Lot no. 7
Max Liebermann (1847 – Berlin – 1935) „GEMÜSEMARKT IN DELFT“. 1907 Öl auf Leinwand. 71 x 89 cm ( 28 x 35 in.). Unten rechts signiert und datiert: M. Liebermann 1907. Eberle 1907/21.– [3120] Provenienz: Theodor Behrens, Hamburg (erworben am 21.12.1907 in der Galerie Paul Cassirer, Berlin) / ehemals Privatsammlung, USA Ausstellung: X. Jahrgang, VI. Ausstellung. Berlin, Galerie Paul Cassirer, 1908, Kat.-Nr. 40 („Gemüseauktion in Delft II“) / Private Schätze. Über das Sammeln von Kunst in Hamburg bis 1933 (Katalog zur Ausstellung: Picasso, Beckmann, Nolde und die Moderne. Meisterwerke aus frühen Privatsammlungen in Hamburg). Hamburg, Hamburger Kunsthalle, 2001, Kat.-Nr. 93, Farbabbildung S. 110, und S. 42 m. Abbildung / Der deutsche Impressionismus. Bielefeld, Kunsthalle, 2009/10, ganzseitige Farbabbildung S. 219 Literatur und Abbildung: N. N.: Kunstausstellungen: In: Kunst und Künstler, Jg. VI, H. 6, 29.2.1908, S. 255-258, hier S. 256 / Gustav Pauli: Max Liebermann. Des Meisters Gemälde in 304 Abbildungen. Stuttgart und Leipzig, Deutsche Verlags-Anstalt, 1911 (= Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben, Neunzehnter Band), Abbildung S. 170, Anm. S. 247 u. S. 250 / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 1914, S. 451 u. S. 543 (Werkkatalog) / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 2. Auflage 1923, S. 451 / Bernhard Echte und Walter Feilchenfeldt (Hrsg.): Kunst-salon Paul Cassirer. Die Ausstellungen. Band 3: „Den Sinnen ein magischer Rausch“, 1905–1908. Wädenswil, Nimbus, 2013, ganzseitige Farbabbildung S. 666, auf S. 667, 668, 671, 676, 677, 681, 683, 686 u. 687 erwähnt in den Rezensionen von Willy Pastor (Tägl. Rundschau, 7.2.1908, Nr. 32), J. Meier-Graefe (Tagebucheintrag vom 9.2.1908), Fritz Stahl (Berliner Tageblatt, 11.2.1908, Nr. 88), Ernst Kreowski (Berliner Volkszeitung, 19.2.1908, Nr. 83), Wilhelm Micheels (Berliner Neueste Nachrichten, 20.2.1908, Nr. 93), Rudolf Klein (Magdeburgische Zeitung, 23.2.1908, Nr. 98), Paul Landau (Freisinnige Zeitung, 28.2.1908), Alfred Gold (Frankfurter Zeitung, 29.2.1908, Nr. 60), Curt Glaser (Hamburgischer Correspondent, 2.3.1908, Nr. 112), und Walter Cohen (Kunstchronik N. F., 19. Jg., Nr. 21, 3.4.1908, Sp. 356 f.) Die Arbeitswelt in einer vorindustriellen, handwerklichen Ausprägung ist eines der bevorzugten Themen, die Liebermann vor allem während seiner Sommeraufenthalte in Holland malte. Den Impuls hierzu verdankte er dem Ungarn Munkácsy, der in ganz Europa sensationelle Erfolge mit seinen Genreszenen feierte und der Liebermann zu dessen erster größerer Arbeit, den „Gänserupferinnen“, inspirierte. Die Bekanntschaft mit dem holländischen Maler Israëls vertiefte Liebermanns Blick auf die prekäre Arbeitswelt der Netzflickerinnen, Spinnerinnen und Hirten. Israëls Bilder sind ohne Anklage, sie wollen nichts entschuldigen oder zur Hilfe aufrufen. Diese Haltung macht sich Liebermann zu eigen: Mit Ernst und mit Würde gehen die Menschen ihren Tätigkeiten nach. Doch Liebermann bringt etwas Neues in diese Malerei. Das Licht dringt auf seinen Bildern in die tiefsten Winkel der dunkelsten Stube. Er hat hier sein Thema gefunden, das ihn bis zu seinem Lebensende nicht mehr loslassen wird. Jeder Gegenstand, so sagt es der Maler selbst, soll vom Licht umflossen erscheinen. Als Liebermann dann Badende am Meer, Polospieler und Reiter am Strand zu seinen