Lot no. 7
Lovis Corinth (Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort) „SCHLAFENDES MÄDCHEN“. 1899 Öl auf Holz. 39,6 x 53,9 cm ( 15 ⅝ x 21 ¼ in.). Unten rechts signiert: LOVIS CORINTH. Rückseitig ein Etikett zur Ausstellung Dresden 1927 (s.u.). Berend-Corinth/Hernad 178.– [3103] Provenienz: Fritz Rumpf, Potsdam / Kunsthandlung Paul Roemer, Berlin (1939) / Dr. Georg Glaubitz, Hamburg (?) / Eleonore Glaubitz, Freiburg Ausstellung: Ausstellung des Lebenswerkes von Lovis Corinth. Berlin, Paul Cassirer in den Räumen der Berliner Secession, 1913, Kat.-Nr. 47 / Berlin, Akademie der Künste, 1920 / Corinth Ausstellung. Einhundertsiebenzig Bilder aus Privatbesitz. Berlin, Nationalgalerie, 1923, Kat.-Nr. 121 / Lovis Corinth. Ausstellung von Gemälden zu seinem Gedächtnis. Frankfurt a.M. 1926, Kat.-Nr. 10 / Kassel, Kunstverein, 1926, Kat.-Nr. 11, mit Abb./ Lovis Corinth, Ausstellung von Gemälden und Aquarellen zu seinem Gedächtnis. Berlin, Nationalgalerie, 1926, Kat.-Nr. 56, m. Abb. / Lovis Corinth. Gedächtnis-Ausstellung. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Graphik. Dresden, Sächsischer Kunstverein, 1927, Kat.-Nr. 21, mit Abbildung Literatur und Abbildung: Fritz Rumpf: Lovis Corinth zu seinem fünfzigsten Geburtstage. In: Die Kunst für Alle, Jg. XXIII Jg., H. 21, 1.8.1908, S. 481-488, hier S. 487 und Abb. S. 504 (datiert: 1896) / K(arl) S(cheffler): Lovis Corinth. In: Kunst und Künstler, Jg. VI, H. 6, S. 234-246, Abb. S. 238 / Alfred Rohde: Der junge Corinth. Berlin, Rembrandt-Verlag, 1941, S. 142, Abb. 104 (datiert: 1898) / Jutta Götzmann: Fritz Rumpf (1856–1927). Kunstmaler, Sammler und Museumsgründer. In: Ausst.-Kat.: Privates und öffentliches Sammeln in Potsdam.100 Jahre „Kunst ohne König“. Potsdam-Museum und Potsdamer Kunstverein e. V., im Haus der Brandenburgisch-Preussischen Geschichte, 2009, S. 46-56, hier S. 53 („Liegender Mädchenakt von 1896“, irrtümlich identifiziert als das Bild in der Kunsthalle Bremen, Berend-Corinth/Hernad 179; nicht ausgestellt) / Byung-Chul Han: Über das Erotische. Gedanken bei der Betrachtung von Lovis Corinths „Schlafendem Mädchen“. In: Grisebach. Das Journal. Herbst 2014, S. 12/13, Farbabb. S. 12 u. Abb. auf dem Titel Die spontane Niederschrift von Augenblickssituationen war eine der Stärken von Lovis Corinth. Seine Malerei hielt fest, was sich im nächsten Moment verändern würde. Durch dauerndes Beobachten und protokollierendes Skizzieren vermochte er die bildwürdige Szene aus seinen Eindrücken herauszudestillieren. Der Reiz einer unmittelbaren Erscheinung war vermutlich der Anlaß für das Bild „Schlafendes Mädchen“. Corinth hat die „sensation directe“ erlebt und überträgt sie ohne jede Portraitabsicht und ohne das Bemühen, eine Geschichte zu erzählen, auf die Leinwand. Die Palette, die er verwendet, ist überschaubar: Weiß in zahlreichen Nuancen bestimmt sie, gebrochen durch Grau, mit Beigaben von Gelb und Rot weich gezeichnet, durch dunkle Untermalung voluminös angereichert, dazu Spuren anderer Werte, die das Weiß noch stärker aufleuchten lassen. Helle Rosatöne sind zu prachtvollem Inkarnat verschmolzen, Schwarz setzt ein energisches Gegengewicht. Zu ihrem schwarzen Halsband greift die Schlaftrunkene und lockert es ein wenig, um ganz entspannt in die Kissen zu sinken. Die Decke ist etwas herabgeglitten, ein Knie im schwarzen