Lot no. 26
Conrad Felixmüller (Dresden 1897 – 1977 Berlin)
„Das Bildnis von meiner Mutter“. 1915
Öl auf Leinwand. 70,7 × 56 cm ( 27 ⅞ × 22 in.). Unten rechts signiert und datiert: Felix-Müller-15-. Auf dem Keilrahmen mit Bleistift betitelt und datiert: Bildnis der Mutter 1915.
Felixmüller 67.–
[3143]
Provenienz: Privatsammlung, Deutschland
Ausstellung: 42. Ausstellung. Berlin, Galerie Der Sturm, 1916, Kat.-Nr. 32 / Der Sturm – Herwarth Walden und die europäische Avantgarde. Berlin, Schloss Charlottenburg, Orangerie, 1961, Kat.-Nr. 112 / Conrad Felixmüller. Das frühe Werk. Berlin, Galerie Nierendorf, 1965, Kat.-Nr. 16 / Conrad Felixmüller. Bilder der 20er Jahre. Braunschweig, Kunstverein, Haus Salve Hospes, 1966, ohne Nr. / Conrad Felixmüller. Gemälde, Zeichnungen, Graphik. München, Galerie Wolfgang Ketterer, 1966, Kat.-Nr. 2, Abb. S. 2 / Conrad Felixmüller. Gemälde und Graphik. Wiesbaden, Städtisches Museum, 1966, Kat.-Nr. 1 / Conrad Felixmüller. Hamburg, Galerie Brockstedt, 1967, Kat.-Nr. 16 / Conrad Felixmüller. Malerei von 1913-1973. Berlin, ehemaliges Landwehrkasino Jebensstraße, 1973, Kat.-Nr. 6, Abb. / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Albertinum; Rostock, Kunsthalle; Berlin (Ost), Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Kupferstichkabinett, Sammlung der Zeichnungen, 1975/76, Kat.-Nr. 8, Abb. Tf. 2 / Conrad Felixmüller 1897-1977. Dortmund, Museum am Ostwall; Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein; Saarbrücken, Saarland Museum, 1978/79, Kat.-Nr. 129 / Conrad Felixmüller 1897-1977. Hamburg, Bayreuth und Moers, veranstaltet von Interversa Hamburg, 1981, Kat.-Nr. 3 / A Retrospective Exhibition of the Works of Conrad Felixmüller. Hong Kong Arts Centre, Pao Sui Loong Galleries, 1982, ohne Nr., Abb. o.S. / Conrad Felixmüller 1897–1977. Querschnitt durch sein Werk. Göttingen, Kunstverein, Altes Rathaus und Uelzen, Kunstverein, Schloss Holdenstedt, 1986 (Faltblatt) / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik, Skulpturen. Schleswig, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf; Düsseldorf, Kunstmuseum im Ehrenhof; Braunschweig, Kunstverein; Halle, Staatliche Galerie Moritzburg, 1990/91, Kat.-Nr. 3, Abb. S. 70 / Between Politics and Studio-Conrad Felixmüller. Leicester,
Leicestershire Museum and Art Gallery, 1994, Kat.-Nr. 6, Abb. S. 46 / Conrad Felixmüller: His Dresden Years. Tel Aviv, Tel Aviv Museum of Art, 1995, Kat.-Nr. 4
Literatur und Abbildung: Dieter Gleisberg: Conrad Felixmüller. Leben und Werk. Dresden, Verlag der Kunst, 1982, Abb. Tf. 25 / Guntram Vesper (Redaktion): Conrad Felixmüller: Menschen… erlebt, gezeichnet, gemalt – ein autobiografisches Fragment. Bremerhaven 1988, Abb. S. 9
Conrad Felixmüller war ein Frühberufener, dessen Talente von verschiedener Seite aus gefördert wurden und der schon als Jugendlicher mit großem Selbstbewusstsein in die Welt der Erwachsenen eintrat. Als 14-Jähriger erhielt er bereits Zeichenunterricht an der Kunstgewerbeschule Dresden, mit 15 wurde er in die Königliche Kunstakademie Dresden aufgenommen, in die Malklasse Carl Bantzers, der den Hochbegabten gerade mal eineinhalb Jahre später als Meisterschüler annahm. Als Felixmüller die Akademie verließ, um fortan als freischaffender Künstler zu arbeiten, zählte er 18 Jahre. Wie kommt ein junger Mensch zu einer Selbstsicherheit, die ihn befähigt, es mit der Welt aufzunehmen?
