Lot no. 756
Markus Lüpertz (Reichenberg/Böhmen 1941 – lebt in Berlin) Ohne Titel (Zelt). 1967 Leimfarbe auf Nessel. 250 × 342 cm ( 98 ⅜ × 134 ⅝ in.). Oben links signiert: MARKUS. Falten durch Lagerung. [3265] Provenienz: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1967 in der Galerie Jülicher erworben) Ausstellung: Country House Exhibition. Niederkrüchten, Galerie Jülicher, 1967 Als Markus Lüpertz Mitte der 1960er-Jahre die „dithyrambische Malerei“ für sich findet, wollte er sich ganz bewusst von allen geltenden Malereistilen abwenden. Kein Pop, kein abstrakter Expressionismus, kein Informell. Stattdessen erregte er Aufsehen mit monumental-expressiven Werken mit gegenständlichen Motiven (Zelte, Baumstämme, Telegrafenmasten). In seinen „Zelten“ – deren Motiv Lüpertz in einem Warenhauskatalog findet – abstrahiert er nicht im klassischen Sinne, sondern seine Abstraktion ist vielmehr „die Erfindung eines unsinnigen Gegenstandes. Eines Gegenstandes, der einfach nur da ist und keine Funktion erfüllt [...].“ Durch das additive Konstruieren, das Zusammensetzen von abstrakten Flächen und Formen wird das profane Campingzelt zu einem „plastischen Ereignis“ , das uns die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit des Dargestellten, eine malerische Realität vor Augen führt. Unser Werk, „Ohne Titel (Zelt)“, 1967, entstammt einer frühen Präsentation des Künstlers in der Galerie Jülicher in Niederkrüchten. Für die Ausstellung „Destruction of the Country House“ (zusammen mit Bernd Koberling) hat Lüpertz aus einem simplen Baugerüst und vier großformatigen Leinwänden (jeweils ca. 340 × 250 cm) einen unbedachten Raum geschaffen, welcher auf einem dem Galeriehaus vorgebauten Schwimmbecken aufgestellt wurde. Dieses Ausstellungsdisplay ist die kongeniale Entsprechung seiner Bildfindungen, die für ihn absichtslose, selbstständige Existenzen waren. Die glatte symmetrische, in sich geschlossene Körperlichkeit seiner Motive findet hier ihre „architektonische Formgestalt“. Durch die Präsentation der „Zelte“ in Serien und Varianten wollte Lüpertz das Potenzial der Malerei erforschen. Fragen nach verborgenen Inhalten erübrigen sich, denn hier steckt „die Tiefe in der Oberfläche“. Christian Ganzenberg Wir danken der Galerie Michael Werner für die historische Abbildung Markus Lüpertz (Liberec/Bohemia 1941 – lives in Berlin) Untitled (Tent). 1967 Distemper on nettle. 250 × 342 cm ( 98 ⅜ × 134 ⅝ in.). Signed upper left: MARKUS. Creasing due to storage. [3265] Provenienz: Private collection North Rhine-Westphalia (acquired 1967 at Galerie Jülicher) Ausstellung: Country House Exhibition. Niederkrüchten, Galerie Jülicher, 1967 We would like to thank Galerie Michael Werner for the historical illustration
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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Art Contemporain
10719 Berlin - Germany
12/01/2017
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0