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Lot no. 276
Ernst Wilhelm Nay (Berlin 1902 – 1968 Köln) „Scheiben“. 1955 Gouache auf Velin. 16,5 × 24,1 cm ( 6 ½ × 9 ½ in.). Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert: NAY 55. Die Arbeit wird aufgenommen in den dritten Band des Werkverzeichnisses der Arbeiten auf Papier Ernst Wilhelm Nays von Elisabeth Nay-Scheibler und Magdalene Claesges, Köln (in Vorbereitung).– [3410] Provenienz: Galerie Der Spiegel, Köln (bis 1995) / Privatsammlung, Rheinland (bis 2011) Literatur und Abbildung: Auktion 185: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 28. Mai 2011, Kat.-Nr.465 Mit der deutschen Malereigeschichte des 20. Jahrhunderts untrennbar verbunden ist seit 1956 der Begriff „Scheibenbild“. So nannte Ernst Wilhelm Nay eine Bilderfindung, die sich aus der Bewegung der Hand mit dem Pinsel auf der Leinwand allmählich entwickelt hatte. Schon in Nays „Rhythmischen Bildern“ zuweilen anzutreffen, setzte sich diese Form um die Mitte der 1950er-Jahre durch und bestimmte nahezu ein Jahrzehnt, bis um 1962, seine Darstellungen von Farbe in der Fläche. Dem Verzicht des Künstlers auf jegliche figürliche Abbildung seit ungefähr 1948 folgend, entfalten sich die Einzelformen im Bildformat großzügig übereinander gelagert, ineinander verschränkt oder vor farbigem Grund. Die Anordnung der Farben und auch der Fluss der Formen sind unabhängig und frei vollzogen. Trotz der zahlreichen Einzelheiten folgen alle Teile einer gemeinsamen Ordnung. „In kristallklarer, heller Farbigkeit komponierte er große und kleine Scheiben und ihre Zwischenformen zu einer bewegten Farbchoreographie auf der Fläche. Das Weiß der Leinwand bleibt nicht folienhafter Hintergrund, sondern wird als gleichwertige Farbe in die flächige Gestaltung des Bildes einbezogen“, beschreibt Elisabeth Nay-Scheibler diese Art zu malen im Werkverzeichnis der Ölgemälde (Band II, Köln, 1990, S. 62). Das über die Malschicht gespannte Liniengerüst in Schwarz setzt mit größter Leichtigkeit, aber entschieden Akzente, die den Farben Halt verleihen. „Meine Bilder fangen an mit Nichts, werden zu einem Rechenexempel und verwandeln sich in Kunst“, schrieb der Künstler am 29. Juni 1955 (E.W. Nay, Lesebuch. Selbstzeugnisse und Schriften 1931–1968. Köln, 2002, S. 117). Elke Ostländer, Berlin Ernst Wilhelm Nay (Berlin 1902 – 1968 Cologne) „Scheiben“. 1955 Gouache on wove paper. 16,5 × 24,1 cm ( 6 ½ × 9 ½ in.). Signed and dated in pencil lower right: NAY 55. The work will be included in the third volume of the Catalogue Raisonné of the Works on Paper of Ernst Wilhelm Nay by Elisabeth Nay-Scheibler and Magdalene Claesges, Cologne (in preparation).– [3410] Provenienz: Galerie der Spiegel, Cologne (until 1995) / Private Collection, Rhineland (until 2011) Literatur und Abbildung: Auction 185: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 28 May 2011, cat. no. 465
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Live
10/26/2018
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0

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