Lot no. 981
Günther Förg (1952 Füssen – 2013 Freiburg)
Ohne Titel. 1996
Acryl auf Leinwand. 300 × 200 cm ( 118 ⅛ × 78 ¾ in.). Rückseitig signiert und datiert, sowie mit Richtungspfeil: Förg 96.
[3114]
Eine frisch gewischte Schultafel war nicht unbedingt der wahre Entstehungsgrund der sogenannten „Grauen Bilder“ von Günther Förg. Förg hat sich schon zu seinen Studienzeiten bei Karl Fred Dahmen in München Anfang der 70er Jahre sehr mit Twombly auseinandergesetzt und hat auch - die klassische Verweigerungshaltung - sehr früh damit begonnen, im Atelier alle Farben zu einem Grau zu mischen und die Leinwand damit zuzumalen. Es ging Förg dabei nicht um eine Auseinandersetzung mit dem abstrakten Expressionismus so wie es Twombly ausführte, sondern Förg versuchte eine radikale Version des Minimalismus darzustellen, ohne Inhalt und ohne Formen. Er arbeitete über 2–3 Jahre an diesem Konzept und stellte verschiedene graue Leinwänder her, mehr oder minder monochrom – manchmal mit kleinen abstrakten Strichen oder malerischen Verwerfungen.
Fast genau 20 Jahre später – nach verschiedenen aufwendigen Serien von Bleibildern und monochromen Leinwandarbeiten – setzte sich Förg mit seinem eigenen Frühwerk auseinander. Er begann die frühen grauen Bilder auf Holztafeln zu übertragen und schaffte damit eine gewisse Distanz zu seinem Frühwerk ohne es zu kopieren oder gar fortzusetzen. Es war eine völlig neue Herangehensweise zum Thema abstrakter Malerei, basierend auf monochrom erarbeiteten Bildern.
Dabei entwickelte Förg eine Art Wischtechnik mit einem breitflächigen Pinsel, bei dem er das Acryl nur noch sehr leicht und wässrig auf eine schwarzen Holzträger auftrug. Der Effekt einer frisch gewischten Schultafel stellte sich gleich ein und war auch bei den kommenden Ausstellungen ein geflügeltes Wort für diese Art von Arbeiten. Dem Künstler gefiel das sehr und er setzte diese neue Maltechnik auch auf Leinwand und Papier um. So entstanden verschieden große und kleine Leinwandarbeiten in jenem gewischten Grau und gipfelten in einem 12 Meter Opus im Jahr 1998.
Danach wurde die Serie abrupt beendet, Förg widmete sich neuen abstrakten Arbeiten und setzte sich ab diesem Zeitpunkt mit den späten Scheibenbildern von Ernst Wilhelm Nay auseinander.
Die Serie der „Grauen Bilder“ war ein sehr wichtiger Aspekt in der Radikalität und Vielfalt, wie sie auch immer wieder neu auf den (Mal)tisch kam. Selbst am Ende der großen Serie der farbigen Tupfenbilder, übermalte Förg das letzte Tupfenbild wieder komplett grau und begann in der Tradition von K.F. Dahmen und den Informellen Künstlern eine neue Serie mit sehr abstrakt gehaltenen grauen Bildern auf Leinwand, die er dann aufgrund seiner fortschreitenden Krankheit aber nicht mehr weiterführen konnte. MN
Wir danken Michael Neff, Estate Günther Förg, für freundliche Hinweise
Günther Förg (1952 Füssen – 2013 Freiburg)
Untitled. 1996
Acrylic on canvas. 300 × 200 cm ( 118 ⅛ × 78 ¾ in.). Signed and dated on the reverse, there too directional arrow: Förg 96.
[3114]
We would like to thank Michael Neff, of the Estate of Günther Förg, for kindly providing additional information
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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