Lot no. 50
Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „Ganigam“. 1975 Öl und Asphalt auf Leinwand. 166 × 163 × 6 cm ( 65 ⅜ × 64 ⅛ × 2 ⅜ in.). Unten rechts signiert und datiert: Schumacher 75. Das Werk ist registriert im Archiv der Emil Schumacher Stiftung, Hagen, unter der Nr. 0/271.– [3129] Provenienz: Privatsammlung, Deutschland Ausstellung: Emil Schumacher. Locarno, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, 1994 / Emil Schumacher. Retrospektive/Rétrospective. Paris, Galerie nationale du Jeu de Paume; Hamburg, Kunsthalle; München, Haus der Kunst, 1997/98, Kat.-Nr. 24, Abb. S. 74 Literatur und Abbildung: Ausst.-Kat. Emil Schumacher. Arbeiten auf Papier 1957-1982. Ausstellung zum 70. Geburtstag. Hannover, Kunstmuseum mit Sammlung Sprengel, 1982, S. 23 mit Abb. / Ernst-Gerhard Güse: Emil Schumacher. Das Erlebnis des Unbekannten. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2012, Abb. S. 305 Wenige deutsche Künstler haben der Abstraktion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so kraftvoll Ausdruck verliehen wie Emil Schumacher. Im Jahr 1975, als der Maler das Bild „Ganigam“ vollendete, stand er auf dem Zenit seines Könnens. Die Teilnahme an der Documenta VI, die insgesamt dritte seiner Karriere, kündigte sich an, auch sonst genoss der 1912 im westfälischen Hagen geborene Künstler weithin Anerkennung. Damals arbeitete er bereits regelmäßig einen Teil des Jahres auf Ibiza, was ihn offenkundig nachhaltig inspirierte. Auch das Gemälde, dem Schumacher den Fantasie-Titel „Ganigam“ gab, scheint seinen Aufenthalten auf der vom Massentourismus noch unentdeckten Insel einiges zu verdanken. Kritiker und Kuratoren, die sich mit Schumachers Schaffen beschäftigen, haben in der Vergangenheit immer wieder auf die enge Verbindung seiner Werke mit Phänomenen der Natur hingewiesen. Auch bei dem unter Verwendung von Ölfarbe und Asphalt in Mischtechnik entstandenen Bild „Ganigam“ klingen Analogien zu Landschaftsformationen an. Besonders deutlich wird dies bei dem dunkel leuchtenden Ultramarinblau, dem das Werk einen Großteil seiner Ausstrahlung verdankt. Natürlich denkt man dabei unmittelbar an die Farbe des Meeres in einer der zahlreichen kleinen Lagunen im Norden Ibizas. Es könnte aber auch der Abendhimmel bei Einbruch der Dunkelheit sein, dessen fernen, unbestimmten Klang Schumacher bei der Arbeit in seinem Atelier einfangen wollte. Auch die Oberfläche des Bildes, die er durch die aufgesetzten Brocken Asphalt brach, mag dem Betrachter Hinweise auf die inseltypischen Felsenstrukturen geben. Das Gleiche gilt für die helle Zone im oberen Bereich der Komposition, der Schumacher eine Art schwarze Umrisslinie gegeben hat. Womöglich handelt es sich dabei um die Silhouette einer der Bergketten im Inselinneren, nur um 180 Grad gedreht und auf den Kopf gestellt. Der große Reiz der Bilder von Emil Schumacher – und auf „Ganigam“ trifft dies in besonderem Maße zu – liegt jedoch darin, dass all diese Spekulationen zutreffen könnten, dass aber auch das genaue Gegenteil plausibel wäre. Die Kunst von Schumacher ist die Kunst der Offenheit, der Freiheit der Gedanken und der unendlichen Möglichkeiten des Sehens. Dies macht, das beweist diese Arbeit eindrucksvoll, den Rang Emil Schumachers aus. UC Emil Schumacher (Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza) „Ganigam“. 1975 Oil and asphalt on canvas. 166 × 163 × 6 cm ( 65 ⅜ × 64 ⅛ × 2 ⅜ in.). Signed and dated on the lower right: Schumacher 75. The work is registered in the archive of the Emil Schumacher Stiftung, Hagen, as number 0/271.– [3129] Provenienz: Private collection, Germany Ausstellung: Emil Schumacher. Locarno, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, 1994 / Emil Schumacher. Retrospektive/Rétrospective. Paris, Galerie nationale du Jeu de Paume; Hamburg, Kunsthalle; Munich, Haus der Kunst, 1997/98, cat. no. 24, ill. p. 74 Literatur und Abbildung: Exh. cat.: Emil Schumacher. Arbeiten auf Papier 1957-1982. Ausstellung zum 70. Geburtstag. Hanover, Kunstmuseum with Sammlung Sprengel, 1982, p. 23 , ill. / Ernst-Gerhard Güse: Emil Schumacher. Das Erlebnis des Unbekannten. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2012, ill. p. 305
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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10719 Berlin - Germany
11/30/2017
Offered by Grisebach
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