Sujets macht, kommt noch ein Interesse für die Darstellung von Bewegung hinzu. Seine Malweise wirkt nun spontan; fast skizzenhaft beginnen sich die ehemals festen Umrisse aufzulösen. Wie auf einer Bühne dirigieren beim „Gemüsemarkt in Delft“ die Männer mit langen Stecken ihre flachen Boote aneinander vorbei. In einem einfachen Haus mit Öffnung zum Kanal warten die Händler auf die Waren. Unzählige Schaulustige verfolgen das Spektakel. „Um den Duft des Sonnenlichts auf die Gegenstände und auf die sie umgebende Luft zu malen, taucht Liebermann stets den Pinsel zuerst in das reine Weiß und dann erst in die Lokalfarbe. [...] Dadurch erzeugt er die Wirkung allgemeiner Helligkeit, in der das Hellste erst recht leuchtet.“ (Woldemar von Seidlitz, in: Cornelius Gurlitt: Die deutsche Kunst seit 1800, Berlin 1924, S. 364) Auf unserem Bild erhalten die hellen Hemden der Schiffer einen Lichtimpuls, der ihre für die Komposition wichtigen Bewegungen betont. Und aus dem bräunlich dunklen Grundton des Wassers und der Boote leuchten die Berge an Gemüse taufrisch hervor. (OH) Max Liebermann (1847 – Berlin – 1935) „GEMÜSEMARKT IN DELFT“. 1907 Oil on canvas. 71 x 89 cm ( 28 x 35 in.). Signed and dated lower right: M. Liebermann 1907. Eberle 1907/21.– [3120] Provenienz: Theodor Behrens, Hamburg (acquired on 21.12.1907 at Galerie Paul Cassirer, Berlin) / formerly private collection, USA Ausstellung: X. Jahrgang, VI. Ausstellung. Berlin, Galerie Paul Cassirer, 1908, cat. no. 40 („Gemüseauktion in Delft II“) / Private Schätze. Über das Sammeln von Kunst in Hamburg bis 1933 (catalogue of the exhibition: Picasso, Beckmann, Nolde und die Moderne. Meisterwerke aus frühen Privatsammlungen in Hamburg). Hamburg, Hamburger Kunsthalle, 2001, cat. no. 93, colour ill. p. 110, and p. 42 with ill. / Der deutsche Impressionismus. Bielefeld, Kunsthalle, 2009/10, full-page colour ill. p. 219 Literatur und Abbildung: N. N.: Kunstausstellungen: In: Kunst und Künstler, year VI, vol. 6, 29.2.1908, p. 255-258, here p. 256 / Gustav Pauli: Max Liebermann. Des Meisters Gemälde in 304 Abbildungen. Stuttgart and Leipzig, Deutsche Verlags-Anstalt, 1911 (= Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben, vol. 19), ill. p. 170, note p. 247 and p. 250 / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 1914, p. 451 and p. 543 (catalogue of works) / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 2nd ed. 1923, p. 451 / Bernhard Echte and Walter Feilchenfeldt (eds.): Kunst-salon Paul Cassirer. Die Ausstellungen. vol 3: „Den Sinnen ein magischer Rausch“, 1905–1908. Wädenswil, Nimbus, 2013, full-page colour ill. pp. 666, 667, 668, 671, 676, 677, 681, 683, 686 and 687 mentioned in the review by Willy Pastor (Tägl. Rundschau, 7.2.1908, no. 32), J. Meier-Graefe (diary entry of 9.2.1908), Fritz Stahl (Berliner Tageblatt, 11.2.1908, no. 88), Ernst Kreowski (Berliner Volkszeitung, 19.2.1908, no. 83), Wilhelm Micheels (Berliner Neueste Nachrichten, 20.2.1908, no. 93), Rudolf Klein (Magdeburgische Zeitung, 23.2.1908, no. 98), Paul Landau (Freisinnige Zeitung, 28.2.1908), Alfred Gold (Frankfurter Zeitung, 29.2.1908, no. 60), Curt Glaser (Hamburgischer Correspondent, 2.3.1908, no. 112), and Walter Cohen (Kunstchronik N. F., year 19, no. 21, 3.4.1908, p. 356 f.)
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06/04/2015
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