Lot no. 172
Carl Wilhelm Götzloff (Dresden-Neustadt 1799 – 1866 Neapel) „CASTEL DELL'OVO“. 1846 Öl auf Leinwand. 46,3 x 67,3 cm ( 18 ¼ x 26 ½ in.). Auf dem Keilrahmen oben links mit Feder in Schwarz beschriftet: „Castel dell' Ovo“ à Naples. In der Mitte auf einem Aufkleber mit Feder in Schwarz beschriftet: C. Götzlof No 16 1846 Neapel. Dort auch zwei Wachssiegel. Lentes 189.– Kleine Retuschen. [3121] Ausstellung: Carl Wilhelm Götzloff (1799–1866). Ein Dresdner Landschaftsmaler am Golf von Neapel. Lübeck, Museum Behnhaus Drägerhaus, und Koblenz, Mittelrhein-Museum, 2014, Kat.-Nr. 62, mit ganzseitiger Farbabbildung S. 138 1799 in Dresden geboren, besuchte Carl Wilhelm Götzloff von 1814 an die dortige renommierte Kunstakademie, konzen-trierte sich schon früh auf das Landschaftsfach und bewegte sich zugleich im Kreis um Caspar David Friedrich. Im Jahre 1821 brachte ihn ein Reisestipendium nach Italien. In einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich sein Italienaufenthalt von denjenigen seiner Dresdner Künstlerfreunde: hielten sich Ludwig Richter, Ernst Ferdinand Oehme oder Carl Wagner nur wenige Jahre unter mediterranem Himmel auf, um ihr Studium zu vervollkommnen, kehrte Götzloff nicht mehr nach Deutschland zurück. 1825 siedelte er nach Neapel über und sollte dort in den Folgejahren zu einem gefragten Landschafts- und Genremaler avancieren. Den malerischen Schönheiten des Golfes von Neapel sowie der Bucht von Sorrent galt dabei sein besonderes Augenmerk. Unser 1846 entstandenes Gemälde setzt sich ausschließlich aus vier Ingredienzien zusammen: Architektur, Berge, Wasser und Himmel. Von erhöhtem Standpunkt aus blickt der Betrachter auf denjenigen Abschnitt des Golfes, an welchem das markante Castel dell’Ovo, das den ältesten Teil der Festungsarchitektur der süditalienischen Metropole darstellt, malerisch ins tiefblaue Meer ragt. Der Name dieser wehrhaften Anlage verbindet sich mit Vergil, der laut legendarischer Überlieferung ein Ei in das Fundament der Festung gelegt haben soll. Aufgrund seiner exponierten Lage ist das Castel dell’Ovo nicht erst seit Götzloffs Zeiten den kanonisierten Motiven der Stadtlandschaft zuzurechnen. Seinen besonderen Reiz bezieht dieses Gemälde aus dem intensiven Kontrast der beiden unterschiedlichen Blauwerte von Himmels- und Meeresfläche, der sich in dieser Prägnanz im Werk von Götzloff eher selten findet. Und noch eine weitere Auffälligkeit bestimmt dieses Bild: während sich auf fast allen seiner Ansichten des Golfes der Vesuv als markanter Anhaltspunkt im Hintergrund abzeichnet, hat der Künstler in diesem Fall auf dessen Wiedergabe verzichtet. Stattdessen ist es der Monte Sant Angelo, der die höchste Erhebung der den Bildraum abschließenden Bergkette darstellt und welcher überdies durch die von der Abendsonne beschienenen Wolken akzentuiert wird. Konsequent dem Darstellungstypus der Landschafts- oder Stadtvedute verpflichtet, erreichte Götzloff durch die stimmungsvolle Verschmelzung seiner Bildelemente im südlichen Licht eine zarte Idealisierung. Markus Bertsch, Hamburg Carl Wilhelm Götzloff (Dresden-Neustadt 1799 – 1866 Naples) „CASTEL DELL'OVO“. 1846 Oil on canvas. 46,3 x 67,3 cm ( 18 ¼ x 26 ½ in.). On the stretcher bar upper left inscribed in pen and black ink: „Castel dell' Ovo“ à Naples. In the centre on a label inscribed in pen and black ink: C. Götzlof No 16 1846 Naples. There too, two wax signets. Lentes 189.– Minor retouchings. [3121] Ausstellung: Carl Wilhelm Götzloff (1799–1866). Ein Dresdner Landschaftsmaler am Golf von Neapel. Lübeck, Museum Behnhaus Drägerhaus, and Koblenz, Mittelrhein-Museum, 2014, cat. no. 62, with full-page colour illustration, p. 138
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art du XIXème siècle
10719 Berlin - Germany
06/03/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0