Lot no. 51
Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin) „Mädchen mit Blumen“. 1952 Öl auf Leinwand. 97 × 65,8 cm ( 38 ¼ × 25 ⅞ in.). Unten rechts monogrammiert und datiert: CH 52. Auf dem Keilrahmen oben mit Bleistift signiert und betitelt: K. Hofer Steh. Mädchen. Oben rechts das Nachlass-Etikett, mit Feder in Braun beschriftet: 632. Wohlert 2454.– [3298] Provenienz: Nachlass des Künstlers, Nr. 632 / Privatsammlung, Berlin / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Karl Hofer. München, Galerie Hielscher, 1958, Kat.-Nr. 10 / Karl Hofer zum 80. Geburtstag. Berlin, Galerie Meta Nierendorf, 1958/59, Kat.-Nr. 31 / Die Blume in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1971, Kat.-Nr. 59 / Karl Hofer, 1878–1955. Berlin, Staatliche Kunsthalle, und Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1978, S. 176, Kat.-Nr. 201 Literatur und Abbildung: Hellmut Kotschenreuther: Karl Hofer, Maler und Seher. In: Film und Frau, Jg. 11, 1959, H. 15, S. 8-10, hier Farbabb. S. 8 / Ausst.-Kat.: 40 Jahre Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Oberhausen, Städtische Galerie, im Schloss, 1989, S. 265 (nicht ausgestellt) Karl Hofers „Mädchen mit Blumen“ zählt zu den Werken, die als Resümee eines langen malerischen Schaffens gelesen werden können. Im großen Format zeigt der Künstler hier seine Sicht auf die Welt. Die Komposition ist einfach, die Maltechnik profund. Hofer hatte sein Menschenbild schon viele Jahre zuvor gefunden und an dieser Position seitdem streng festgehalten. Bewusst stellte er sich dadurch bereits früh gegen die schnell wechselnden malerischen Strömungen und Moden. Das „Mädchen mit Blumen“ entstand 1952 - drei Jahre vor Hofers Tod -, und es ist gewiss kein Kind der beginnenden Wirtschaftswunderjahre. Es handelt sich dabei vielmehr um einen Blick zurück, um ein Sinnbild verlorener, in den Jahren der Barbarei zerstörter Ideale. Entrückt blickt das Mädchen am Betrachter vorbei. In zeitloser, fast antikischer Schönheit verkörpert die Frau eine stille Menschlichkeit, auf der Hofer beharrt und die er in dieser Arbeit zu verteidigen sucht. Die nackte junge Frau, nur um die Hüften mit einem Tuch bekleidet, wirkt ausgesetzt und verletzlich. Gleichzeitig verhilft ihr der Maler zu starker Präsenz im Bildraum. Statuarisch, wie gemeißelt, behauptet sich die von einer unsichtbaren Lichtquelle beleuchtete Figur in der unruhigen Dunkelheit um sie herum. Und wie viel Leben ist in dem Mädchen, das seinen ideellen Charakter durch die unnatürlich überlangen Proportionen und die abstrahierten Gesichtszüge nicht leugnet. Wie frisch und hinreißend malt Hofer ihre Haut. Von Rosa über Grün und Türkis bis zu Violett und Braun reicht seine Palette. In der Hand hält das Mädchen einen Blumenstrauß, doch die Blumen dienen nicht als Attribut. Hofer feiert damit die Schönheit an sich, welche sich im Menschen und in den Dingen zeigt, während über allem ein Schleier der Gefährdung liegt. OH Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin) „Mädchen mit Blumen“. 1952 Oil on canvas. 97 × 65,8 cm ( 38 ¼ × 25 ⅞ in.). Monogrammed and dated lower right: CH 52. On the upper stretcher bar signed and titled in pencil: K. Hofer Steh. Girl. Upper right the estate label, inscribed in pen and brown ink: 632. Wohlert 2454.– [3298] Provenienz: Estate of the artist, no. 632 / private collection, Berlin / private collection, northern Germany Ausstellung: Karl Hofer. Munich, Galerie Hielscher, 1958, cat. no. 10 / Karl Hofer zum 80. Geburtstag. Berlin, Galerie Meta Nierendorf, 1958/59, cat. no. 31 / Die Blume in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1971, cat. no. 59 / Karl Hofer, 1878–1955. Berlin, Staatliche Kunsthalle, and Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1978, p. 176, cat. no. 201 Literatur und Abbildung: Hellmut Kotschenreuther: Karl Hofer, Maler und Seher. In: Film und Frau, vol. 11, 1959, part 15, p. 8-10, here colour ill. p. 8 / ex. cat.: 40 Jahre Kunst in der Bundesrepublik Deutschland. Oberhausen, Städtische Galerie, im Schloss, 1989, p. 265 (not exhibited)
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Drawings, watercolours and pastels
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Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
12/01/2016
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