Strumpf lugt hervor. Fast frivol mutet diese Haltung an, mit Strümpfen hat sich die junge Dame niedergelegt, und der Maler, der sie mit sichtlichem Wohlgefallen betrachtet, setzt einen schmissigen Hieb aus Schwarz auf die Bettdecke wie einen bekräftigenden Federstrich. Der breite Duktus seines Pinsels und die Bravour, mit der die Töne sich zum Ganzen fügen, erinnern an die Lichtfülle des französischen Impressionismus, noch mehr aber an Frans Hals. Wie schon für Liebermann war der Niederländer auch für Corinth ein bewundertes Vorbild, und so ist der Körper der Schlafenden nicht kunstvoll entrückt, sondern, dem unserem Bild nahestehenden „Liegenden Akt“ (Kunsthalle Bremen) vergleichbar, in sinnlicher Direktheit fast zärtlich modelliert. Und das Bild enthält noch eine weitere Geschichte: Begegnet hier nicht gerade Leda ihrem Liebhaber, der, beglückt über diese Unschuld, sein Gefieder richtet? (EO) Lovis Corinth (Tapiau/East Prussia 1858 – 1925 Zandvoort) „SCHLAFENDES MÄDCHEN“. 1899 Oil on panel. 39,6 x 53,9 cm ( 15 ⅝ x 21 ¼ in.). Signed lower right: LOVIS CORINTH. On the reverse a label of the exhibition Dresden 1927 (see below). Berend-Corinth/Hernad 178.– [3103] Provenienz: Fritz Rumpf, Potsdam / Kunsthandlung Paul Roemer, Berlin (1939) / Dr. Georg Glaubitz, Hamburg (?) / Eleonore Glaubitz, Freiburg Ausstellung: Ausstellung des Lebenswerkes von Lovis Corinth. Berlin, Paul Cassirer in the galleries of the Berlin Secession, 1913, cat. no. 47 / Berlin, Akademie der Künste, 1920 / Corinth Ausstellung. Einhundertsiebenzig Bilder aus Privatbesitz. Berlin, Nationalgalerie, 1923, cat. no. 121 / Lovis Corinth. Ausstellung von Gemälden zu seinem Gedächtnis. Frankfurt a.M. 1926, cat. no. 10 / Kassel, Kunstverein, 1926, cat. no. 11, ill. / Lovis Corinth, Ausstellung von Gemälden und Aquarellen zu seinem Gedächtnis. Berlin, Nationalgalerie, 1926, cat. no. 56, ill. / Lovis Corinth. Gedächtnis-Ausstellung. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Graphik. Dresden, Sächsischer Kunstverein, 1927, cat. no. 21, ill. Literatur und Abbildung: Fritz Rumpf: Lovis Corinth zu seinem fünfzigsten Geburtstage. Die Kunst für Alle, vol. XXIII, issue 21, 1 Aug. 1908, pp. 481-488, here p. 487 and ill. p. 504 (dated: 1896) / K(arl) S(cheffler): Lovis Corinth. Kunst und Künstler, vol. VI, issue 6, pp. 234-246, ill. p. 238 / Alfred Rohde: Der junge Corinth. Berlin, Rembrandt-Verlag, 1941, p. 142, ill. 104 (dated 1898) / Jutta Götzmann: Fritz Rumpf (1856–1927). Kunstmaler, Sammler und Museumsgründer. exh. cat.: Privates und öffentliches Sammeln in Potsdam.100 Jahre „Kunst ohne König“. Potsdam-Museum and Potsdamer Kunstverein e. V., im Haus der Brandenburgisch-Preussischen Geschichte, 2009, pp. 46-56, here p. 53 („Liegender Mädchenakt von 1896“, erroneously identified as the painting at Kunsthalle Bremen, Berend-Corinth/Hernad 179; not exhibited) / Byung-Chul Han: Über das Erotische. Gedanken bei der Betrachtung von Lovis Corinths „Schlafendem Mädchen“. Grisebach. Das Journal. fall 2014, pp. 12/13, color ill. p. 12 and on the cover
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Drawings, watercolours and pastels
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Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
11/27/2014
Offered by Grisebach
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