Lot no. 42
Ewald Mataré (1887 Aachen – 1965 Düsseldorf)
„Finnisches Pferd“. 1929/30
Bronze mit goldbrauner Patina. 26 × 23,5 × 6 cm ( 10 ¼ × 9 ¼ × 2 ⅜ in.). Auf der Plinthe sowie am Bauch des Pferdes jeweils die Stempelmarke mit dem Namenszug: MATARE.
Schilling 66 b.–
Eines von 14 Exemplaren. [3282]
Provenienz: Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen (vom Künstler erworben, seitdem in Familienbesitz)
Aus Aachen stammend, studierte Ewald Mataré an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin Malerei. Kurzzeitig war er Schüler von Lovis Corinth. Seine Hinwendung zur Plastik verdankte der Künstler einem Zufall: Auf der Insel Spiekeroog gingen ihm die Bretter zum Holzschnitt aus. So begann er mit Schnitzereien. Die früheste Arbeit, ein Portraitkopf seiner Frau Hanna, läßt nicht vermuten, daß es ein erster Versuch ist. Klar liegt die künstlerische Haltung zutage: Abstraktion der Detailformen und klare, gerundete Volumen. Neben dem menschlichen Körper entstehen Tierplastiken: Kühe, Hühner, Pferde, Katzen. Mit diesen Werken erringt Mataré Anerkennung bei Sammlern und der Kunstkritik. 1929 und 1930 verbringt der Künstler den Sommer teilweise in Finnland. Hier entsteht auch unsere Plastik.
Alle Körperteile sind abstrahiert dargestellt. Dabei zeigen die weichen Rundungen und minimalen Abweichungen in den „geraden“ Linien vor allem des Halses eine genaue Kenntnis der Anatomie. In der Skulptur offenbart sich die Schönheit und Eleganz eines Pferdes, doch ist der Arbeit noch mehr eingeschrieben. Mataré war zeitlebens fasziniert von den Höhlenzeichnungen, den Ornamenten und Skulpturen der frühen Menschheitsgeschichte. Welches Denken und welche Kräfte wirken im Menschen, seine Umwelt so abzubilden, daß aus dem Naturvorbild etwas Neues, spirituell Aufgeladenes entsteht? Der Impuls zur künstlerischen Formgebung ist offenbar tief im Menschen verwurzelt. Mataré zeigt in seinen Plastiken das geistige Fundament menschlicher Existenz. OH
Wir danken Dr. Maja Kufferath (geb. Schilling), Düren, für freundliche Hinweise
Ewald Mataré (1887 Aachen – 1965 Düsseldorf)
„Finnisches Pferd“. 1929/30
Bronze with golden brown patina. 26 × 23,5 × 6 cm ( 10 ¼ × 9 ¼ × 2 ⅜ in.). On the plinth and on the abdomen of the horse with the stamped signature mark: MATARE.
Schilling 66 b.–
One of 14 copies. [3282]
Provenienz: Private collection, North Rhine-Westphalia (acquired from the artist, thence by descent to the present owner)
We would like to thank Dr. Maja Kufferath (née Schilling), Düren, for kindly providing additional information
Pictures credits: Contact organization
Sculpture and bronzes
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