Lot no. 4
Lesser Ury (Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin) „BLICK AUS DER ATELIERWOHNUNG DES KÜNSTLERS AM NOLLENDORFPLATZ“. 1931 Öl auf Leinwand. 103 x 68 cm ( 40 ½ x 26 ¾ in.). Rückseitig der runde Aufkleber mit dem Nachlaßstempel Lugt 2475a; mit blauem Farbstift numeriert: 52. Mit einer Expertise von Dr. Sibylle Groß, Berlin, vom 17. Oktober 2014. – Das Pastell wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Lesser Ury von Dr. Sibylle Groß, Berlin (in Vorbereitung).– [3373] Provenienz: Nachlaß des Künstlers / Sophie Bieber, Berlin (seit 1933) / Privatsammlung, Berlin (bis 1998) / Privatsammlung, Berlin Ausstellung: Lesser Ury, Gedenk-Ausstellung. Berlin, National-Galerie, 1931, Kat.-Nr. 152 („Nollendorfplatz und Kleiststraße“) Literatur und Abbildung: Versteigerungskatalog: Der künstlerische Nachlass von Lesser Ury, 129 Ölgemälde, 123 Pastelle. Berlin, Paul Cassirer, 21.10.1932, Kat.-Nr. 124 / Versteigerungskatalog. Berlin, Auktionshaus Dr. Walther Achenbach, 29.11.1935, Kat.-Nr. 612 („Nollendorfplatz“) / Joachim Seyppel: Lesser Ury. Der Maler der alten City. Leben – Kunst – Wirkung, Eine Monographie. Berlin, Gebr. Mann Verlag, 1987, S. 211, Nr. 386 Hoch stehen die Wolken über dem Nollendorfplatz. Auf manche trifft noch Licht, das sie rosa, orange und gelb färbt. Über andere sind die Strahlen der untergehenden Sonne am Horizont schon hinweggegangen. Nun schweben sie wieder als weißer Dunst vor dem hellblauen Himmel, während die Häuser der Stadt schon ins Dunkel abtauchen. Lesser Ury war Impressionist, kein Realist. Doch die Art, wie er hier der abendlichen Stimmung Ausdruck verleiht, wird jeder Berliner auf Anhieb wiedererkennen. Dieses Wetterphänomen ist typisch für die Stadt, gerade im Frühling und im Sommer. Um die delikate Färbung des Himmels einzufangen und sie der dunklen Zone der kaum noch beleuchteten Gebäude gegenüberzustellen, bot der 69jährige Künstler sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung auf. Seit 1887 lebte der in der damaligen Provinz Posen geborene Künstler, der in Düsseldorf, Brüssel, Paris und München Malerei studiert hatte, in Berlin. Schon bald nach seiner Ankunft wurde Lesser Ury zu einem der wichtigsten Vertreter der neuen, von der französischen Avantgarde beeinflußten Kunst in der Hauptstadt. So nahm er als Mitglied der Münchner Secession, der er inzwischen beigetreten war, 1893 zusammen mit Edvard Munch und einer Reihe weiterer Oppositioneller an der Freien Berliner Kunstausstellung teil, aus der wiederum fünf Jahre später die Berliner Secession hervorgehen sollte. 1920 zog Ury in das Haus Nollendorfplatz 1, wo er bis zu seinem Tod im Oktober 1931 arbeitete. Dort entstand in seinem letzten Lebensjahr der „Blick aus der Atelierwohnung des Künstlers am Nollen-dorfplatz“, mit dem er der Stadt, in der er sich von Anfang an auf besondere Weise zuhause gefühlt hatte, ein schönes, ungeschöntes Denkmal setzte. (UC) Lesser Ury (Birnbaum/Poznań 1861 – 1931 Berlin) „BLICK AUS DER ATELIERWOHNUNG DES KÜNSTLERS AM NOLLENDORFPLATZ“. 1931 Oil on canvas. 103 x 68 cm ( 40 ½ x 26 ¾ in.). On the reverse the round label marked with the estate stamp Lugt 2475a; numbered in blue coloured pencil: 52. Accompanied by a certificate by Dr. Sibylle Groß, Berlin, dated 17 October 2014. – The pastel will be included in the catalogue raisonné of paintings, pastels, gouaches and watercolours by Lesser Ury by Dr. Sibylle Groß, Berlin (in preparation).– [3373] Provenienz: Estate of the artist / Sophie Bieber, Berlin (since 1933) / Private collection, Berlin (until 1998) / Private collection, Berlin Ausstellung: Lesser Ury, Gedenk-Ausstellung. Berlin, National-Galerie, 1931, cat. no. 152 („Nollendorfplatz und Kleiststraße“) Literatur und Abbildung: Auction catalog: Der künstlerische Nachlass von Lesser Ury, 129 Ölgemälde, 123 Pastelle. Berlin, Paul Cassirer, 2 Oct. 1932, cat. no. 124 / Auction catalog. Berlin, Auktionshaus Dr. Walther Achenbach, 29 Nov. 1935, cat. no. 612 („Nollendorfplatz“) / Joachim Seyppel: Lesser Ury. Der Maler der alten City. Leben – Kunst – Wirkung, Eine Monographie. Berlin, Gebr. Mann Verlag, 1987, p. 211, no. 386
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/27/2014
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0