Lot no. 17
Jean Guillaume George Krüger (London 1728 – 1791 Berlin) Entwurf für eine Tabatière. Gouache auf dünnem weißem Karton. 10,5 × 13 cm ( 4 ⅛ × 5 ⅛ in.). [3411] Provenienz: Privatsammlung, Berlin (bis 1999) Ausstellung: Kunst und Kunsthandwerk in Preußen. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1999, Kat.-Nr. 30, Abbildung S. 69 Während des Zweiten Schlesischen Krieges, am 6. Oktober 1745, nur wenige Tage nach der für Preußen siegreichen Schlacht bei Soor in Böhmen, schrieb König Friedrich II. einen Brief an seinen Kammerdiener und Schatullverwalter Michael Gabriel Fredersdorf – in bestem Kutscherdeutsch und unter souveräner Missachtung von Orthografie und Grammatik: „lieber Fredersdorf! Bestelle mihr doch eine Tabacsdosse von Jasppe [Jaspis] mit brillanten und Rubinen, recht So, wie die wahr, die ich hatte und die mihr die Husaren genommen haben.“ Friedrichs Equipage war samt seiner mitgeführten Habe den österreichischen Husaren in die Hände gefallen. Aber selbst in Kriegszeiten wollte der König nicht auf die von ihm so geschätzten prunkvollen Behältnisse für seinen Schnupftabak verzichten. Friedrich II. war zweifelsohne der bedeutendste Tabatièren-Sammler des 18. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Nach seinem Tod 1786 wurden in seinem Nachlass in Schloss Sanssouci 120 Prunkdosen vorgefunden. Während Friedrichs Regentschaft entwickelte sich Berlin zu einem Zentrum der Juwelierkunst. Als Hofgoldschmiede etablierten sich Daniel Baudesson und die Gebrüder Jordan. Doch welcher Kunsthandwerker lieferte die Entwürfe für die Prunktabatièren? Im Jahr 1929 gelang es dem Berliner Kunsthistoriker Martin Klar, ein Konvolut von Arbeiten des Emailmalers Jean Guillaume George Krüger aus Familienbesitz für das Berliner Kunstgewerbemuseum (Schlossmuseum) zu erwerben. Infolge der Kenntnis dieser Arbeiten konnte Klar für dreizehn Dosenentwürfe im Bestand des Berliner Kupferstichkabinetts, die bis dahin dem Kupferstecher Johann Wilhelm Meil zugeschrieben worden waren, die Autorenschaft Krügers sichern und diesen als einen der herausragenden Entwerfer für friderizianische Tabatièren benennen. Dosenentwürfe von Krüger sind äußerst selten auf dem Kunstmarkt. Zuletzt wurde eine Zeichnung von Jean Guillaume George Krüger bei Christie’s in London am 30. Juni 1971 verkauft. Diese Zeichnung gelangte in die Sammlung des 2002 gestorbenen Kunsthistorikers A. Kenneth Snowman in London, der sich durch zahlreiche grundlegende Publikationen zur Geschichte der Golddosen und zu Carl Fabergé einen Namen machte. Thomas Kemper, Berlin Jean Guillaume George Krüger (London 1728 – 1791 Berlin) Entwurf für eine Tabatière. Gouache on thin white cardboard. 10,5 × 13 cm ( 4 ⅛ × 5 ⅛ in.). [3411] Provenienz: Private Collection, Berlin (until 1999) Ausstellung: Kunst and Kunsthandwerk in Preußen. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1999, cat. no. 30, illustration p. 69
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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10/25/2018
Offered by Grisebach
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