Lot no. 48
George Rickey (South Bend, Indiana 1907 – 2002 St. Paul, Minnesota)
„TWO LINES UP EXCENTRIC, VARIATION III“. 1975
Kinetische Edelstahlskulptur mit 2 beweglichen Nadeln (Außenskulptur). Höhe: 300 cm, Breite (im Ruhezustand): 94 cm, Nadeln: jeweils 211 cm (118 ⅛ in., 38 ¼ in., 83 ⅛ in.) ( 118 ⅛ in., Breite (im Ruhezustand): 37 in., Nadeln: jeweils 83 ⅛ in. (46 ½ ⅛ in., 15 ¼ in., 32 ⅝ ⅛ in.)). Auf der Bodenplatte signiert und datiert (eingeritzt): Rickey 1975.
Eines von 3 numerierten Exemplaren. Auf temporäre Betonverankerungskonstruktion montiert. [3533]
Provenienz: Privatsammlung, Großbritannien (erworben bei Gimpel & Hanover Galerie, Zürich/London, seitdem in Familienbesitz)
Ausstellung: George Rickey. Zürich/London Gimpel & Hanover Galerie, 1975, Kat.-Nr. 23, mit Abb
Zwei geknickte Stäbe, die sich nach oben hin wie Nadeln verjüngen, schreiben unsichtbare Kreise und Schleifen in die Luft. Sie nähern sich an, kurz hält man den Atem an, aber sie berühren sich nicht. Sie schwingen, pendeln oder stehen fast reglos im Raum. Rickey hat einmal bekannt, daß die Bewegungsarten, die dem kinetischen Künstler zur Verfügung stehen, überschaubar seien, kaum mehr als die zwölf Töne umfaßten, die der abendländischen Musik zur Verfügung stünden.
Hier wie dort existieren jedoch zugleich unerschöpfliche Möglichkeiten. Während aber das an den Notentext gebundene Musikstück bei jeder Aufführung zumindest ähnlich klingt, sind die Bewegungsmöglichkeiten einer Skulptur von Rickey unendlich. Die Abläufe gehorchen zwar den Naturgesetzen der Schwerkraft und der Luftenergie, doch die Skulptur ergibt sich auch den fließenden, modulierenden Kräften der Natur. Hierin liegt ein poetischer Gedanke.
Jede Skulptur von Rickey gibt sich in Material und geometrischer Form eindeutig als Werk des 20. Jahrhunderts zu erkennen. Anders als der von ihm bewunderte Alexander Calder versucht Rickey nicht, die Natur zu imitieren. Der Künstler denkt technisch-konstruktiv. Die Bewegungen seiner Arbeiten sind koordiniert und geformt. In unserem Fall ist der kurze Teil des geknickten Stabes viel schwerer als der lange Teil. Hierdurch bewegen sich die Stäbe langsam, fast zögerlich. Das Vordringen in den Raum vollzieht sich nicht mit machtvoller Geste, sondern behutsam. Bei aller Beherrschung der Mittel spürt der Betrachter den Respekt vor den Wirkkräften der Natur. So bezeichnet Werner Haftmann denn auch die Arbeiten Rickeys als „bildhafte dichterische Metaphern einer zeitgenössischen Wirklichkeitserfahrung“ (George Rickey zum 80. Geburtstag. Skulpturen. Eine Werkübersicht, Galerie Pels-Leusden, Berlin 1987). (OH)
Wir danken Birgit Mieschonz, Estate of George Rickey, East Chatham, für freundliche Hinweise.
George Rickey (South Bend, Indiana 1907 – 2002 St. Paul, Minnesota)
„TWO LINES UP EXCENTRIC, VARIATION III“. 1975
Kinetic stainless steel sculpture with 2 moving needles (exterior sculpture). Height: 300 cm, width (in resting state): 94 cm, needles: each 211 cm (118 ⅛ in., 38 ¼ in., 83 ⅛ in.) ( 118 ⅛ in., width (in resting state): 37 in., needles: each 83 ⅛ in. (46 ½ ⅛ in., 15 ¼ in., 32 ⅝ ⅛ in.)). Signed and dated (incised) on the support plate: Rickey 1975.
One of 3 numbered copies. Mounted on temporary concrete support. [3533]
Provenienz: Private collection, Great Britain (acquired at Gimpel & Hanover Galerie, Zurich/London, thence by descent to the present owner)
Ausstellung: George Rickey. Zürich/London Gimpel & Hanover Galerie, 1975, cat. no. 23, with illustration
We would like to thank Birgit Mieschonz, Estate of George Rickey, East Chatham, for kindly providing additional information.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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