Natürlich spielen die Eltern eine wichtige Rolle, die dem jungen Felixmüller Raum gaben, seinen musischen Neigungen nachzugehen und sie weiterzuentwickeln. Das Antlitz der Mutter, Maria Karolina Müller, die der Sohn im Jahr seines Abgangs von der Akademie porträtierte, vermittelt den Eindruck einer starken und durchaus strengen Persönlichkeit. Sie hat die Hände ineinander verschränkt und zieht den rechten Mundwinkel leicht nach oben, als wolle sie nun mal sehen, was der mittlere ihrer Sprösslinge so aus ihr macht. Diese kritische Anteilnahme hat der Maler gut getroffen, und er bemüht sich erfolgreich darum, sein Gegenüber groß und repräsentativ ins Bild zu setzen. Der Kopf rückt fast bis an den oberen Rand, der rechte Arm sprengt schon das Rechteck und der linke ist in einer Weise angewinkelt, als bemühe sich die Dargestellte ein wenig, zumindest an dieser Seite noch im Bild zu bleiben. Felixmüller charakterisiert sie also als Persönlichkeit, die ein bisschen zu groß für das Bild ist, die er gerade noch so einfangen kann. Die Farbwahl unterstützt diesen Eindruck. Das Gesicht in expressivem Rotviolett strebt nach vorn, in großem Kontrast zu dem Kleid in seiner schwarzen Undurchdringlichkeit. Der orangefarbene Lichtreflex an der linken Schläfe stützt die ganze, leicht nach links abfallende Figur.
Der junge Maler spielt hier bereits virtuos mit Farbwerten zwischen warm und kühl, mit Kontrasten, die das Bild rhythmisieren, und mit Anklängen an eine kubistisch-prismatische Auffächerung. Doch belässt er es bei dieser Andeutung, schließlich handelt es sich um die eigene Mutter. So ist bei allem künstlerischen Furor der Respekt des Sohnes in dieser subtilen Darstellung spürbar. MS
Conrad Felixmüller (Dresden 1897 – 1977 Berlin)
„Das Bildnis von meiner Mutter“. 1915
Oil on canvas. 70,7 × 56 cm ( 27 ⅞ × 22 in.). Signed and dated lower right: Felix-Müller-15-. Titled and dated in pencil on the stretcher: Bildnis der Mutte 1915.
Felixmüller 67.–
[3143]
Provenienz: Private Collection, Germany
Ausstellung: 42nd Exhibition. Berlin, Galerie Der Sturm, 1916, cat. no. 32 / Der Sturm – Herwarth Walden und die europäische Avantgarde. Berlin, Schloss Charlottenburg, Orangerie, 1961, cat. no. 112 / Conrad Felixmüller. Das frühe Werk. Berlin, Galerie Nierendorf, 1965, cat. no. 16 / Conrad Felixmüller. Bilder der 20er Jahre. Braunschweig, Kunstverein, Haus Salve Hospes, 1966, without no. / Conrad Felixmüller. Gemälde, Zeichnungen, Graphik. München, Galerie Wolfgang Ketterer, 1966, cat. no. 2, illustration p. 2 / Conrad Felixmüller. Gemälde und Graphik. Wiesbaden, Städtisches Museum, 1966, cat. no. 1 / Conrad Felixmüller. Hamburg, Galerie Brockstedt, 1967, cat. no. 16 / Conrad Felixmüller. Malerei von 1913-1973. Berlin, ehemaliges Landwehrkasino Jebensstraße, 1973, cat. no. 6, illustration / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Albertinum; Rostock, Kunsthalle; Berlin (East), Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Kupferstichkabinett, Sammlung der Zeichnungen, 1975/76, cat. no. 8, illustration pl. 2 / Conrad Felixmüller 1897-1977. Dortmund, Museum am Ostwall; Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein; Saarbrücken, Saarland Museum, 1978/79, cat. no. 129 / Conrad Felixmüller 1897-1977. Hamburg, Bayreuth und Moers, veranstaltet von Interversa Hamburg, 1981, cat. no. 3 / A Retrospective Exhibition of the Works of Conrad Felixmüller. Hong Kong Arts Centre, Pao Sui Loong Galleries, 1982, without number, illustration unpaginated / Conrad Felixmüller 1897–1977. Querschnitt durch sein Werk. Göttingen, Kunstverein, Altes Rathaus und Uelzen, Kunstverein, Schloss Holdenstedt, 1986 (leaflet) / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik, Skulpturen. Schleswig, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf; Düsseldorf, Kunstmuseum im Ehrenhof; Braunschweig, Kunstverein; Halle, Staatliche Galerie Moritzburg, 1990/91, cat. no. 3, illustraton p. 70 / Between Politics and Studio-Conrad Felixmüller. Leicester,
Leicestershire Museum and Art Gallery, 1994, cat. no. 6, illustration p. 46 / Conrad Felixmüller: His Dresden Years. Tel Aviv, Tel Aviv Museum of Art, 1995, cat. no. 4
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