Lot no. 556
Conrad Felixmüller (Dresden 1897 – 1977 Berlin) „Portrait Heinz Mansfeld“. 1918 Öl auf Leinwand, auf Pressholz aufgezogen. 50 × 40 cm ( 19 ⅝ × 15 ¾ in.). Rückseitig mit dem Stempel: NACHLASS C. Felixmüller. Felixmüller 163.– [3143] Provenienz: Privatsammlung, Deutschland Ausstellung: Conrad Felixmüller, 1897–1977. Dortmund, Museum am Ostwall; Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein, und Saarbrücken, Saarland Museum, 1978/79, Kat.-Nr. 149 / Conrad Felixmüller. Werke und Dokumente. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, 1981/82, Kat.-Nr. 27, Abb. 45, S. 67 / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Hamburg, Galerie Brockstedt, 1984, Kat.-Nr. 6, m. Abb. / Conrad Felixmüller. Between Politics and Studio. Leicester, Leicestershire Museum and Art Gallery, 1994, Kat.-Nr. 12, Tf. 5 Literatur und Abbildung: Susanne Fiedler und Torsten Knuth: Vexierbilder einer Biographie: Dr. Heinz Mansfeld. In: Mecklenburgische Jahrbücher, 126. Jg., 2011, S. 285–323, hier S. 294, S. 296 und S. 295, Abb. 3 Der Kunsthändler Heinz Mansfeld „hat ja noch eine viel sensationellere Karriere gemacht als Du“, schrieb George Grosz im Sommer 1931 an seinen Freund Ede Plietzsch, „er begann als Kommunist und Klippschüler und Gehilfe von Pfemfert (Packer- und Adressenschreiber) und ist heute der erste Herr Direktor von Mathiessen ... und hat seit einiger Zeit sogar ein kleines feines Landgütchen im Mecklenburgischen ...“ Als Revolutionär hatte der 1899 geborene Mansfeld am Ende des Ersten Weltkriegs in Dresden angefangen. Dieses Feuer der Leidenschaft hat Conrad Felixmüller seinem Mitstreiter Mansfeld – beide traten 1919 in die KPD ein – ins kubistisch-kantige Gesicht gemalt, das im Kontrast zum kühlen Grün-Blau des Hemdes umso stärker lodert. Man glaubt, einen kommunistischen Politkommissar vor sich zu haben. Aber auch bei Heinz Mansfeld kam das Fressen vor der Moral. Er verdiente sich das Geld für seine Brötchen als Angestellter der renommierten Dresdner Kunsthandlung Emil Richter in der Prager Straße und ging dann zu Franz Pfemferts Buch- und Kunsthandlung „Die Aktion“ nach Berlin. Nach einer weiteren Station in Leipzig organisierte Mansfeld für die Berliner Galerie Matthiesen die Ausstellungen und Kataloge, die noch heute für den Anspruch und die Qualität dieser Berliner Kunsthandlung stehen: Henri de Toulouse-Lautrec 1925, ein Jahr später Honoré Daumier und 1928 Edouard Manet. Gerade in den Jahren der Weltwirtschaftskrise mischte Mansfeld im ganz großen Kunstgeschäft mit. Als Teil der Achse New York-London-Berlin-Moskau war Mansfeld Matthiesens Mann im sogenannten „Mellon-Syndikat“ in Moskau und vermittelte Bilder von Jan van Eyck, Sandro Botticelli und Rembrandt gegen Devisen ins kapitalistische Ausland, vor allem an den amerikanischen Bankier und Kunstsammler Andrew Mellon. Die NS-Zeit überstand Mansfeld als Geschäftsführer der Galerie Matthiesen. Gleich nach Kriegsende konnte er zu seiner ersten Liebe zurückkehren: Er trat (wieder) in die KPD ein und wurde 1949 Direktor des Mecklenburgischen Landesmuseums in Schwerin und zugleich Landeskonservator. 1956 holte er sogar seine Promotion nach, doch drei Jahre später beging Heinz Mansfeld Selbstmord. Er wurde keine 60 Jahre alt. (zusammengestellt nach Fiedler/Knuth 2011) Conrad Felixmüller (Dresden 1897 – 1977 Berlin) „Portrait Heinz Mansfeld“. 1918 Oil on canvas, laid down on pressed wood. 50 × 40 cm ( 19 ⅝ × 15 ¾ in.). Stamp on the reverse: NACHLASS C. Felixmüller. Felixmüller 163.– [3143] Provenienz: Private Collection, Germany Ausstellung: Conrad Felixmüller, 1897–1977. Dortmund, Museum am Ostwall; Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein, and Saarbrücken, Saarland Museum, 1978/79, cat. no. 149 / Conrad Felixmüller. Werke und Dokumente. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, 1981/82, cat. no. 27, illustration 45, p. 67 / Conrad Felixmüller. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Hamburg, Galerie Brockstedt, 1984, cat. no. 6, with illustration / Conrad Felixmüller. Between Politics and Studio. Leicester, Leicestershire Museum and Art Gallery, 1994, cat. no. 12, pl. 5 Literatur und Abbildung: Susanne Fiedler and Torsten Knuth: Vexierbilder einer Biographie: Dr. Heinz Mansfeld. In: Mecklenburgische Jahrbücher, 126. ed., 2011, p. 285–323, here p. 294, p. 296 and p. 295, illustration 3
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11/30/2018
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