Lot no. 24
Gabriele Münter (Berlin 1877 – 1962 Murnau) „Nordhang I“. 1932 Öl auf Karton. 41 × 32,8 cm ( 16 ⅛ × 12 ⅞ in.). Rückseitig oben links mit Bleistift bezeichnet, datiert und betitelt: No / 1932 Am 13ten April liegt Schnee. Nordhang I. Unten links mit dem Stempel in Violett: GABRIELE MÜNTER NACHLASS; oben links auf einem kleinen Aufkleber die Nachlassnummer mit Feder in Schwarz beschriftet und gestempelt: L [= Landschaft] 302. Mit einer Bestätigung (in Kopie) von Dr. Alfred Gunzenhauser, München, vom 7.4.1971, dass das Bild im schriftlichen Nachlass der Künstlerin in der Städtischen Galerie, München, unter der Nummer L 302 registriert ist.– [3083] Provenienz: Sammlung Flitner, Tübingen (um 1970/71 in der Galerie Gunzenhauser, München, erworben) Diese Schneelandschaft ist ein schönes Beispiel für Münters hervorragende Fähigkeit, Gesehenes in einer Art Cloisonismus in flächige, gerahmte Formen zu gießen und durch die Präzision ihrer Farbwahl besondere Stimmungen zu wecken. Zusammen mit Wassily Kandinsky, den Münter 1902 an der Münchner Kunstschule „Phalanx“ kennengelernt hatte und der die folgenden Jahre bis zum Ausbruch des Krieges ihr Lebensgefährte war, hatte die Künstlerin den idyllisch gelegenen, kleinen Ort Murnau am Staffelsee entdeckt: „Die erste Studienzeit dort, im Spätsommer 1908, war ich voll von Bildern des Ortes und der Lage […]. Immer mehr erfasste ich die Klarheit und Einfachheit dieser Welt. Besonders bei Föhn standen die Berge als kräftiger Abschluss im Bilde, schwarzblau. Dies war die Farbe, die ich am meisten liebte“ (Annegret Hoberg und Helmut Friedel: Gabriele Münter 1877–1962, Ausst.-Kat. München 1992, S. 31). Der Ort Murnau sollte fortan nicht nur in Münters Leben eine zentrale Rolle spielen, er ist generell eng verbunden mit dem expressiven Aufbruch der Künstler des „Blauen Reiter“ in die Moderne. Ähnlich wie Dangast für die „Brücke“-Maler war Murnau für sie zum kreativen Rückzugsort geworden. Gabriele Münter, die nach der Trennung von Kandinsky einige Jahre in Skandinavien (u.a. in Kopenhagen) verbracht hatte, lebte ab 1920 abwechselnd in Köln, München und Murnau. Im Frühjahr 1931 zog sich die Künstlerin dauerhaft hierhin zurück, um sich mit großer Schaffenskraft ihrer Malerei zu widmen. Eine Hauptgruppe der in Murnau entstandenen Arbeiten bilden die Landschaften, wobei ihr der Staffelsee ein geliebtes, immer wiederkehrendes Motiv ist, das sie zu allen Jahreszeiten aufgreift. Das Gemälde „Nordhang I“, das den Blick auf den Staffelsee freigibt, war der Künstlerin selbst sehr wichtig, darauf deutet der Umstand, dass sie davon – darin dem Beispiel Paul Klees folgend - eine zweite, allerdings vereinfachte Version mit dem Titel „Nordhang II“ anfertigte. GK Gabriele Münter (Berlin 1877 – 1962 Murnau) „Nordhang I“. 1932 Oil on cardboard. 41 × 32,8 cm ( 16 ⅛ × 12 ⅞ in.). Inscribed, dated and titled in pencil upper left: No / 1932 Am 13ten April liegt Schnee. Nordhang I. Lower left with the stamp in violet: GABRIELE MÜNTER NACHLASS; upper left on a small label inscribed with the estate number in pen in black and stamped: L [= landscape] 302. With a confirmation (in copy) of the galerist Dr. Alfred Gunzenhauser, Munich, dated 7.4.1971, that the image is registered in the written estate of the artist in the Städtischen Galerie, Munich, as number L 302.– [3083] Provenienz: Collection Flitner, Tübingen (acquired circa 1970/71 at Galerie Gunzenhauser, Munich)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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Oeuvres Sélectionnées
10719 Berlin - Germany
11/30/2017
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0