Lot no. 46
Hans Purrmann (1880 Speyer – 1966 Basel)
„Blick über Florenz“. 1935
Öl auf Leinwand. 73,5 × 100 cm ( 28 ⅞ × 39 ⅜ in.). Unten rechts signiert: H. Purrmann.
Billeter 1935/04.–
Kleine Retuschen. [3598]
Provenienz: Rudolf Kellermann, Homberg/Ohm (1960) / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen / Privatsammlung, Österreich
Ausstellung: Der Maler Hans Purrmann. Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik von 1898–1960. Hannover, Kunstverein, 1960, Kat.-Nr. 74, mit Abb
„Dieser Mann“, schrieb der Kunstschriftsteller Karl Scheffler über Hans Purrmann, „ist gar nicht imstande, anders als wesentlich zu denken.“ Schon seine Erscheinung „hatte etwas Nachdrückliches durch die Intensität des Ausdrucks“. (Zit. nach: Karl Scheffler: Die fetten und die mageren Jahre, Leipzig/München 1946, S. 213 f.).
Nach ersten Anfängen als Lehrling im väterlichen Malerbetrieb in Speyer studierte Purrmann zunächst in Karlsruhe und dann an der Münchner Kunstakademie bei Franz von Stuck. Seine entscheidende Prägung erhielt er jedoch in Paris, wo er ab 1906 für sechs Jahre lebte. Sein Lehrer und Mentor wurde Henri Matisse, mit dem ihn fortan eine lebenslange enge Freundschaft verband. Auch die Kunst Paul Cézannes und Auguste Renoirs beschäftigte Purrmann damals intensiv, was sich sowohl in seiner Auffassung vom Primat der Form als auch in der Behandlung der Farbe niederschlug.
Unser Gemälde „Blick über Florenz“ ist ein Meisterwerk des „Französlings Purrmann“, wie ihn die Nationalsozialisten abfällig nannten, bevor sie ihn als „entartet“ abstempelten. Es entstand in jenem Jahr, in dem Purrmann, der zu den wenigen gehörte, die Max Liebermanns Begräbnis in Berlin beiwohnten, vor den Machthabern nach Florenz geflohen war. Über Bekannte hatte der Maler die ehrenamtliche Leitung der Villa Romana übertragen bekommen, die er in den folgenden Jahren zu einem Fluchtpunkt für verfolgte Künstler und Literaten machte. In deren weitläufigem Garten malte Purrmann den „Blick über Florenz“, der – gerade was das Kolorit angeht – Einflüsse der Kunst von Cézanne und Matisse erkennen läßt, bei dem aber auch Purrmanns Eigenheiten, also die auffallende Ausgewogenheit der Komposition und seine filigrane Pinselführung, besonders eindrucksvoll hervortreten. UC
Hans Purrmann (1880 Speyer – 1966 Basel)
„Blick über Florenz“. 1935
Oil on canvas. 73,5 × 100 cm ( 28 ⅞ × 39 ⅜ in.). Signed lower right: H. Purrmann.
Billeter 1935/04.–
Minor retouchings. [3598]
Provenienz: Rudolf Kellermann, Homberg/Ohm (1960) / private collection, North Rhine-Westphalia / private collection, Austria
Ausstellung: Der Maler Hans Purrmann. Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik von 1898–1960. Hannover, Kunstverein, 1960, cat. no. 74, with illustration
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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