Lot no. 543
Paar Meissen Figuren von "Mars" und "Minerva" aus dem Besitz von Friedrich August III. von Sachsen
Gegenstücke. Auf hohem, von stark reliefplastischen Rocaillen umzogenem Sockel, im Kontrapost stehender Mars, Gott des Krieges, in majestätisch-stolzer Haltung im Kriegsgewand eines römischen Feldherrn aus silbernem Schuppenpanzer über Panzerunterkleid und olivgrüner Tunika, die Schultern bedeckt von einem purpurfarbenen Feldherrenmantel. Auf dem Kopf einen silbernen Helm mit Löwenfigur, mit feuerrotem Helmbusch als sein Attribut tragend. Seitlich das gegürtete Schwert. Seine rechte Hand hat er mit Zeigegestus erhoben, die Linke stützt er auf einen am Boden abgesetzten Schild mit Löwenkopf. Als Gegenstück Minerva, die römische Göttin der Weisheit und klugen Kriegsführung in selbstbewusster Pose, gekleidet in einen Brustpanzer mit Medusenhaupt über langem, von Goldblüten gemustertem Gewand sowie purpurfarbenem Mantel. Ihr Helm bekrönt von ihrem Attribut, der Eule, mit Federbusch. Ihr linker Arm ist erhoben, die Rechte trägt ein einsteckbares Medusenschild. Polychrome Malerei mit reicher Goldstaffage und feinen Goldradierungen. Entw. Michel Victor Acier, 1778/1779. Modell-Nr. F 29 und F 30. Rest.; Unterglasurblaue Eigentumsmarke FA in Ligatur mit Krone und Nr. 49 und 50. Schwertermarke. H. 35,5 cm - 37 cm.
Die Figuren "Mars" und "Minerva" fertigte Michel Victor Acier (1736 - 1799) ursprünglich als Teil einer aus zwölf Figuren bestehenden, von Camillo Marcolini in Auftrag gegebenen Huldigungsgruppe zum Ausdruck der Ehrerbietung des Prinzen Heinrich von Preußen. Der jüngere Bruder von Friedrich II. erhielt früh eine militärische Ausbildung und nahm bereits im Alter von 14 Jahren als Regimentskommandeur am Österreichischen Erbfolgekrieg teil. Besondere Verdienste kamen ihm im Siebenjährigen Krieg, im Speziellen mit der Verteidigung Sachsens durch gekonnte, strategische Kriegsführung zu. Der allegorische Tafelaufsatz mit "Mars" und "Minerva", umgeben von Musen, sollte die Tugenden des Prinzen und seine militärischen Erfolge versinnbildlichen.
Vgl. P. von Spee, Die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur (Diss.), Bonn, 2004, Kat. Nr. 61, S. 264; Easum, Chester Verne, "Heinrich", in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 383-385.
Provenienz: Ehemals im Besitz Friedrich August III. (1865-1932) aus der Linie der albertinischen Wettiner, 1904-1918 letzter König von Sachsen.
A pair of Roman dressed figures of Mars and Minverva modelled by M. V. Acier. Counterparts. Restored. Owners mark of Frederick August III. of Saxony in underglaze blue. Crossed swords mark.
Meissen. Anfang 20. Jh.
Pictures credits: Contact organization
Antique art and decorative objects
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