Lot no. 720
Heinz Mack (Lollar 1931 – lebt in Mönchengladbach)
OHNE TITEL (LICHTRELIEF). 1961
Geprägtes Aluminium auf Holz. 75,2 x 61,5 x 1,5 cm ( 29 ⅝ x 24 ¼ x 0 ⅝ in.). Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert und datiert: mack 61.
Die Arbeit ist im archivinternen Nachtrag zum Werkverzeichnis Honisch (Skulpturen) mit der Nummer 556C verzeichnet.–
[3326]
Was einen Künstler auszeichnet, ist auch sein besonderer Umgang mit den Phänomenen der Wirklichkeit. „Das Realistische liegt bei Mack im Visuellen, das Idealistische im Metaphorischen seines Konzepts. Die Ebene die beides verbindet und den Bedeutungsumschlag bewirkt, ist das Kunstwerk.“ schreibt Dieter Honisch über Heinz Mack, der zu jener Generation von Kunstschaffenden gehört, die angesichts der ‚Weltsprache Abstraktion’ nach 1945 und ihrer Frage, was man überhaupt noch malen kann, einen anderen Neubeginn suchten.
1958 gründete Mack gemeinsam mit Günter Uecker und Otto Piene ZERO. In dieser Gruppe verzichteten die Künstler jenseits von Abstraktion oder Figuration bewußt auf Farbe und ausführliche Schilderung eines Motivs. Sie legten größten Wert auf Klarheit und Reinheit der verwendeten Gestaltungsmittel und erfanden sich ihre Darstellungen neu. Ueckers Markenzeichen wurde der Nagel, Piene nutzte Feuer und Rauch für seine Arbeiten und Heinz Mack ergründete den Raum.
Als Entdecker von faszinierenden Vibrationen aus Licht, befaßt sich Mack bevorzugt mit dynamischen Strukturen aus parallelen Rasterreihen. Mit Scheiben aus Glas, Metall und Kunststoff erzielt er ‚Interferenzen‘ zur Sichtbarmachung der Weite des Raums, den das Licht unbegrenzt erreicht. In unserem „Lichtrelief“ ist es geprägtes Aluminium, das durch seine Musterung und den Wechsel von matten und glänzenden Partien erstaunliche optische Effekte bewirkt. Bereits die russischen Konstruktivisten haben bei ihrer Erkundung von Sehvermögen wie auch des Raumes mit vergleichbaren ‚Skulpturen’ experimentiert. Im Umfeld der Selbstbefragung der Kunst in der Mitte des 20. Jahrhunderts hat ZERO einiges Gewicht. Besonders kinetische Skulpturen können als Aufbruch in ein neues Zeitalter verstanden werden, wie die Gründer von ZERO es angestrebt hatten, aber auch die in sich ruhenden, kraft ihrer Strukturierung oder Beleuchtung visuell beeindruckenden Arbeiten sind moderne Darstellungen der fortwährenden Suche des Menschen nach der Transzendenz. (EO)
Heinz Mack (Lollar 1931 – lives in Mönchengladbach)
UNTITLED (LICHTRELIEF). 1961
Embossed aluminium on wood. 75,2 x 61,5 x 1,5 cm ( 29 ⅝ x 24 ¼ x 0 ⅝ in.). Signed and dated in black felt-tip pen on the reverse: mack 61.
The work is registered in the archive's internal addendum to the catalogue raisonné Honisch (sculptures) as number 556C.–
[3326]
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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