Lot no. 47
Cy Twombly (Lexington/Virginia 1929 – 2011 Rom)
„SILEX SCINTILLANS“. 1981/82
Öl, Farbkreide und Bleistift auf Fabriano-Velin. 100 x 70,6 cm ( 39 ⅜ x 27 ¾ in.). Oberhalb der Mitte monogrammiert und datiert: CT aug 81 mar 82. Unten betitelt: SILEX SCINTILLANS.
Lambert 164.–
[3010]
Provenienz: Privatsammlung, Berlin (1982 in der Galerie Karsten Greve, Köln, erworben)
Ausstellung: Cy Twombly. Arbeiten auf Papier 1981-82. Köln, Galerie Karsten Greve, 1982, Kat.-Nr. 33, mit ganzs. Farbabb
Die farbige Zeichnung „Silex Scintillans“ scheint auf den ersten Blick an eine Landschaft, den Verlauf einer Bucht oder auch einen Gebirgszug über dem Meer zu erinnern. Ein warmer, rot verdichteter Kern wird in deutlichem Kontrast von einer kühlen, blauen Linienstruktur eingeschlossen. Darüber liegt wie eine schützende Haube eine gelbe Linie. Blau und Gelb führen farbig unverändert zur rechten Blatthälfte, das Rot hingegen verläuft, abgeschwächt und mit Weiß vermengt, zum rechten Bildrand. Unterhalb der Lineaturen hat Twombly in Blau und Schwarz in Großbuchstaben den Titel „Silex Scintillans“ notiert, rechts ist das Blatt mit einem weit auseinander gezogenen „C T“ in Rot monogrammiert und daneben der Zeitraum festgehalten, in dem die Zeichnung entstanden ist: „aug 81 / mar 82“.
Bereits 1957 tauchen erste lesbare Zeichen, Zitate und Texte als Bestandteile in Cy Twomblys Bilderns auf. Verschiedene Ausdrucksebenen gehen dabei eine vibrierende Synthese ein. Die Suche nach dem Sinn von Malerei, Zeichnung und Schrift wird der Assoziation des Betrachters überlassen. Twombly selbst hat hervorgehoben: „Das Malen bestimmt das Gebilde, deshalb erklärt es weitgehendst die Idee oder den Gefühlsinhalt eines Bildes.“
Als Twombly im August 1981 mit der Arbeit „Silex Scintillans“ begann, hielt er sich in der italienischen Hafenstadt Gaeta auf, deren malerische landschaftliche Umgebung offenbar die Zeichnung inspiriert hat. Auch im Folgejahr hat der Künstler das zwischen Rom und Neapel gelegene Küstenstädtchen besucht, in dem er schon bald seinen Lebensmittelpunkt wählte. Mit dem lateinischen Titel „Silex Scintillans“ (Funkensprühender Stein) verweist Twombly auf das 1650 erschienene gleichnamige Hauptwerk des walisischen Dichters Henry Vaughan (1622-1695). Der funkensprühende Stein ist darin die Metapher für ein durch die Worte Gottes wiedererwecktes erkaltetes Herz. Die Natur dient der Verwirklichung einer göttlichen Idee. Das Titelblatt der ersten Ausgaben Vaughans zeigt Gottes Hand, die durch Wolken greifend, mittels Berührung einen Stein in Form eines Herzens unter sprühenden Funken zum Schmelzen bringt. (AGT)
Cy Twombly (Lexington/Virginia 1929 – 2011 Rome)
„SILEX SCINTILLANS“. 1981/82
Oil, coloured chalk and pencil on Fabriano wove paper. 100 x 70,6 cm ( 39 ⅜ x 27 ¾ in.). Above the centre monogrammed and dated: CT aug 81 mar 82. Titled at the bottom: SILEX SCINTILLANS.
Lambert 164.–
[3010]
Provenienz: Private collection, Berlin (acquired 1982 at Galerie Karsten Greve, Cologne)
Ausstellung: Cy Twombly. Arbeiten auf Papier 1981-82. Cologne, Galerie Karsten Greve, 1982, cat. no. 33, with full-page colour illustration
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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