Lot no. 46
Bruno Goller (Gummersbach 1901 – 1998 Düsseldorf) „Das Haus brennt“. 1957 Öl auf Leinwand. 171 × 120 cm ( 67 ⅜ × 47 ¼ in.). Unten rechts signiert: Bruno Goller. [3095] Provenienz: Galerie Rudolf Zwirner, Köln / Sammlung Willy und Fänn Schniewind, Neviges (1964 in der Galerie Zwirner erworben) / Privatsammlung, Rheinland Ausstellung: Bruno Goller. Werke aus sechs Jahrzehnten. Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 1986, Kat.-Nr. 30, Abb. S. 48 Literatur und Abbildung: Volker Kahmen: Bruno Goller. Edition Bahnhof Rolandseck, 1981. Abb. S. 48 „Das Haus brennt“ – und wenn schon, dem Haus und seinen Bewohnern passiert nichts. Voller Verwunderung blickt der Betrachter auf harmlose kleine Rauchwölkchen, die aus den offenen Fenstern hinaussegeln. Und fliegt dort nicht auch noch eine Vase mit Lilien durch die Luft, ganz zu schweigen von der riesigen Katze? Gollers Bilderfindungen folgen einer eigenen Logik, sie wurzeln zwar eindeutig im Gegenständlichen, lösen sich aber von der Dingwelt und entfalten ein merkwürdiges Eigenleben. Trotz des dramatischen Titels, der als Teil des Bildes die Handlung einfasst, gerät hier niemand in Panik. Das Bild und seine Motive setzen sich aus Erinnerungen Gollers zusammen. Es sind glückliche Kindheitserinnerungen an das Elternhaus in Gummersbach, das Putzmachergeschäft der Mutter, an Alltagsgegenstände und Haustiere. Für Goller war das Malen lebenswichtig: Er trennte sich zeit seines Lebens ungern von seinen Bildern, ließ sich kaum zu Ausstellungen überreden und lebte überaus zurückgezogen. Mit seinen Gemälden bannte er eigene Ängste und Unsicherheiten. Unsere Arbeit ist ein heiter stolzes Zeugnis für die Macht und den Schutz, die die eigenen Erinnerungen dem Maler boten. Aus der beschwörenden Intensität, mit der sich Goller immer wieder denselben Alltagsdingen in seiner Malerei nähert, entwickeln die Bilder ihre Kraft. In der Fläche des Bildraumes organisiert er die Motive in einer Weise, die nichts Zufälliges hat. In horizontaler und vertikaler Schichtung sind die Gegenstände verspannt. Ornamente, in unserem Fall dienen auch die Schriftzeichen als solche, verstärken den emblematischen Charakter seiner Motive. Die Eigenständigkeit eines Alltagsgegenstandes im Bild, seine Transformation in eine überzeitliche Chiffre faszinierte nicht nur Gollers Schüler an der Düsseldorfer Akademie, zu denen Konrad Klapheck und Blinky Palermo gehörten, sondern zunehmend auch die Öffentlichkeit. Dennoch war die erste Einzelausstellung 1958 in der Kestner-Gesellschaft Hannover, ein Jahr nachdem unsere Arbeit entstand, ein Wagnis. Zu ungewohnt war Gegenständliches auf dem Höhepunkt des Informel. Die Teilnahme Gollers an der documenta II 1959 in Kassel unterstreicht die Bedeutung des Malers, dessen Bilder auch heute noch Staunen machen. OH Bruno Goller (Gummersbach 1901 – 1998 Düsseldorf) „Das Haus brennt“. 1957 Oil on canvas. 171 × 120 cm ( 67 ⅜ × 47 ¼ in.). Signed lower right: Bruno Goller. [3095] Provenienz: Galerie Rudolf Zwirner, Cologne / Willy and Fänn Schniewind Collection, Neviges (acquired in 1964 at Galerie Zwirner) / Private Collection, Rhineland Ausstellung: Bruno Goller. Werke aus sechs Jahrzehnten. Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 1986, cat. no. 30, illustration p. 48 Literatur und Abbildung: Volker Kahmen: Bruno Goller. Edition Bahnhof Rolandseck, 1981. Ill. p. 48
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Drawings, watercolours and pastels
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Selected Works
10719 Berlin - Germany
11/29/2018
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0