Lot no. 216
Carl Rottmann (Handschuhsheim b. Heidelberg 1797 – 1850 München)
„LANDSCHAFT MIT STAUFEN BEI REICHENHALL“. Um 1838/42
Öl auf Leinwand. Doubliert. 96 x 136,5 cm ( 37 ¾ x 53 ¾ in.).
Nicht bei Bierhaus-Rödiger. – Mit einer Bestätigung (in Kopie) von Prof. Dr. Erika Rödiger-Diruf, Karlsruhe, vom 20. September 2013.–
[3270]
Gezeigt ist von einem erhöhten Standort der Weitblick über ein Flusstal, wohl die Saalach, auf das markante Gebirgsmassiv des Staufen zur Linken und eine Stadt zur Rechten, die von einem Felsberg überhöht wird, den seinerseits ein Gebäudekomplex bekrönt. Man ist an Salzburg erinnert, was zu der Annahme führt, dass der Künstler einen fiktiven Standpunkt auf dem südöstlich von Reichenhall gelegenen Untersberg eingenommen hat, von wo aus er diese den Staufen und Salzburg vereinende Ansicht erdacht hat.
Die Komposition weist keine rahmenden Elemente auf. Unter Augenhöhe erstreckt sich im unteren Bilddrittel eine breite Senke, die links mehre Baumgruppen aufweist und rechts der Mitte durch ein Felsplateau mit schroffen Abstürzen belebt wird. Zu dessen Füßen steht links ein einfaches Holzhaus mit Verschlag an einem Tümpel und schlängelt sich rechts zwischen Felsbrocken ein Gewässer in Richtung auf einen Wald, der - undetailliert gemalt - die zum Rand hin leicht ansteigende Senke bedeckt. Wenige Menschen beleben die Szenerie, – rechts neben dem Gewässer ein Mann mit zwei Hunden, links eine Bäuerin mit einem Kind und einem Korb auf dem Kopf.
Der Mittelgrund zieht sich als weite helle Ebene in die Tiefe, wo, wie eingangs erwähnt, der Staufen und die Stadt markante Fixpunkte bilden. Hinter diesen Erhebungen sind im Dunst ferne Bergrücken vage erkennbar. Ein hoher blauer Himmel, auf dem eine gekurvte Wolkenformation einen bestimmenden Akzent setzt, überspannt die Landschaft.
Die Zuschreibung an Carl Rottmann ergibt sich sowohl aus dem Bildaufbau, als auch aus dem Malstil. Schon 1833 hatte Rottmann den Staufen bei Reichenhall zum Thema gewählt. Das vorliegende Gemälde dürfte einige Jahre später, also in der Zeit um 1838 -1842, entstanden sein. Die panoramaartige Komposition, aber auch manche Details wie die Baumgruppen, das Gewässer im Vordergrund oder die Wolkenformation deuten darauf hin, dass das Gemälde parallel zum Griechenlandzyklus, den Rottmann ab 1838 bearbeitete, entstanden ist. In dieser Zeit experimentierte Rottmann auch in maltechnischer Hinsicht, vor allem mit der Enkaustik, einer Wachsmaltechnik.
Insgesamt ist das Gemälde deshalb von besonderer Bedeutung, weil Rottmann ab den 1830er Jahren auf Verkaufsausstellungen der deutschen Kunstvereine durchaus mit großformatigen Bildern, die deutsche Motive zeigten, vertreten war, bis heute jedoch kein dementsprechendes Beispiel nachweisbar war.
Erika Rödiger-Diruf, Karlsruhe
Carl Rottmann (Handschuhsheim near Heidelberg 1797 – 1850 Munich)
„LANDSCHAFT MIT STAUFEN BEI REICHENHALL“. Circa 1838/42
Oil on canvas. Relined. 96 x 136,5 cm ( 37 ¾ x 53 ¾ in.).
Not in the catalogue raisonné by Bierhaus-Rödiger. Accompanied by a confirmation (in copy) by Prof. Dr. Erika Rödiger-Diruf, Karlsruhe, dated 20 September 2013.–
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Drawings, watercolours and pastels
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