Lot no. 63
Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin)
„STILLEBEN MIT KRUG UND SCHACHTEL“. Um 1920
Öl auf Leinwand. 80 x 100 cm ( 31 ½ x 39 ⅜ in.). Unten rechts monogrammiert: CH.
Wohlert 448.–
[3471]
Provenienz: Anneliese Stooss / Karl-Heinz Reinheimer, Sindelfingen (1984, zeitweise als Leihgabe in der Galerie der Stadt Sindelfingen) / Privatsammlung, Schweiz
Ausstellung: Karl Hofer. Wilhelm Lehmbruck. Frankfurt a.M., Kunstsalon Ludwig Schames, 1920, Kat.-Nr. 29 („Stilleben II“) (?)
Literatur und Abbildung: 47. Auktion: 20. Jahrhundert. München, Galerie Wolfgang Ketterer, 1.-3.6.1981, Kat.-Nr. 629, mit ganzseitiger Farbabbildung
Karl Hofer hat viele Stilleben geschaffen. Das „Stilleben mit Krug und Schachtel“ ist eines der frühesten Beispiele für seinen unverwechselbaren Malstil. Der Künstler suchte in immer wiederkehrenden Sujets die Erscheinungen der Wirklichkeit den Gesetzen und der Logik eines Tafelbildes zu unterwerfen. Aus dem Äußeren der Natur galt es das auszuwählen, was durch die Gestaltung des Malers Gültigkeit erlangen sollte.
Der Bildaufbau ist sorgfältig komponiert, obgleich die Gegenstände dicht gedrängt auf dem Tisch neben- und übereinanderliegen. Den Mittelpunkt bildet die Ölkanne, um die alle anderen Dinge angeordnet sind. Kompositorisch raffiniert, fordert aber auch der vollsichtige Tonkrug Aufmerksamkeit, so daß sich eine spannungsvolle Rivalität zwischen beiden ergibt. Die einzelnen Objekte sind weder expressionistisch übersteigert noch rein sachlich erfaßt oder kubistisch gebrochen. Und doch ist unser Werk ohne die Kenntnis dieser Strömungen nicht denkbar. Es entsteht eine feste Formation aus miteinander korrespon-dierenden Linien und Bögen. In der Vereinfachung erwächst den Gegenständen Größe.
Überragend ist die Malkultur Hofers: Mit dem Pinsel tastet der Maler die Oberflächen ab, seien sie aus Metall, Ton, Glas oder Pappe. Aus der ockerbraunen Grundstimmung treten einzelne Akzente um so wirkungsvoller hervor, wie beispielsweise der Farbklang aus dem türkisfarbenen Buch und dem gelben Etikett der Zigarrenschachtel. Das Alltägliche erhält in dieser reinen Malerei eine metaphysische Qualität. Aber bei allen Betrachtungen zu Farbe und Struktur der Arbeit behält doch das Wort Paul Ortwin Raves seine Gültigkeit: Hofers Bilder „sind einfach schön“. (OH)
Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin)
„STILLEBEN MIT KRUG UND SCHACHTEL“. Circa 1920
Oil on canvas. 80 x 100 cm ( 31 ½ x 39 ⅜ in.). Monogrammed lower right: CH.
Wohlert 448.–
[3471]
Provenienz: Anneliese Stooss / Karl-Heinz Reinheimer, Sindelfingen (1984, temporarily on loan to Galerie der Stadt Sindelfingen) / Private collection, Switzerland
Ausstellung: Karl Hofer. Wilhelm Lehmbruck. Frankfurt a.M., Kunstsalon Ludwig Schames, 1920, cat. no. 29 („Stilleben II“) (?)
Literatur und Abbildung: 47 Auction: 20th Century. Munich, Galerie Wolfgang Ketterer, 1-3 June 1981, cat. no. 629, full-page colour illustration
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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