Lot no. 527
Günter Haese
Jupiter
Messing und Phosphorbronze. 54,5 x 45 x 14,5 cm, auf Plexiglassockel montiert. Gesamthöhe 56 cm. In Original-Holzbox.
Postel 82
Provenienz
Privatsammlung, Schweiz
Ausstellungen
Helsinki 1972 (Ateneum), Günter Haese, Ausst.Kat.Nr.32, S.99
„Jupiter“ ist ein eindrucksvolles Exempel für Günter Haeses Werkgruppe, die nach Jens Christian Jensen als „Aufgerichtete Tafeln“ bezeichnet wird.
Charakteristisch für diese Arbeiten, die ab den 1960er entstehen, sind zwei Hauptansichten sowie ein sich wiederholendes Grundmuster innerhalb eines vorgegebenen Rahmens. Ihr andachtsvoller Eindruck wird bestärkt durch die jeweiligen Werktitel, die oftmals auf ehrwürdige Gottheiten verschiedener Religionen verweisen.
So findet sich auch mit Jupiter, dem Himmelsvater und obersten Gott der römischen Religion, ein passender Namensgeber, der den „majestätischen“ Charakter der Arbeit unterstreicht. In „Jupiter“ wird die Grundordnung bestimmt durch einen Drahtkreis, der besetzt wird durch ein Gitternetz, dessen Fächer einzelne, vorwärts gerichtete Spiralen beheimaten. Die Knotenpunkte der Fächerreihen werden akzentuiert durch kreisrunde Gitterbälle, die dem Gerüst Stabilität verleihen. Auch am Sockel finden sich diese runden Ausformungen wieder und bilden hier das Fundament des Drahtkreises.
„Jupiter“ gliedert sich ein in Günter Haeses Konzept seiner kinetischen Kunst, indem jede seiner Plastiken eine Botschaft von Ordnung verkündet, „die nicht subjektiv ist, sondern die die objektive schöpferische Gesetzmäßigkeit des Kosmos beschwört. Diese wird nur für Momente aufgehoben, dann nämlich, wenn die labilen Teile durch vibrierende Bewegungen in die vierte Dimension der Zeit versetzt werden, die die Plastiken aus dem strengen geometrischen Konzept herausheben, es damit in Frage stellen und - wenn Stillstand eingetreten ist - bestätigen.“ (Jens Christian Jensen, Strenge Spiele, Das plastische Werk von Günter Haese, in: Claudia Postel (Hg.), Günter Haese Verzeichnis der Skulpturen, Ostfildern-Ruit 2002, S.12).
Haese Günter
Jupiter
Brass and phosphorous bronze. 54.5 x 45 x 14.5 cm, mounted on plexiglass plinth. Overall height 56 cm. In original wooden box.
Postel 82
Provenance
Private collection, Switzerland
Exhibitions
Helsinki 1972 (Ateneum), Günter Haese, exhib.cat.no.32, p.99 without illus.
Jupiter is an impressive example for Günter Haese's group of works which Christian Jensen calls 'upright panels'.
Characteristic for these works created in the 1960s are two main views as well as one basic pattern that repeats itself within a given framework. Their pious impression is heightened by the respective title, which often refers to revered divinities of various religions.
Hence with Jupiter, the Heavenly Father and supreme God of Roman religion, a suiting eponym is found that also underlines the 'majestic' character of the work. In Jupiter, the fundamental order is determined by a circle of wire trimmed with a grid mesh, the sections of which house individual spirals pointing forwards. Circular grid balls that give the structure stability accentuate the junctions of the rows of compartments. These forms can also be found on the base and form the foundation of the wire circle.
Jupiter fits into Günter Haese's concept of kinetic art in which each of his sculptures proclaims a message of order 'which is not subjective but which evokes the objective creative legitimacy of the cosmos. This is only rescinded for certain moments in time, when the unstable parts are shifted into the fourth dimension of time by the vibrational movements. This fourth dimension distances the sculptures from the strict geometrical concept, in this way challenging it and, once a standstill occurs, confirming it.' (Jens Christian Jensen, Strenge Spiele, Das plastische Werk von Günter Haese, in: Claudia Postel (ed.), Günter Haese Verzeichnis der Skulpturen, Ostfildern-Ruit 2002, p.12).
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