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Lot no. 3
Lovis Corinth (Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort) „Fräulein Heck“ (Im Boot auf dem Starnberger See). 1897 Öl auf Leinwand. 58,5 × 86 cm ( 23 × 33 ⅞ in.). Berend-Corinth/Hernad 140.– Retuschen. [3004] Provenienz: Dr. Max Halbe, München / Privatsammlung, München / Dr. Karl Schmidt, Köln / Privatsammlung, Baden-Württemberg / Privatsammlung, Berlin / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Lovis Corinth. Katalog der Ausstellung des Lebenswerkes. Berlin, Galerie Paul Cassirer in den Räumen der Secession, 1913, Kat.-Nr. 41 („Auf dem Starnberger See“, 1899) / Lovis Corinth. Ausstellung von Gemälden und Aquarellen zu seinem Gedächtnis. Dritte Auflage. Berlin, Nationalgalerie, 1926, Kat.-Nr. 51 („Frau Max Halbe im Kahn“) / Lovis Corinth. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Zyklen. Köln, Wallraf-Richartz-Museum in der Kunsthalle, 1976, S. 25, Kat.-Nr. 7, Tafel 6 Literatur und Abbildung: Alfred Rohde: Der junge Corinth. Berlin, Rembrandt-Verlag, 1941, S. 132, Abb. 96, und S. 142 / Otto Brües: Der Schirm und die Maler. Divertimento zu 30 Reproduktionen von Darstellungen des Schirms in der Kunst. Hrsg. v. Karl Schmidt. Köln, Droste Verlag, 1952, o. S., mit ganzseitiger Farbabbildung / Gottfried Sello: Qualität jenseits des Fortschritts. Corinth-Ausstellung in Köln. In: Die Zeit, 6.2.1976, Nr. 7, m. Abb. / Thomas Corinth: Lovis Corinth, Eine Dokumentation. Tübingen, Verlag Ernst Wasmuth, 1979, S. 53 u. S. 164 / Horst Uhr: Lovis Corinth. Berkeley/Los Angeles/Oxford, University of California Press, 1990, S. 107 u. S. 109, Abb. 72 / Ausst.-Kat.: Lovis Corinth. Wien, Kunstforum der Bank Austria, und Hannover, Forum des Landesmuseums, 1992/93, S. 41, Abb. 4 (nicht ausgestellt) In seiner Münchner Zeit von 1891 bis 1901 traf sich Lovis Corinth oft mit dem Dramatiker Max Halbe und seiner Familie. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat er diese auch gemalt – wie hier in unserem Bild Berta Heck, die Schwester von Halbes Frau Luise, 1897 in einem Boot auf dem Starnberger See. Im diesem Gemälde verbindet der Künstler die Nahsicht auf die Porträtierte mit einem weit ausgreifenden Land-schaftspanorama, in dem die extremen Querformate der Münchner Maler um Eduard Schleich anklingen. Dem Betrachter zugewandt, sitzt „Fräulein Heck“ mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Hinter ihr erkennt man einen dunklen Schatten. Es sind die Umrisse des Ruderers, der den Kahn bewegt. Dabei hat sich Corinth offensichtlich bereits von allen Maßstäben der Akademie gelöst und malt ohne jede Bindung an tradierte Stoffe aus Geschichte, Literatur oder Mythologie. Seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit gilt der Kleidung und den Zügen der Hauptperson. Virtuos führt er den Pinsel, wenn er die Farbpaste mal dünn, mal pastos aufträgt. Virtuos ist auch das Kolorit: Als Kontrast zum leuchtenden Rot des Sonnenschirms, der seinen Abglanz auf die linke Schulter und das Antlitz von Fräulein Heck wirft, wählt Corinth für ihr Gewand ein tiefes, nur an wenigen Stellen von Weiß aufgehelltes Blau. Auch die Landschaft malt der Künstler in einer wundervollen Einheit von Blau und Weiß als ineinander verschwimmende Zone von See und Himmel – und gibt der Wasseroberfläche links im Bild noch ein reizendes Detail: einen leichten rötlichen Widerschein des selben Farbtons, den er beim Sonnenschirm der Berta Heck verwendete. Man darf vermuten, dass Corinth Kenntnis von ähnlichen Darstellungen der französischen Impressionisten hatte, allen voran von Édouard Manet. Möglicherweise zitiert er auch eines der Hauptwerke der deutschen Pleinair-Malerei, das Bild „Der rote Schirm“ von Franz von Lenbach. Doch erscheint im Vergleich dazu Corinths „Fräulein Heck“ kühn, einzigartig farbsprühend und lichterfüllt: Es ist der Triumph eines wahrhaft großen Malers über alle akademischen Zwänge. EO Lovis Corinth (Tapiau/East Prussia 1858 – 1925 Zandvoort) „Fräulein Heck“ (Im Boot auf dem Starnberger See). 1897 Oil on canvas. 58,5 × 86 cm ( 23 × 33 ⅞ in.). Berend-Corinth/Hernad 140.– Retouchings. [3004] Provenienz: Dr. Max Halbe, Munich / Private collection, Munich / Dr. Karl Schmidt, Cologne / Private collection, Baden-Württemberg / Private collection, Berlin /Private collection, northern Germany Ausstellung: Lovis Corinth. Katalog der Ausstellung des Lebenswerkes. Berlin, Galerie Paul Cassirer in den Räumen der Secession, 1913, cat. no. 41 („Auf dem Starnberger See“, 1899) / Lovis Corinth. Ausstellung von Gemälden und Aquarellen zu seinem Gedächtnis. Dritte Ausgabe. Berlin, Nationalgalerie, 1926, cat. no. 51 („Frau Max Halbe im Kahn“) / Lovis Corinth. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Zyklen. Cologne, Wallraf-Richartz-Museum in der Kunsthalle, 1976, p. 25, cat. no. 7, plate 6 Literatur und Abbildung: Alfred Rohde: Der junge Corinth. Berlin, Rembrandt-Verlag, 1941, p. 132, ill. 96, and p. 142 / Otto Brües: Der Schirm und die Maler. Divertimento zu 30 Reproduktionen von Darstellungen des Schirms in der Kunst. Ed. by Karl Schmidt. Cologne, Droste Verlag, 1952, unpaginated, full´page colour ill. / Gottfried Sello: Qualität jenseits des Fortschritts. Corinth-Ausstellung in Köln. Die Zeit, 6 Feb. 1976, no. 7, ill. / Thomas Corinth: Lovis Corinth, Eine Dokumentation. Tübingen, Verlag Ernst Wasmuth, 1979, p. 53 and p. 164 / Horst Uhr: Lovis Corinth. Berkeley/Los Angeles/Oxford, University of California Press, 1990, p. 107 and p. 109, ill. 72 / exh. cat.: Lovis Corinth. Vienna, Kunstforum der Bank Austria, and Hanover, Forum des Landesmuseums, 1992/93, p. 41, ill. 4 (not exhibited)
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
06/02/2016
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0

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