Lot no. 53
Fritz Winter (1905 Altenbögge – 1976 Herrsching/Ammersee)
„Triebkräfte der Erde“. 1944
Öl auf Papier. 29,5 × 20,8 cm ( 11 ⅝ × 8 ¼ in.). Unten rechts mit Bleistift monogrammiert und datiert: FW 44.
Lohberg 799.–
Am Oberrand fest ins Passepartout montiert, obere rechte Ecke wieder angesetzt. [3567]
Provenienz: Günther Franke, München / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen
Ausstellung: Fritz Winter. Triebkräfte der Erde. Münster, West-fälisches Landesmuseum für Kunst und Kultur-geschichte, und Villingen-Schwenningen, Städtische Galerie im Beethovenhaus, 1981/82, Kat.-Nr. 77, Farbabb. / Neue Formen. Fritz Winter – Arbeiten auf Papier 1925-1975. Stuttgart, Kunstmuseum, 2006, Kat.-Nr. 144, Farbabb. S. 111
Literatur und Abbildung: Die Kunst und das schöne Heim, München, 1956, H. 9, Abb. / Werner Haftmann: Fritz Winter. Triebkräfte der Erde – 16 Ölblätter. München, Piper Verlag, 1957, Farbabb. o.S
In der abstrakten Kunst nach 1945 nehmen Fritz Winters Werke eine eigenst.ndige Position ein. Seine Kriegserlebnisse – er wurde 1944 in Rußland verwundet – und
die leidvollen Erfahrungen im Nationalsozialismus, der ihn als „entarteten“ Künstler diffamiert hatte, verarbeitete der Maler w.hrend eines Genesungsurlaubs in 46 kleinformatigen Bl.ttern unter der gemeinsamen Überschrift „Triebkräfte der Erde“. Die lebenspendende Energie der Natur war sein Thema. Jenseits aller Ideologien und Thesen versuchte er zu beschreiben, woher der Mensch gekommen war und welchen Platz er im Gefüge des Kosmos einnahm. Winter bediente sich dabei einer
denkbar einfachen, nämlich ungegenständlichen Sprache, die an seine Lehrer am Bauhaus in Dessau, Kandinsky und Klee, erinnert. Der Betrachter sollte nicht auf eine bestimmte Darstellung festgelegt und sein Denken in keine vorgezeichnete Richtung beeinflußt werden.
„Obwohl die Blätter ungegenständlich sind, stellen sich doch im Hinblick auf den Titel der Folge gegenständliche Assoziationen ein. Man mag an Wurzelwerk und sprießende Keime, an überfrorene Herbstblätter und an kahle Baumstämme, an kristallines, sich brechendes Licht denken. [...] Fl.chen stehen für die Dynamik des
Werdenden. [...] In der Dynamisierung und Regellosigkeit der Flächen jedoch, die dem schöpferischen Urzustand verwandter zu sein scheint, vor allem aber in ihrer metaphysischen Dimension stehen sie in der Tradition der deutschen Romantik.“ (Angela Schneider in: Ausst.–Kat. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland 1945–1985, Nationalgalerie Berlin, 1985, S. 32) EO
Fritz Winter (1905 Altenbögge – 1976 Herrsching, Ammersee)
„Triebkräfte der Erde“. 1944
Oil on paper. 29,5 × 20,8 cm ( 11 ⅝ × 8 ¼ in.). Monogrammed and dated in pencil lower right: FW 44.
Lohberg 799.–
In the upper margin firmly mounted in mat, upper right corner reattached. [3567]
Provenienz: Günther Franke, Munich / private collection, North Rhine-Westphalia
Ausstellung: Fritz Winter. Triebkräfte der Erde. Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, and Villingen-Schwenningen, Städtische Galerie im Beethovenhaus, 1981/82, cat. no 77, colour ill. / Neue Formen. Fritz Winter – Arbeiten auf Papier 1925-1975. Stuttgart, Kunstmuseum, 2006, cat. no. 144, colour ill. p. 111
Literatur und Abbildung: Die Kunst und das schöne Heim, Munich, 1956, vol. 9, ill. / Werner Haftmann: Fritz Winter. Triebkräfte der Erde – 16 Ölblätter. Munich, Piper Verlag, 1957, colour ill, no page numbers
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