Lot no. 246
Kippenberger, Martin
1953 Dortmund - 1997 Wien
Lottoglück. 1983. Mischtechnik (Öl, Lack, Silikon) auf Nessel. 75 x 75cm. Signiert und datiert verso auf dem umgeschlagenen Nessel unten rechts: KiPi 83. Rahmen.
Provenienz:
- Galerie Crone, Andreas Osarek, Berlin
- Unternehmenssammlung Deutschland
Martin Kippenberger ließ bei vielen Zeitgenossen den Eindruck des Enfant terrible zurück. Doch sein vielfältiges Oeuvre ist vielmehr als pure Egozentrik - es transportiert Botschaften für den Betrachter und hat oft moralische Dimensionen. Der Künstler - Provokateur nimmt in seinem Werk oftmals Einblick in gesellschaftliche Strukturen, Machtverhältnisse oder sozialkritische Tabuthemen. Seine umfassende Haltung des Künstlers als Produzent, Moderator und Kurator, welcher aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnimmt, ist wegweisend und kann an die Idee der sozialen Skulptur eines Joseph Beuys anknüpfend verstanden werden.
In der hier vorliegenden Arbeit "Lottoglück" hinterfragt Kippenberger, in einer für ihn typischen Manier, nicht nur die Stellung des Künstlers im Kunstbetrieb, sondern auch die der an zunehmendem Profit orientierten Gesellschaft und somit auch seiner Käuferschaft. Es geht auch hier, wie so oft, um das Geld. Der allgemein herrschende gesellschaftliche Wunsch nach wirtschaftlichem Erfolg, welcher gerade in der Künstlerszene mit einhergehender künstlerischen Anerkennung verbunden ist, wird hier auf die drei dargelegten Optionen "Lottoglück?", "Gehaltserhöhung?" und "Aktiengewinn?" auf ironische Weise heruntergebrochen. Als Hüter des Würfels inszeniert sich Kippenberger als Herr eines Spiels über materielle Sehnsüchte. Der Betrachter ist wiederum nur Teilnehmer seines determinierten und scheinbar aussichtslosen Spiels. Die Tatsache, dass es im Spiel des Lebens Gewinner und Verlierer gibt, ist nicht annähernd so wichtig wie die Teilnahme am Spiel selbst.
Auf einem in Öl gemalten Hintergrund, im Stil der jungen Wilden Malerei, fasst Kippenberger den Würfel unter Benutzung des für ihn typischen Silikons. Ein banal erscheinendes Material, welches oft in seinen Malereien auftaucht und vielleicht auch das in der Malerei heilige Mittel der Ölfarbe augenzwinkernd persifliert. Alles in allem ein gezielter Angriff auf etablierte Geschmackserwartungen und Muster. Absurd, schief, verquer - Kippenberger!.
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Martin Kippenberger
Deutschland
Neue Wilde
Junge Wilde
Aktionskunst
Nachkriegskunst
Unikate
1980er
Abstrakt
Gemälde
Mischtechnik
Wort
Kippenberger, Martin
1953 Dortmund - 1997 Vienna
Lottery Luck. 1983. Mixed media (oil, lacquer, silicone) on untreated cotton. 75 x 75cm. Signed and dated verso on the folded untreated cotton lower right: KiPi 83. Framed.
Provenance:
- Galerie Crone, Andreas Osarek, Berlin
- Corporate collection Germany.
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Martin Kippenberger
Germany
Post-War Art
Post War
1980s
Abstract
Painting
Mixed media
Word
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale05/29/2019
Live
Modern | Post War | Contemporary incl. Collection Reinz & SØR Rusche Collection
50968 Köln - Germany