Lot no. 38
Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) „STILLEBEN MIT EINER WEISS BLÜHENDEN AMARYLLIS UND EINER ROTEN MADONNENFIGUR“. Um 1930/40 Aquarell auf Japanbütten. 46,2 x 33,5 cm ( 18 ¼ x 13 ¼ in.). Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Mit einer Bestätigung (in Kopie) von Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 10. Februar 2010.– Kleine Randmängel. [3389] Provenienz: Privatsammlung, Norddeutschland Hans Purrmanns Entwicklung als Künstler kann man nur als Bilderbuchkarriere bezeichnen: Als Sohn eines Malers in Speyer nahm er bereits als 17jähriger ein Studium an der Münchner Akademie der bildenden Künste auf und wurde Schüler von Franz von Stuck, gemeinsam mit Paul Klee und Wassily Kandinsky. In Paris lernte er später Pablo Picasso und Henri Matisse kennen und wurde 1908 Obmann der dortigen „Académie Matisse“. Seine eigene Malerei zeigt zwar deutliche Einflüsse der Franzosen Matisse, Cézanne und Renoir, doch fand Purrmann zu einem individuellen, charakteristischen Malstil mit einer motivischen Vorliebe für lichtdurchflutete Interieurs und mediterrane Landschaften. Das Ölbild „Gladiolen und Kapuzinerkresse in Henkelvase“ entstand während eines Aufenthalts in Rom von 1923 bis 1928. Wenngleich das Hauptaugenmerk des Malers immer den Pflanzen gilt, die er mit großer Akkuratesse und überlegtem Kolorit wiedergibt, reizt ihn ebenso die freiere Gestaltung der Umgebung mittels lockerem Pinselstrich. Der auffällige Paravent mit Vogel- und Landschaftsmotiven, der in gleich mehreren Stilleben Purrmanns den Hintergrund bildet, sowie der nach vorne gekippte Tisch mit rosafarbenem Tuch belegen den Einfluß des französischen Fauvismus und Kubismus. Sie verleihen dem Gemälde in Kombination mit dem reichen Blumenbouquet eine fast schon barocke Opulenz. Purrmann betätigte sich neben dem Malen auch als eifriger Sammler von Gemälden, Graphik, Teppichen und Antiquitäten. So verwundert es nicht, daß einige Stücke aus seiner Sammlung wiederholt in seine Blumenstilleben aufgenommen wurden. Die prachtvolle Majolika-Vase im Bildzentrum wird wie die Blumen auch mit feinem, präzisem Pinselstrich wiedergegeben und so in ihrer Bedeutsamkeit hervorgehoben. Sie war vermutlich Teil der Sammlung Purrmanns. Zahlreiche andere Vasen in seinen Blumenstilleben offenbaren die Vorliebe für solch kostbare Keramiken. (AF) Emil Nolde (Nolde 1867 – 1956 Seebüll) „STILLEBEN MIT EINER WEISS BLÜHENDEN AMARYLLIS UND EINER ROTEN MADONNENFIGUR“. Circa 1930/40 Watercolour on Japan laid paper. 46,2 x 33,5 cm ( 18 ¼ x 13 ¼ in.). Signed in pen and black ink lower right: Nolde. Accompanied by a confirmation (in copy) by Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, dated 10 February 2010.– Minor imperfections in the margins. [3389] Provenienz: Private collection, Northern Germany
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/27/2014
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0