Lot no. 746
Otto Piene (Laasphe/Westfalen 1928 – 2014 Berlin) „Yellow Spring“. 1990 Mischtechnik auf Leinwand. 100 × 130 cm ( 39 ⅜ × 51 ⅛ in.). Rückseitig mit Faserstift in Schwarz betitelt, signiert und datiert: „Yellow Spring“ Piene (im Kreis) ’90. Fachgerecht restauriertes kleines Loch. [3474] Provenienz: Galerie Heseler, München / Privatsammlung, Süddeutschland Der rote Feuerball mit seinem smaragdgrünen Schweif scheint, einem Kometen gleich, mit ungebrochener Energie und Geschwindigkeit auf die Bildmitte zuzurasen. In leuchtendem Rotorange strahlt das kraftvolle Energiefeld auf die in warm leuchtendem Gelb gehaltene Bildfläche aus. Der gesamte Bildraum begegnet den Betrachtern so intensiv von Hitze aufgeladen, dass das kreisförmige Zentrum des Energieträgers und das Umfeld des kometenhaften Objekts einander im Wechsel überstrahlen. Das Gemälde „Yellow Spring“ von Otto Piene ist ein herausragendes Werk auf der Höhe seines Schaffen und lässt den Betrachter energetische Spannung und Hitze am eigenen Leib spüren. Es könnte ein bildliches Zitat des Künstlers aus den frühen Jahren sein, als Piene, wenige Jahre nach der Gründung der Gruppe ZERO konstatierte, welche Bedeutung er einem Bild beimisst: „Das Bild ist ein Kraftfeld, Arena der Begegnung von Energien des Autors, geschmolzen, gegossen in die Bewegung der Farbe, empfangen aus der Fülle des Universums, geleitet in die Kapillaren der offenen Seele des Betrachters“ (Otto Piene: 10 texte. 1961). Diese einzigartige energetische Qualität, die das Werk Otto Pienes seit Gründung der Gruppe ZERO im April 1957 auszeichnet, prägte sein gesamtes späteres Œuvre. Als Piene in seinem Düsseldorfer Atelier gemeinsam mit dem Künstler Heinz Mack im April 1957 die Kunstbewegung ZERO ins Leben rief, waren sie, geprägt von ihren Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges und den verheerenden Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, von humanistischen Gedanken geprägt. Schon bald schloss sich ihnen Günther Uecker an. Die Gruppe setzte sich zum Ziel, alles, was bis dahin in der Kunst Geltung hatte, hinter sich zu lassen und ausschließlich mit den elementaren Kräften der Natur zu experimentieren. So entstanden seit 1960 die ersten Rauch- und Feuerbilder von Otto Piene, die er partiell mit brennbarer Farbe übermalt und angezündet hat. Durch gezielte Bewegungen gelang es Piene, die Ausbreitung des Feuers zu lenken, ja mit Feuer zu malen. In unserem Gemälde „Yellow Spring“ ist ihm dieses Malen mit Feuer meisterhaft gelungen. AGT Otto Piene (Laasphe, Westphalia 1928 – 2014 Berlin) „Yellow Spring“. 1990 Mixed media on canvas. 100 × 130 cm ( 39 ⅜ × 51 ⅛ in.). On the reverse titled, signed and dated in black felt-tip pen: „Yellow Spring“ Piene (in a circle) ’90. Diligently repaired small hole. [3474] Provenienz: Galerie Heseler, Munich / Private collection, South Germany
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Catalog
Art Contemporain
10719 Berlin - Germany
06/03/2016
Offered by Grisebach
0049 30 885 915 0