Lot no. 513 - a
Otto Dix (Gera-Untermhaus 1891 – 1969 Singen)
„Ivar von Lücken“. 1932
Silberstift auf festem, weiß grundiertem Papier. 57,2 × 45,5 cm ( 22 ½ × 17 ⅞ in.). Oben betitelt: IVAR v. LÜCKEN. Rechts in der Mitte das Dix-Monogramm mit der Datierung: 1932.
Lorenz IE 3.1.20.–
[3223]
Provenienz: Privatsammlung, Hessen
Der Dichter Ivar von Lücken (1874–1935) kann als eine der bekanntesten unbekannten Figuren der Künstlerszene der Weimarer Republik gelten. Die Bildnisse, die Otto Dix und Oskar Kokoschka von ihm schufen, sind bis heute im kulturellen Gedächtnis verankert, und doch weiß man über sein Leben und sein Werk kaum etwas. Er führte das Leben eines Bohemiens, der auf die Unterstützung wohlmeinender Gönner angewiesen war. Zu seinen Lebzeiten erschien nur ein schmaler Band mit Gedichten, 1928 in Berlin.
Während Dix den Dichter in seinem Gemälde als ein wenig der Welt entrückte Ganzfigur ins Bild setzte, als große Gestalt mit einem zu weiten Anzug bekleidet, der seinen hageren Leib umflattert, verleiht er ihm in seiner Silberstift-Zeichnung die geradezu abgeklärte Präsenz eines Philosophen, der mit sich und der Welt, die er durchschaut, im Reinen ist. Dies ist das Bildnis eines Menschen, dem man nichts vormachen kann und der bewusst nach der Maxime lebt, die Kunst und nur sie sei sein tägliches Brot. Diesen intellektuellen Aristokratismus hat Otto Dix mit bewunderungswürdiger Sicherheit erfasst, in dem präzisen Strich des Silberstifts, der keine Korrekturen erlaubt. MS
Otto Dix (Gera-Untermhaus 1891 – 1969 Singen)
„Ivar von Lücken“. 1932
Silver point on heavy, white-primed paper. 57,2 × 45,5 cm ( 22 ½ × 17 ⅞ in.). Titled at the top: IVAR v. LÜCKEN. On the right in the centre the Dix-monogram with the date: 1932.
Lorenz IE 3.1.20.–
[3223]
Provenienz: Private collection, Hesse
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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