Lot no. 601
Karl Schmidt-Rottluff
Karl Schmidt-Rottluff
Couple in a forest
Woodcut on greyish, slightly fibrous wove. 1909. C. 30 x 39 cm (sheet c. 35 x 45 cm). Signed and dated lower right.
Am Unterrand von fremder Hand bezeichnet. Rosa Schapire, die die Kunst Karl Schmidt-Rottluffs schon früh förderte und sammelte, beschreibt in ihrem Werkverzeichnis der Druckgraphik den seltenen Holzschnitt: „Eine nackte Frau mit aufgelöstem, über das Gesicht fallenden Haar sitzt links auf dem schwarzen Boden mit ausgestrecktem Beinen. Ihre Hände spielen in ihrem Haar. Rechts neben ihr kauert ein von vorn gesehener nackter Mann. Dahinter Baumstämme und überhängende schwarze Laubmassen. Links helle Luft.“ Schmidt-Rottluff arbeitet das Paar mit Unterstützung der Wirkung der Holzstruktur sehr schön und gezielt heraus. Die einzelnen Grate und Flächen des Stockes setzt er dabei als bewegtes Kompositionselement ein, um damit auch einen starken Hell-Dunkel-Kontrast zu erreichen. Allein im Jahr 1909 entstehen laut Schapire über 20 Holzschnitte. Ein Medium, das den Künstler weiterhin sehr beschäftigen wird und worüber Gerhard Wietek in seiner Monographie schreibt: „(...) die unwiderrufliche Entscheidung für dieses ursprünglichste Verfahren (...), dem der Künstler von nun an seine wesentlichen und gültigsten Aussagen anvertrauen wird.“ Von diesem im Eigendruck abgezogenen Blatt wurden in den letzten Jahren nur wenige auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten. Lothar-Günther Buchheim zitiert in seiner Publikation über die „Brücke“: „(...) Es entstand jene für Deutschland unerhörte, provozierende Urwüchsigkeit und Schärfe von Form und Farbe, jener Kult des Primitiven oder Barbaresken (...) und des Grotesk-Mystischen, wie es mit Masken- und Marionettenhaftigkeit verbunden ist, jener asketische Verzicht auf alle äußere und herkömmliche Gepflegtheit des Vortrags zugunsten ursprünglicher Zusammenklänge, unbürgerliche Wunschbilder einer umstürzlerischen Zivilisationsmüdigkeit.“ – Dunkler Abzug. Blattränder minimal unregelmäßig, Oberkante wohl beschnitten. Wenige Braunfleckchen. Kaum merklich wellig. Im Passepartoutausschnitt kaum merklich gebräunt, verso minimal stärker. Verso am Oberrand Reste alter Montierung und minimale Farbdurchfettung. Sonst schön.
Schapire H 19.
Karl Schmidt-Rottluff
Paar am Wald
Holzschnitt auf gräulichem, leicht faserigem Velin. 1909. Ca. 30 x 39 cm (Blattgröße ca. 35 x 45 cm). Signiert und datiert unten rechts.
Am Unterrand von fremder Hand bezeichnet. Rosa Schapire, die die Kunst Karl Schmidt-Rottluffs schon früh förderte und sammelte, beschreibt in ihrem Werkverzeichnis der Druckgraphik den seltenen Holzschnitt: „Eine nackte Frau mit aufgelöstem, über das Gesicht fallenden Haar sitzt links auf dem schwarzen Boden mit ausgestrecktem Beinen. Ihre Hände spielen in ihrem Haar. Rechts neben ihr kauert ein von vorn gesehener nackter Mann. Dahinter Baumstämme und überhängende schwarze Laubmassen. Links helle Luft.“ Schmidt-Rottluff arbeitet das Paar mit Unterstützung der Wirkung der Holzstruktur sehr schön und gezielt heraus. Die einzelnen Grate und Flächen des Stockes setzt er dabei als bewegtes Kompositionselement ein, um damit auch einen starken Hell-Dunkel-Kontrast zu erreichen. Allein im Jahr 1909 entstehen laut Schapire über 20 Holzschnitte. Ein Medium, das den Künstler weiterhin sehr beschäftigen wird und worüber Gerhard Wietek in seiner Monographie schreibt: „(...) die unwiderrufliche Entscheidung für dieses ursprünglichste Verfahren (...), dem der Künstler von nun an seine wesentlichen und gültigsten Aussagen anvertrauen wird.“ Von diesem im Eigendruck abgezogenen Blatt wurden in den letzten Jahren nur wenige auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten. Lothar-Günther Buchheim zitiert in seiner Publikation über die „Brücke“: „(...) Es entstand jene für Deutschland unerhörte, provozierende Urwüchsigkeit und Schärfe von Form und Farbe, jener Kult des Primitiven oder Barbaresken (...) und des Grotesk-Mystischen, wie es mit Masken- und Marionettenhaftigkeit verbunden ist, jener asketische Verzicht auf alle äußere und herkömmliche Gepflegtheit des Vortrags zugunsten ursprünglicher Zusammenklänge, unbürgerliche Wunschbilder einer umstürzlerischen Zivilisationsmüdigkeit.“ – Dunkler Abzug. Blattränder minimal unregelmäßig, Oberkante wohl beschnitten. Wenige Braunfleckchen. Kaum merklich wellig. Im Passepartoutausschnitt kaum merklich gebräunt, verso minimal stärker. Verso am Oberrand Reste alter Montierung und minimale Farbdurchfettung. Sonst schön.
Schapire H 19.
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(27.37 % on the part of the hammer price exceeding 100,000 EUR)
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