Lot no. 139
Carl Blechen (Cottbus 1798 – 1840 Berlin) Teich mit Wald und Häusern. Aquarell auf Papier. 14,4 × 25,3 cm ( 5 ⅝ × 10 in.). Rückseitig mit den Stempeln Lugt 263b und Lugt 307c. Nicht bei Rave.– [3300] Provenienz: Nachlass des Künstlers / H. W. F. Brose, Berlin / Carl Brose, Berlin (1911) / Privatsammlung, Baden-Württemberg (erworben 1963 bei Karl & Faber, München, seitdem in Familienbesitz) Literatur und Abbildung: G(uido) J(oseph) Kern: Karl Blechen. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Verlag Bruno Cassirer, 1911, S. 168, Spalte 2, Nr. 5 Die Landschaft der Mark Brandenburg wurde im 19. Jahrhundert zweimal entdeckt. Einmal von Thedor Fontane und eine Generation zuvor von Carl Blechen. Der Berliner Maler hat auf den Streifzügen durch die Mark einen Landstrich in seinen Kunstwerken gebannt, der nichts ge-mein hatte mit den betulichen Schilderungen seiner Zeitgenossen oder gar des 18. Jahrhunderts. So wie er auch in Italien ein ganz anderes, raueres und schrofferes Land zu Kunst machte als die übrigen Künstler aus dem Zeitalter der Romantik, so verwandelt sich unter seinem Pinsel und Stift auch die Mark Brandenburg. Sie kann holländisch wirken, wenn er den Horizont tief nach unten zieht und einzelne Windmühlen markant platziert. Sie kann schroff und unheimlich sein, wenn er sich auf den Sand konzentriert, auf das Schrundige, auf die Füchse, die aus ihren Löchern kommen, und wenn die Erde aufgewühlt ist von den Wildschweinen. Brandenburg kann aber auch, wie auf unserem faszinierenden Aquarell, zu einer halben Dschungellandschaft werden. Dann wuchert nicht nur das Schilf, Blechens Lieblingspflanze, sondern die ganze Natur scheint er in ihrem unaufhörlichen Wachsen erfassen zu wollen. Man scheint zu spüren, wie das Wasser von unten durch die Wurzeln in den Kapillaren nach oben steigt, wie die Blätter sich dem Licht entgegenstrecken. Dem Wasser kommt in unserem Blatt eine besondere Bedeutung zu, dem moorigen, stehenden Gewässer galt in den 1820er-Jahren seine besondere Aufmerksamkeit. Durch die Regenwolken am Himmel zeigt Blechen in unserem Blatt den ewigen Kreislauf an, seine Konzentration gilt aber dem kleinen See oder Tümpel im Mittelgrund, in dem sich die Gebäude dahinter, die Bäume, der Himmel in einem abstrakten flirrenden Flickenteppich der Farben spiegeln. Wir danken Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, und Prof. Dr. Kilian Heck, Greifswald, für die freundliche Bestätigung der Authentizität des Aquarells. Carl Blechen (Cottbus 1798 – 1840 Berlin) Teich mit Wald und Häusern. Watercolour on paper. 14,4 × 25,3 cm ( 5 ⅝ × 10 in.). Stamped Lugt 263b and Lugt 307c on the reverse. Not in the catalogue raisonné by Rave.– [3300] Provenienz: Estate of the artist / H. W. F. Brose, Berlin / Carl Brose, Berlin (1911) / private collection, Baden-Wuerttemberg (acquired in 1963 at Karl & Faber, Munich, thence by descent to the present owner) Literatur und Abbildung: G(uido) J(oseph) Kern: Karl Blechen. Sein Leben and seine Werke. Berlin, Verlag Bruno Cassirer, 1911, p. 168, column 2, no. 5 We would like to thank Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, and Prof. Dr. Kilian Heck, Greifswald, for kindly confirming the authenticity the watercolour.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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19th Century Art
10719 Berlin - Germany
05/30/2018
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0