Lot no. 737
Norbert Kricke (1922 – Düsseldorf – 1984)
„Raumplastik“. 1962
Stahl, mit Silberbronze gefasst, auf Onyxsockel. 38,6 × 53,7 × 42,8 cm (mit Sockel) ( 15 ¼ × 21 ⅛ × 16 ⅞ in. (mit Sockel)).
Die Skulptur wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Plastiken Norbert Krickes von Dr. Sabine Kricke-Güse, Berlin (in Vorbereitung).–
[3309]
Ausstellung: Norbert Kricke 1922–1984. Raumplastiken und Zeichnungen aus den Jahren 1954 bis 1984. Stuttgart, Edith Wahlandt Galerie, 2012, ohne Nr., Abb. S. 20
Warum der gebürtige Düsseldorfer Norbert Kricke zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegsmoderne zählt, zeigt diese „Raumplastik“ aus dem Jahr 1962. Sie ist nur etwas mehr als einen halben Meter hoch, doch so dynamisch, wie von einem imaginären Sturm aufgepeitscht und im Moment ihrer wildesten Bewegung eingefroren, ist sie selbst in Krickes Werk ein Solitär. Ihre Form verdankt die Raumplastik Ein üssen aus zwei sich eigentlich gegenseitig ausschließenden Quellen. Obwohl die technischen Errungenschaften der Fünfziger- und Sechzigerjahre auf Norbert Kricke eine starke Faszination ausgeübt hatten, waren seine Arbeiten auch eng verwandt mit Phänomenen der Natur. So entwickelte er nur zwei Jahre später Ideen zu „Wasserreliefs“ und einem „Wasserwald“, die ihren Reiz wesentlich der Wirkung von Lichtre exionen auf einer Wasserober äche verdankten.
In großem Schwung, einer Kalligra e gleich, greifen bei unserer „Raumplastik“ dünne Stahldrähte einzeln oder gebündelt ungestüm in alle Richtungen aus. In ihrer Bewegtheit den kinetischen Arbeiten der Zero-Gruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker nicht unähnlich, scheint sie sich mit aller Kraft gegen den Stillstand zu wehren – auch wenn sie de facto zu nichts anderem verdammt ist. Die „Raumplastik“ fällt in eine für den Bildhauer sehr produktive Zeit. 1959 war er zum ersten Mal zur Documenta in Kassel eingeladen worden, auf der er 1964 noch einmal vertreten war. In dem selben Jahr, 1964, richtete ihm das Museum of Modern Art in New York eine Ausstellung aus, eine für einen Künstler aus Deutschland seltene Ehre. Seine Arbeiten wurden auf der Biennale von Venedig präsentiert, außerdem erhielt er eine Professur an der renommierten Kunstakademie in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Etwas von dem Optimismus, der sich mit jenen erfreulichen Ereignissen verbindet, spiegelt sich auch in der ungestümen Schönheit dieser vorliegenden Plastik wider. UC
Die Plastik wurde im November 2011 von dem ehemaligen Leiter der Werkstatt Norbert Kricke gereinigt und, wie ursprünglich, mit Silberbronze gefasst.
Norbert Kricke (1922 – Düsseldorf – 1984)
„Raumplastik“. 1962
Steel, painted with silver aluminium, on an Onyx base. 38,6 × 53,7 × 42,8 cm (with base) ( 15 ¼ × 21 ⅛ × 16 ⅞ in. (with base)).
The sculpture will be included in the catalogue raisonné of the sculptures of Norbert Kricke by Dr. Sabine Kricke-Güse, Berlin (in preparation).–
[3309]
Ausstellung: Norbert Kricke 1922–1984. Raumplastiken und Zeichnungen aus den Jahren 1954 bis 1984. Stuttgart, Edith Wahlandt Galerie, 2012, without number, illustration p.20
The sculpture was cleaned in November 2011 by the former leader of the Norbert Kricke Workshop and painted with silver aluminium, as originally
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