Lot no. 524 - a
Lesser Ury (Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin) „Berliner Straße im Sonnenschein“. 1920er-Jahre Öl auf Leinwand, auf Pappe, auf Holz aufgezogen. 9,3 × 15,9 cm ( 3 ⅝ × 6 ¼ in.). Unten links signiert: L. Ury. Mit einem Gutachten von Dr. Sibylle Groß, Berlin, vom 17. April 2011. Das Gemälde wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Lesser Ury von Dr. Sibylle Groß, Berlin (in Vorbereitung).– [3556] Provenienz: W. Holst, Hamburg / Handelsgesellschaft, Hamburg (1974) / Privatsammlung, Hamburg (bis 2011) / Privatsammlung, Schweiz Ausstellung: Lesser Ury, Zauber des Lichts. Berlin, Käthe-Kollwitz-Museum, 1995/96, Kat.-Nr. 45, Abbildung S. 143 Der Außenseiter und Sezessionist Lesser Ury nähert sich schon früh dem französischen Impressionismus. Der Künstler übersetzt das Spiel von Licht und Schatten in der Atmosphäre des Großstadtraums in seine persönliche Anschauungsweise. Je stärker sein Empfinden, um so lebendiger wird das Bild, das der Künstler von dem Geschauten zu geben imstande ist. Der impressionistisch festgehaltene urbane Moment prägt sich dem Betrachter mit besonderem Nachdruck ein. Weil der Künstler seinem Erleben Ausdruck gibt, indem er der modernen Großstadt Sprache verleiht, ist es kein bloßes Abbild eines Stücks gesehener Natur. Der Rhythmus der Lichtführung, die Schattenbildung führen das Auge eine Berliner Straße entlang. Scheinbar zufällig, doch es handelt sich um eine in sich geschlossene und wohl ausgewogene Komposition. Das Bildthema, literarische Stoffe und poetische Inhalte, spielen eine geringere Rolle. Die Form seiner Darstellung rückt in den Vordergrund und der Bildgegenstand verändert sich. Nicht das heroische historische Ereignis, das dem Betrachter eine vergangene und vorgestellte Wirklichkeit vorführen soll, sondern die eigene Erfahrung wird künstlerisch gestalteter Bildgegenstand. „Lesser Ury ist in der gegenwärtigen Kunst der exklusivste Kolorist. Er gehört zu den prometheischen Naturen, die nach einer neuen allumfassenden Sprache suchen, da ihnen die alte schal und unzulänglich erschienen ist. Er findet sie in der Farbe. Die Form sagt nichts von der Wechselbeziehung, der Wechselwirkung der Dinge. Dieses aber ist das Wesentliche. [...] Dazu ist dem Künstler die Farbe gegeben. Die Form trennt, die Farbe verbindet. Nur die Farbe kann von Luft und Sonne, von Nebel und Schatten erzählen: sie stellt das Ding ins Ganze ein, sie weckt den stillen Zusammenklang. [...] Lesser Ury grenzt das Gebiet der Farbe nicht ab: alles will er als Farbe geben. Sein Werk ist eine Abstraktion von allem, was nicht koloristischer Wert ist. Darin liegt seine Einseitigkeit und zugleich seine Macht.“ (Martin Buber: Lesser Ury, Berlin, Jüdischer Verlag, 1903, o.S. Lesser Ury (Birnbaum/Poznań 1861 – 1931 Berlin) „Berliner Straße im Sonnenschein“. 1920s Oil on canvas, on cardboard, laid down on panel. 9,3 × 15,9 cm ( 3 ⅝ × 6 ¼ in.). Signed lower left: L. Ury. Accompanied by a certificate by Dr. Sibylle Groß, Berlin, from 17th April 2011. The painting will be included in the catalogue raisonné of paintings, pastels, gouaches and watercolours of Lesser Ury by Dr. Sibylle Groß, Berlin (in preparation).– [3556] Provenienz: W. Holst, Hamburg / Handelsgesellschaft, Hamburg (1974) / Private Collection, Hamburg (until 2011) / Private Collection, Switzerland Ausstellung: Lesser Ury, Zauber des Lichts. Berlin, Käthe-Kollwitz-Museum, 1995/96, cat. no. 45, illustration p. 143
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Drawings, watercolours and pastels
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Modern Art
10719 Berlin - Germany
11/30/2018
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0