Lot no. 45
Giuseppe Santomaso (1907 – Venedig – 1990) „Il Seme“. 1964 Mischtechnik auf Leinwand. 130 × 162 cm ( 51 ⅛ × 63 ¾ in.). Unten links signiert und datiert: Santomaso '64. Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert und datiert: Santomaso 1964. Auf dem Keilrahmen betitelt, signiert und datiert: "IL SEME" SANTOMASO 1964. Dort auch ein Etikett der Grace Borgenicht Gallery, New York. Alfieri 459.– [3494] Provenienz: Privatsammlung, Schweiz Ausstellung: XXII. Biennale Internazionale d´Arte di Venezia. 1964, S. 75 / Giuseppe Santomaso. Luzern, Galerie Räber, 1964/65, S. 8, Kat.-Nr. 3 / Giuseppe Santomaso. New York, Grace Borgenicht Gallery, 1965 / Giuseppe Santomaso. Auvernier-Neuchâtel, Galerie Numanga, 1969, Kat.-Nr. 1 / Santomaso. Il paesaggio della visione. Luzern, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, 1990/91 Licht und Farbe sind es, die den besonderen Zauber Venedigs ausmachen. Seit je zeichnet dies auch die Malerei der Künstler aus, die „la Serenissima“ hervorgebracht hat, von den Meistern der Renaissance bis hin zu den Malern des 20. Jahrhunderts. Giuseppe Santomaso ist einer derjenigen Künstler, die dieser venezianischen Tradition zutiefst verbunden waren. Als Mitbegründer des „Fronte Nuovo delle Arti“, einer der wichtigsten Künstlergruppen der italienischen Nachkriegsmoderne, als mehrfacher Teilnehmer der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel sowie durch unzählige Ausstellungen von Tokio bis New York etablierte er sich als Künstler von großer internationaler Bedeutung. Bereits 1937 reiste Santomaso über Paris in die Niederlande und kam erstmals mit der europäischen Avantgarde in Berührung. Er setzte sich mit dem Kubismus, insbesondere mit dem Orphismus Robert Delaunays, auseinander und zeigte sich nachhaltig beeindruckt von Wassily Kandinskys Buch „Über das Geistige in der Kunst“. Ende der 1950er-Jahre wandte sich Santomaso in seiner Bildsprache zunehmend dem Informel zu. Er schuf abstrakte Kompositionen, in denen sich – ganz in venezianischer Tradition – Licht und Farbe in harmonischem Zusammenspiel zeigen. „Il Seme“ von 1964 ist eines dieser Werke. In feinen, sandigen Strukturen durchdringen sich die Farbflächen, erinnern an das bläuliche Grau des diesigen Himmels, an das erdige bis rötliche Braun der Steinmauern und in rhythmischen Akzenten an das Schwarz der Gondeln Venedigs. Giuseppe Santomasos Bilder entstanden aus der Erinnerung und der Kontemplation heraus. Poesie und Natur waren die großen Themen, die sein Œuvre bestimmten. Mit seinen haptisch anmutenden Texturen und der flüchtigen Transparenz der Farben bewegt sich „Il Seme“ zwischen diesen beiden Welten, strahlt Leichtigkeit und Kraft zugleich aus und entfaltet auf diese Art seinen eigenen venezianischen Zauber. Kurz darauf wird sich Santomasos Stil noch mehr vergeistigen, indem er den Pinsel aus der Hand legt. Nach 1964 entstehen Bilder aus aufgestreutem Farbpigment, die von innen heraus zu leuchten scheinen. In „Il Seme“ deutet sich diese Entwicklung bereits an. Es ist ein Bild auf der Schwelle. ST Giuseppe Santomaso (1907 – Venice – 1990) „Il Seme“. 1964 Mixed media on canvas. 130 × 162 cm ( 51 ⅛ × 63 ¾ in.). Signed and dated lower left: Santomaso '64. Signed and dated on the reverse in black felt-tip pen: Santomaso 1964. Titled, signed and dated on the stretcher: "IL SEME" SANTOMASO 1964. There too a label of Grace Borgenicht Gallery, New York. Alfieri 459.– [3494] Provenienz: Private Collection Switzerland Ausstellung: XXII. Biennale Internazionale d´Arte di Venezia. 1964, p. 75 / Giuseppe Santomaso. Luzern, Galerie Räber, 1964/65, p. 8, cat. no. 3 / Giuseppe Santomaso. New York, Grace Borgenicht Gallery, 1965 / Giuseppe Santomaso. Auvernier-Neuchâtel, Galerie Numanga, 1969, cat. no. 1 / Santomaso. Il paesaggio della visione. Luzern, Pinacoteca Comunale Casa Rusca, 1990/91
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Drawings, watercolours and pastels
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10719 Berlin - Germany
05/30/2019
Offered by Grisebach
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