Lot no. 300
Karel van Mander, 1548 Meulebeke - 1606 Amsterdam
GÖTTERVERSAMMLUNG AM OLYMPÖl auf Kupfer.
65,5 x 44,7 cm.
Beigegeben Expertise von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 9. Februar 2022. Danach sei das Gemälde um 1600 entstanden.
Der Maler ist in der Kunstwissenschaft weit mehr durch sein literarisches Werk in Erinnerung geblieben, in dem er Künstlerbiographien seiner Kollegen um 1600 der Nachwelt hinterlassen hat, als durch sein eigenes bedeutendes malerisches Werk. Dabei ist gerade dieses von hohem Interesse, zählt der Maler doch zu den wichtigen Manieristen seiner Zeit und Umgebung. Als Schüler eines gewissen Malers und Dichters Lucas de Heere (1534-1584), wandte sich auch van Mander beiden Kunstbereichen zu und verfasste auch er Gedichte und Theaterstücke. 1573 in Florenz und Terni, übernahm er Freskenaufträge. Vor allem aber traf er in Rom auf Bartholomäus Spranger (1546-1611), jenen bedeutenden Manieristen, der seine Malerei wesentlich beeinflussen sollte. Die Darstellung geht auf den antik-griechischen Mythos zurück. Danach befahl Zeus eine Zusammenkunft aller Götter auf dem Olymp, um Beratung abzuhalten. Dreiteilig ist hier der Bildaufbau gegliedert: in der oberen Wolkenzone reitet Zeus, sein Blitzbündel in der Hand, auf dem Adler, seinem Attributtier. Rechts ist hier seine Gemahlin Juno auf einem von Pfauen gezogenen Wagen zu sehen. Im Mittelgrund erhebt sich in blauer Luftperspektive der Parnass, jener Berg, der Sitz des Gottes Apollo mit seinen Musen ist. Darunter erwartet ein langer gedeckter Tisch die Ankunft der weiteren Götter. Saturn, der Zeitgott sitzt bereits an der linken Schmalseite mit seiner Sense. Die sämtlichen weiteren herannahenden Götter sind auf grünen Hügeln und Senken gezeigt, wie etwa Mars, der mit Schild und Speer im Zentrum sitzt, während er gleichzeitig am rechten Bildrand zusammen mit Venus Ehebruch begeht. Links reitet Bachus auf einem Fass, getragen von Faunen, die Jagdgöttin Diana zieht mit ihren Begleiterinnen den Hügel herab, und rechts ist Daphne zu sehen, die soeben in einen Lorbeerbaum verwandelt wird. In großem Gefolge erscheint Neptun, mit Krone, in Begleitung von Tritonen. Selbst aus der Unterwelt kommt der Wagen des Pluto zur Versammlung, wie links unten in dem Felsenbogen zu sehen. Die Landschaftselemente im Bild zeigen die Orientierung an Werken von Gillis van Coninxloo, die Auffassung des Berges im Hintergrund erinnert an Jacopo Zucchi, der in Florenz tätig war. Die manieristischen Stilelemente zeigen sich hier in den leicht überlängten Figuren, den Körperdrehungen, aber auch in den aus sich selbst leuchtenden Farben, die hier im Bild besonders gut erhalten sind. A.R. (13006622)
Karel van Mander,
1548 Meulebeke - 1606 Amsterdam
ASSEMBLY OF THE GODS ON MOUNT OLYMPUS Oil on copper.
65.5 x 44.7 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Klaus Ertz, Lingen, 9 February 2022, according to which the painting was created in ca. 1600.
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