Lot no. 719
Joos van Cleve, um 1485 Kleve – um 1540 Antwerpen, zug. PORTRAIT WOHL DER MADELEINE DE VALOIS, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND Öl auf Holz. Ca. 106,5 x 76 cm. In den 1530er-Jahren wurde Joos van Cleve von König Franz I von Frankreich beauftragt, eine Serie höfischer Portraits zu fertigen. Das vorliegende bedeutende Gemälde, das wahrscheinlich eines der wenigen Portraits der früh verstorbenen Madeleine de Valois (1520-1537), Königin von Schottland, ist, steht in dieser Reihe dem Portrait van Clevens von Katlijne van Mispelteeren (Royal Collection, London) nahe. Es ist wahrscheinlich, dass das Portrait direkt vom Vater Madeleines, Franz I, um 1535/36 in Auftrag gegeben wurde. Zu sehen ist eine junge Frau mit feinen Gesichtszügen, die von der hellen Kopfbedeckung eingerahmt werden. Das strenge dunkle Gewand wird in der Taille von einem roten Band gehalten. Dieses kräftige Rot wird von den aus der breiten Pelzverbrämung der weiten Ärmel hervorblitzende Untergewand aufgenommen und setzt sich in den Perlen des Rosenkranzes fort. Den Hintergrund bildet eine schlichte grüne Folie, die in feinem Kontrast die Portraitierte hervorhebt. Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Paris reiste van Cleve nach England, um dort Heinrich VIII zu portraitieren. Der Antwerpener Maler, dem das vorliegenden Gemälde zugeschrieben wird, befand sich zu diesem Zeitpunkt im Zenit seines Schaffens und genoss hohes internationales Ansehen. Anmerkung: Die tragische Geschichte von Madeleine inspirierte sowohl die französischen als auch die schottischen Schriftsteller und Künstler ihrer Zeit. Die von Geburt an zart konstituierte dritte Tochter des französischen Königs wuchs im milden Klima des Loire-Tals unter der Aufsicht ihrer Tante auf. Zusammen mit ihrer Schwester trat sie nach der Neuvermählung ihres Vaters mit Eleonore von Österreich in den Haushalt der Stiefmutter in Paris ein. Mit sechzehn Jahren wurde bei Madeleine Tuberkulose festgestellt, woraufhin die früher vereinbarte Verbindung zu James V von Schottland zugunsten von Marie de Bourbon gelöst wurde. Doch verliebte sich James V bei seinem Parisaufenthalt in die zarte Madeleine und machte sie zur Königin von Schottland. Im rauhen Klima Schottlands verschlimmerte sich der Zustand der Kranken dramatisch, sodass sie schließlich nur kurz nach ihrer Ankunft in Edinburgh verstarb. (1120212) (12) Joos van Cleve, ca. 1485 Kleve – ca. 1540 Antwerp, attributed PORTRAIT, PROBABLY OF MADELEINE DE VALOIS, QUEEN OF SCOTS Oil on panel. ca. 106.5 x 76 cm. During the 1530s Joos van Cleve was commissioned by King Francis I of France to paint a series of court portraits. The present, important painting is probably one of the few portraits of the early deceased Madeleine de Valois (1520 - 1537), Queen of Scots, and in this series it is close to a portrait by van Cleve of Katlijne van Mispelteeren (Royal Collection, London). It is likely that King Francis I commissioned the present portrait of Madeleine personally between 1535 and 1536. Following his stay in Paris, van Cleve travelled to England to paint a portrait of King Henry VIII. During that time, the Antwerp painter, to whom the present painting is attributed, was at the zenith of his career and enjoyed high international recognition. Notes: The tragic story of Madeleine inspired French as well as Scottish authors and artists of the time.
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Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
09/28/2017
Offered by Hampel Fine Art Auctions
0049-89-28804-0