Lot no. 7
Max Beckmann (Leipzig 1884 – 1950 New York) „Sumpfblumen“. 1907 Öl auf Leinwand. 65 × 54,5 cm ( 25 ⅝ × 21 ½ in.). Oben rechts monogrammiert und datiert: HBSL [=Herr Beckmann Seiner Liebsten] 07. Göpel 76.– [3383] Provenienz: Minna Beckmann-Tube / Elisabeth Schmidt, geb. Tube / Irmgard Frege, Markkleeberg / Privatsammlung, Süddeutschland (seit 1952 im Verwahrbestand, ab 1983 als Dauerleihgabe im Museum der Bildenden Künste, Leipzig) Ausstellung: Max Beckmann. Graphik, Malerei, Zeichnung. Ausstellung zum 100. Geburtstag. Leipzig, Museum der bildenden Künste, 1984, Kat.-Nr. 205, ganzs. Farbabb. S. 213 Literatur und Abbildung: Herwig Guratzsch (Hrsg.): Museum der bildenden Künste Leipzig – Katalog der Gemälde. Bearb. von Dietulf Sander. Gerd Hatje, Stuttgart 1995, S. 216, Nr. D 71 [im Verzeichnis der Dauerleihgaben], Abb. 785, S. 418 Mit einem Triumph begann die künstlerische Laufbahn von Max Beckmann. Nach Studienjahren an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar wurde er 1906 für sein Bild „Junge Männer am Meer“ mit dem Preis des Deutschen Künstlerbundes ausgezeichnet. Dieses Jugendwerk in der Tradition von Hans von Marées sollte Beckmann sein Leben lang als Inspiration für zahlreiche weitere Bilder von Strand und See begleiten. In seiner überlegenen Komposition, erlesenen Farbigkeit und technischen Brillanz war es ein erster Höhepunkt im Werk, Vorbote der vieldeutigen Figurenbilder, für die er in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Das Œuvre Beckmanns ist reich an Glanzlichtern, und sogar thematische Nebenschauplätze wie Stillleben sind bei ihm zu besonderen Kunststücken geworden. Sein bis etwa 1914 entstandenes Frühwerk enthält meh-rere Blumenbilder. Als Beckmann im Sommer 1907 an der westpommerschen Ostseeküste in Vietzkerstrand Urlaub machte, entstand unser Gemälde „Sumpfblumen“. Vor dem Hintergrund einer leuchtend roten Tapete stehen zwei Ge-fäße mit Blumen, wie man sie vom Spaziergang mitbringt: ein gelb blühendes Pflänzchen in einem Glas, hoch aufragend daneben in einem weißen Krug eine lila Blütenstaude, vom weißen Flor einer weiteren Pflanze begleitet. Im Tapetenmuster steht wie ein Ornament die Dedikation des Malers an seine Frau Minna: „HBSL“ (Herr Beckmann seiner Liebsten). Die Hochzeit hatte im Spätsommer des Vorjahres stattgefunden, vor der Abreise nach Florenz in die Villa Romana. Diese Widmung mag zu tiefsinnigen Deutungen, das junge Ehepaar betreffend, anregen. Ist die Darstellung aber nicht vielmehr die Dokumentation eines zufällig erblickten Naturausschnitts, dessen Bildwürdigkeit der Künstler erkannte? Ihn interessierte die malerische Aufgabe, Außen- und Innenwelt – Natur und Zivilisation – (Innenraum, Tapete, Gefäße) zu verbinden. Beckmann selbst berichtete seinem Verleger Ernst Piper über seine „Lehrjahre“: „[Nach 1903] habe ich dann, um nicht zu früh in einem bestimmten Stil zu erstarren, mich intensiv mit den alten Meistern und deren Naturauffassung beschäftigt, aber stets mit dem fast bewußten Gefühl, durch alles hindurchgehen zu müssen, alles bis ins letzte kennen und auch können gelernt zu haben, um dann ganz ich selbst sein zu können.“ (Beckmann erzählt. In: Reinhard Piper, Nachmittag. Erinnerungen eines Verlegers, München 1950, zit. n.: Ausst.-Kat. Max Beckmann. Die frühen Bilder. Kunsthalle Bielefeld, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt a. M., 1982/1983, S. 38) EO Max Beckmann (Leipzig 1884 – 1950 New York) „Sumpfblumen“. 1907 Oil on canvas. 65 × 54,5 cm ( 25 ⅝ × 21 ½ in.). Monogrammed and dated upper right: HBSL [=Herr Beckmann Seiner Liebsten] 07. Göpel 76.– [3383] Provenienz: Minna Beckmann-Tube / Elisabeth Schmidt, born Tube / Irmgard Frege, Markkleeberg / Private collection, South Germany (since 1952 for safe-keeping, from 1983 as long-term loan at Museum der Bildenden Künste, Leipzig) Ausstellung: Max Beckmann. Graphik, Malerei, Zeichnung. Ausstellung zum 100. Geburtstag. Leipzig, Museum der bildenden Künste, 1984, cat. no. 205, full-page colour ill. p. 213 Literatur und Abbildung: Herwig Guratzsch (ed.): Museum der Bildenden Künste Leipzig – Katalog der Gemälde. ed. by Dietulf Sander. Gerd Hatje, Stuttgart 1995, p. 216, no. D 71 [inventory of long-term loans], ill. 785, p. 418
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Drawings, watercolours and pastels
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Catalog
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Germany
06/02/2016
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