Lot no. 3051
*JAN VAN DALEM (before 1610 Brussels 1662) Laughing Bacchus. 1662. Oil on canvas. Monogrammed and dated centre right: J.v.d. f 1662. 74 × 62.8 cm. Provenance: - Lempertz auction, Cologne, 1993. - European private collection. Literature: Guido M. C. Jansen: Jan van Dalem. The Four Ages of Man, in: B. Haboldt et. al.: Singular vision: Haboldt & Co.'s Old master paintings and drawings since 1983, Amsterdam/New York/Paris 2012, p. 334. Our thanks to Guido M.C. Jansen who has identified this painting, monogrammed and dated 1662, as a typical work of Jan van Dalem. JAN VAN DALEM (vor 1610 Brüssel 1662) Lachender Bacchus. 1662. Öl auf Leinwand. Rechts mittig monogrammiert und datiert: J.v.d. f 1662. 74 × 62,8 cm. Provenienz: - Auktion Lempertz, Köln, 1993. - Europäischer Privatbesitz. Literatur: Guido M. C. Jansen: Jan van Dalem. The Four Ages of Man, in: B. Haboldt et. al.: Singular vision: Haboldt & Co.'s Old master paintings and drawings since 1983, Amsterdam/New York/Paris 2012, S. 334. Dieser monogrammierte und 1662 datierte lustige Bacchus identifiziert Guido M. C. Jansen anhand einer Fotografie als ein charakteristisches Werk des Brüsseler Malers Jan van Dalem, wofür wir ihm danken. Wenig ist über die frühen Jahre des Künstlers bekannt, der vermutlich vor 1610 in Brüssel als Sohn des gleichnamigen Goldschmieds geboren wurde. Einem Gemälde zufolge, das signiert und mit den Worten „in Roma“ bezeichnet ist, führte ihn sein Weg in die italienische Hauptstadt. Seine Begegnung mit Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610) zeugt von entscheidender Inspiration, die van Dalem in seine Werke einfliessen liess. So lassen sich auch in diesem Beispiel Einflüsse Caravaggios in der Expresivität und Lichtführung nachweisen. Ebenso verkehrte van Dalem in der Gesellschaft von sogenannten Bamboccianten, einer Gruppe von Künstlern aus dem Norden Europas, die im 17. Jahrhundert in Rom tätig waren. In ihren Werken stellten sie vorwiegend das ländliche Leben und südliche Landschaften sowie auch antike Ruinen und Baudenkmäler dar. Dem vorliegenden Gemälde „Lachender Bacchus“ wird eine wichtige Bedeutung zugeordnet, da dieses als eines der wenigen gesicherten Werke seines Œuvres gilt und vermutlich kurz vor seinem Tod entstanden ist. Das Motiv des Bacchus greift Jan van Dalem bereits 1648 in der leicht variierten Version, heute im Kunsthistorische Museum in Wien (Inv.-Nr. Gemäldegalerie, 1687), auf, die ebenfalls monogrammiert ist. Dort zeigt sich Bacchus mit einem Weinglas in der Hand und einem üppigeren Efeukranz auf seinem Haupt. Eine weitere Version des Bacchus findet sich im Szépmüvészeti Múzeum in Budapest (Inv.-Nr. 67.9). Eine vierte Version zu diesem Thema, die einst als ein Werk Salomon de Braysverstanden wurde, konnte Jansen ebenfalls dem Œuvre Jan van Dalems zuweisen (siehe Jansen 2012, S. 336–337). Im selben Jahr wie unser Bacchus, entstand auch ein datiertes und mit Jan van Dalem voll signiertes Bildnis einer jungen Frau mit Palmzweig, das heute als verschollen gilt. Mit diesem und unserem Bacchus lassen sich die Eckdaten des Spätwerkes von Jan van Dalem bestimmen, der kurz darauf verstarb.
Pictures credits: Contact organization
Old paintings
About the sale
Catalog
Tableaux de Maîtres Anciens
8031 Zürich - Switzerland
09/25/2020
Offered by Koller Auctions
+41 44 445 63 63