Lot no. 19
Karl Schmidt-Rottluff (Rottluff 1884 – 1976 Berlin) „REGENBOGEN ÜBER DER BUCHT“. 1956 Öl auf Holz. 87,5 x 101,5 cm ( 34 ½ x 40 in.). Unten rechts signiert: S. Rottluff. Rückseitig mit Pinsel in Schwarz signiert, betitelt und mit der Werknummer bezeichnet: Schmidt=Rottluff „Regenbogen über der Bucht“ ((5619)). Nicht mehr bei Grohmann. – Das Gemälde ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin, dokumentiert.– [3505] Provenienz: Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (1961, 1969) / Privatsammlung (ab 1972) / Galerie Margret Heuser, Düsseldorf (1995) / Privatsammlung, Schweiz Ausstellung: Schmidt-Rottluff – Gemälde aus den letzten 15 Schaffensjahren. Sonderausstellung. Düsseldorf, Galerie Wilhelm Grosshennig, 1961, S. 15 / Sonderausstellung Schmidt-Rottluff. Gemälde aus den Jahren 1907-1961. Düsseldorf, Galerie Wilhelm Grosshennig, 1969, Farbabb. S. 23 Sierksdorf an der Lübecker Bucht war ab 1951 der letzte Rückzugsort von Schmidt-Rottluff an der Ostsee. In Nidden an der Kurischen Nehrung hatte der Maler vierzig Jahre zuvor zu der für ihn typischen Malerei gefunden. Alte Motive wie Akte im Freien, Fischerboote, einzelne Bäume – all dies sah er in Sierksdorf neu. Er schuf Kürzel für die Seinswelt, reduzierte Formen, die dennoch alles Wesentliche enthielten. Dissonante Farbtöne prallten in seinen Bildern aufeinander und steigerten die Gegenstände zu einer kraftvollen Monumentalität. Man spürt den Einfluß der ungegenständlichen Malerei des Informel und des Abstrakten Expressionismus. Die Dinge werden zu immer stärker vereinfachten Bildzeichen. Indem Schmidt-Rottluff sie durch Konturen trennt, die oft farblich vom Gegenstand abgelöst sind, werden aus seinen Werken strenge Kompositionsgefüge aus Formen und Farbe. Von der Steilküste blickt der Betrachter über die Bucht auf das gegenüberliegende Ufer. Vor düsteren Wolken erscheint ein Regenbogen. Bäume, Steilküste und Blumen sind nur noch als Chiffren erkennbar. Die kompositorisch vermittelnde Wasserfläche ist lediglich durch mehrere Bögen angedeutet. Die Farbklänge des Vorder- und Hintergrundes können sich umso wirkungsvoller entfalten. Im Vordergrund steht ein warmer Akkord aus Ocker und Gelb einem kalten aus Türkis und Rosa gegenüber. Hinreißend gemalt, zieht ein türkisfarbenes Band in den warmen Akkord. Etwas aufgehellt taucht das Türkis vor dem Küstenstreifen wieder auf. Der Einsatz der Farbe folgt bildnerischen Gesetzmäßigkeiten und konstituiert so den Bildraum. Asketisch in der Form, doch ganz frei in der Farbigkeit, findet der über siebzigjährige Schmidt-Rottluff in den späten Arbeiten zu einer zeitlos schönen Malerei. (OH) Karl Schmidt-Rottluff (Rottluff 1884 – 1976 Berlin) „REGENBOGEN ÜBER DER BUCHT“. 1956 Oil on panel. 87,5 x 101,5 cm ( 34 ½ x 40 in.). Signed lower right: S. Rottluff. On the reverse signed, titled and inscribed with the work number in brush in black: Schmidt=Rottluff „Regenbogen über der Bucht“ ((5619)). Date not covered in the catalogue raisonné by Grohmann. The painting is documented in the archive of the Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin.– [3505] Provenienz: Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (1961, 1969) / private collection (from 1972) / Galerie Margret Heuser, Düsseldorf (1995) / private collection, Switzerland Ausstellung: Schmidt-Rottluff – Gemälde aus den letzten 15 Schaffensjahren. Sonderausstellung. Düsseldorf, Galerie Wilhelm Grosshennig, 1961, p. 15 / Sonderausstellung Schmidt-Rottluff. Gemälde aus den Jahren 1907-1961. Düsseldorf, Galerie Wilhelm Grosshennig, 1969, colour ill. p. 23
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Drawings, watercolours and pastels
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Catalog
06/04/2015
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0