Lot no. 42
Carl Buchheister (1890 – Hannover – 1964)
„Composition: Fuge, grün, ocker“. 1925
Öl auf Glas (Hinterglasbild). Im originalen Künstlerrahmen. 22 × 26 cm ( 8 ⅝ × 10 ¼ in.). Unten rechts monogrammiert und datiert (eingeritzt): C.B. 25. Auf der Rückpappe mit Tuschfeder signiert, betitelt, datiert und bezeichnet: Carl Buchheister. Composition: Fuge, grün, oker [!]. 2[5] Hannover. Bürger- meister. Finkst[r.] 110.
Nicht bei Buchheister/Kemp.- Das Werk wird aufgenommen in das Archiv der Werke Buchheisters von Willi Kemp, Stuttgart.–
[3100]
Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland (vom Künstler erworben, seitdem im Familienbesitz)
„Avantgarde in der Provinzialstadt“ lautete der Titel eines Artikels in der Wochenzeitung Die Zeit, in dem 1987 eine Ausstellung im Sprengel Museum Hannover besprochen wurde. Ursula Bode würdigte darin „die abstrakten hannover“ („d.a.h.“), eine 1927 auf Initiative von Kurt Schwitters gegründete Gruppierung von Künstlern. Sie verstand sich als Ableger der Berliner Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten, die mit Herwarth Walden, seiner Galerie und der Zeitschrift „Der Sturm“ verbunden waren. Carl Buchheister, Rudolf Jahns, Hans Nitzschke, Friedrich Vordemberge-Gildewart und Kurt Schwitters wollten den Kon-struktivismus vorantreiben und standen deshalb in Kontakt mit dessen russischen Vertretern ebenso wie mit Mitgliedern von „De Stijl“ in den Niederlanden.
Buchheister, vier Jahre lang Vorsitzender der Gruppe, entwickelte seine ungegenständlichen Arbeiten zunächst aus der Natur und wurde dabei erst mit der Zeit geometrischer. Obwohl von der Kestnergesellschaft und dem damaligen Provinzialmuseum Hannover mit seinem Leiter Alexander Dorner unterstützt, hatten es Carl Buchheister und die anderen Künstler der Gruppe zunächst schwer, die Hannoveraner Öffentlichkeit für sich zu gewinnen. International hingegen ergaben sich Ausstellungsbeteiligungen und Kontakte von Paris bis New York. Die Nationalsozialisten beendeten die Aktivitäten der „abstrakten hannover“ und verfügten über ihre noch in Deutschland lebenden Mitglieder Buchheister und Jahns Malverbot.
Das Bild „Composition: Fuge, grün, ocker“ stammt aus der Gründungszeit der Gruppe. Buchheister nutzte dafür die traditionelle Technik der Hinterglasmalerei. Gestaffelte Quadrate und Rechtecke in Grau, Weiß, Grün und Hellbraun auf schwarzem Grund: kraftvolle Bildzeichen sind hier zur Ruhe gekommen. Buchheisters radikale Reduktion erinnert an Werke der Künstlergruppe „Abstraction-Création“ um Georges Vantongerloo, Sophie Taeuber-Arp, Hans Arp und Naum Gabo in Paris. Dieser Gruppe trat Buchheister im Jahr 1933 bei. Nach 1945 vollzog Buchheister einen Neubeginn und erreichte einen informellen, teils ornamentalen Stil von spielerischer Poesie. EO
Carl Buchheister (1890 – Hanover – 1964)
„Composition: Fuge, grün, ocker“. 1925
Oil on glass (reverse glass picture). In original artist&apos s frame. 22 × 26 cm ( 8 ⅝ × 10 ¼ in.). Monogrammed and dated lower right (incised): C.B 25. Signed, titled, dated and inscribed with pen and India ink on the cardboard backing: Carl Buchheister. Composition: Fuge, grün, oker [!]. 2[5] Hannover. Bürgermeister. Finkst[r.] 110.
Not in the catalogue raisonné by Buchheister/Kemp.- The work will be included in the Buchheister archive of the works by Willi Kemp, Stuttgart.–
[3100]
Provenienz: Private collection, southern Germany (acquired from the artist, thence by descent)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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