by descent to the present owner)
Ausstellung: Bernhard Heiliger - Retrospektive. Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum; Heilbronn, Städtische Museen, 1985/86, cat. no. 9, ill. p. 41
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