Lot no. 45
Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „BARBAROS“. 1957 Öl auf Leinwand. 132 x 170 cm ( 52 x 66 ⅞ in.). Unten rechts signiert und datiert: Schumacher 57. Auf dem Keilrahmen mit Pinsel in Schwarz betitelt und mit Kugelschreiber datiert: Titel: Barbaros 10.IV.57. Rückseitig ein fragmentarisches Etikett der 29. Biennale Venedig, 1958. Auf dem Keilrahmen Etiketten der Ausstellungen Berlin 1957, Hannover 1961, Münster und Venedig 1962 (s.u.). Das Werk ist registriert im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Nummer 0/94.– [3109] Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland (vom Künstler erworben) Ausstellung: Deutscher Künstlerbund. 7. Ausstellung, mit Sonderausstellung Kunst am Bau. Berlin, Hochschule für bildende Künste, 1957, Kat.-Nr. 279 mit Abb. (anderer Zustand) / Emil Schumacher. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1961, Kat.-Nr. 44a / 31. Biennale Venedig, 1962, Kat.-Nr. 173 / Emil Schumacher. Münster, Westfälischer Kunstverein, Landes-museum, 1962, Kat.-Nr. 35 / Le grand geste! Informel und Abstrakter Expressionismus 1946-1964. Düsseldorf, museum kunst palast, 2010, Kat.-Nr. 132, ganzs. Farbabb. S. 149 Literatur und Abbildung: Werner Schmalenbach: Emil Schumacher. DuMont Buchverlag, Köln 1981, S. 64, Abb. 27 auf S. 147 1945: eine ungeheuerliche und nahezu unüberwindliche Zäsur. Zusammenbruch, Befreiung, Neuanfang. Doch wo anknüpfen und wie? Für viele Künstler waren selbst die Strömungen der zwanziger Jahre nicht der richtige Weg für eine Neubesinnung. Eine schöpferische Welterfahrung ohne Figur und Gegenstand wurde für viele Maler der einzig gangbare Weg. Befördert durch den amerikanischen Abstrakten Expressionismus und die École de Paris, entwickelte sich das Informel zur wegweisenden Richtung in der europäischen Malerei zwischen etwa 1950 und 1960. Klassische Form- und Kompositionsprinzipien wurden ebenso abgelehnt wie die geometrische Abstraktion. Die Bildform sollte ebenso offen wie prozessual sein. „Barbaros“ gehört zu den ersten Arbeiten, in denen Schumacher eine ganz eigene „informelle“ Bildsprache fand, die ihn zu einem der großen deutschen Maler des 20. Jahrhunderts werden ließ. Das anspruchsvolle Format zeigt eine ovale Form aus verhalten leuchtendem Orange. Die Wärme des Farbtons läßt das umgebende Weiß sich wie schmelzendes Eis an die Bildränder zurückziehen. Doch existiert auch noch ein anderer, „gefährlicher“ Gelbton. Für Schumacher hat Gelb „einen unbeschreiblichen Reiz, [...] es riecht süß, es schmeichelt wie Moos, und man übersieht die Otter, die darin eingeringelt liegt. Unbekannte Gefahr“ (Emil Schumacher. Leben in der Malerei, Gespräche und Texte, Ostfildern, Hatje Cantz Verlag, 2008, S. 25). Offenbart sich in der Farbe ein Nachhall eigenen Erlebens? Ein grau-weißes Lineament überzieht das Bild. Die Linien, streng gerade, raumgreifend geschwungen oder unentschieden abbrechend, werden kontrastiert mit Punkten in Schwarz und wenigen Flecken in Rot. Das Geflecht scheint auf dem Weg zu einer Figuration zu sein, zu welcher, bleibt allerdings offen. Farben und Linien verharren in einem Schwebezustand, der den ästhetischen Reiz dieses Bildes von Schumacher ausmacht. Der Maler hat bekannt, dem Material, den Farben also und den Formen, oft seinen Willen gelassen zu haben. Dieses sich „Mitreißenlassen“ ist auch für den heutigen Betrachter eine beglückende Erfahrung. (OH) Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „BARBAROS“. 1957 Oil on canvas. 132 x 170 cm ( 52 x 66 ⅞ in.). Signed and dated lower right: Schumacher 57. On the stretcher titled with brush in black and dated in ballpoint pen: Titel: Barbaros 10.IV.57. On the reverse a fragmentary label of the 29th Venice Bienniale, 1958. On the stretcher labels of the exhibitions Berlin 1957, Hanover 1961, Münster and Venice 1962 (see below). The work is recorded in the archive of the Emil Schumacher Stiftung, Hagen, as number 0/94.– [3109] Provenienz: Private collection, southern Germany (acquired from the artist) Ausstellung: Deutscher Künstlerbund. 7. Ausstellung, mit Sonderausstellung Kunst am Bau. Berlin, Hochschule für bildende Künste, 1957, cat. no. 279 with ill. (in another state) / Emil Schumacher. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1961, cat. no. 44a / 31st Venice Biennale, 1962, cat. no. 173 / Emil Schumacher. Münster, Westfälischer Kunstverein, Landesmuseum, 1962, cat. no. 35 / Le grand geste! Informel und Abstrakter Expressionismus 1946-1964. Düsseldorf, museum kunst palast, 2010, cat. no. 132, full-page colour ill. p. 149 Literatur und Abbildung: Werner Schmalenbach: Emil Schumacher. DuMont Buchverlag, Cologne 1981, p. 64, ill. 27 on p. 147
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Drawings, watercolours and pastels
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Catalog
06/04/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0