Lot no. 80
Helnwein, Gottfried 1948 Wien Ohne Titel. Mischtechnik auf Leinwand. 225 x 300cm. Signiert unten links: 'HELNWEIN'. Provenienz: Firmensammlung Süddeutschland (direkt beim Künstler erworben) Der akademisch ausgebildete Maler aus der Wiener Schule Rudolf Hausners bekennt heute, von der Rockmusik und Walt Disney mehr gelernt zu haben als von Mozart und Leonardo da Vinci. Er habe sich damals für den Erfolg entschieden und eine Kommunikationsform angestrebt, die volkstümlich, leicht verständlich, unterhaltsam sei und ihre Daseinsberechtigung aus der Interessiertheit der Massen beziehe. So wurde für ihn das grenzüberschreitende Arbeiten mit Mitteln ebenso der Fotographie, Comic-Strips, Science Fiction, der Kindermedien und der realistischen Malerei eine selbstverständliche Konsequenz. Helnwein hat zunächst ähnlich wie die Pop-Art und der amerikanische Fotorealismus das Klischeedenken und die Umgangssprache des Alltagslebens als neues unverbrauchtes Stoffgebiet aufgegriffen, fand dann aber zu weniger stationären, inhaltlich kaum festgelegten offenen Bildformen, die erst in der Phantasieprojektion ihrer Betrachter eine umrissene Bedeutung erlangen.(Peter Gorsen, Die Verwandlungskunst des Doppelgängers - Zum Selbstbildnis bei Gottfried Helnwein, aus: Helnwein - Der Untermensch, Edition Braus (Hrsg.), Heidelberg 1988, o.P). Gottfried Helnwein will die Grenzen zwischen den Medien überwinden, um den Betrachter zu erreichen, ihn mitzureißen und in das Werk mit einzubeziehen. Er bedient sich hyperrealistischen Darstellungsweisen und bekannten Motiven aus der Comic- und Filmwelt. Große Leinwände werden mit digitalisierten Fotografien bedruckt und mit Öl-/ Acrylfarben übermalt. Hierbei bleibt der kühle Charakter der Fotografie bestehen. Die dargestellte Situation wirkt wie eingefroren, die Szenerie erscheint in einem diffusen Licht, welches dennoch eine immense Strahlkraft besitzt. Dies rührt aus den Erinnerungen Helnweins an seine Kindheit, die grau, zäh wie Schleim und von grenzenloser Langeweile war.² In der Nacht hingegen erstrahlte auf dem Dach der Fabrik gegenüber ein Leuchtstern, der seine bedrohliche Umwelt auf magische Art und Weise erhellte. Aus sich heraus leuchtende Figuren, klischeehafte Darstellungen und hyperrealistische, aber dennoch befremdliche Motive sind die künstlerischen Maxime Helnweins, denen sich der Betrachter nicht entziehen kann. (Ausst.-Kat. Wilhelm-Busch-Museum Hannover/ Ludwig Galerie Schloss Oberhausen (Hrsg.): Beautiful Children 2005, S. 8). Helnwein, Gottfried 1948 Vienna Untitled. Oil on canvas. 225 x 300cm. Signed lower left: 'HELNWEIN'. Provenance: Private collection, Germany
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art Moderne
50968 Köln - Germany
06/07/2013
Offered by Van Ham
49 221 9258620